Votivtafeln säumen den Eingang zur Mariengrotte in Niederselters. Dieses Motiv ist auf dem Titelblatt der neuen Broschüre zur Grotte zu sehen, ein Geschenk des Ortsausschusses der Pfarrei St. Christophorus zum Patronatsfest.
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Votivtafeln säumen den Eingang zur Mariengrotte in Niederselters. Dieses Motiv ist auf dem Titelblatt der neuen Broschüre zur Grotte zu sehen, ein Geschenk des Ortsausschusses der Pfarrei St. Christophorus zum Patronatsfest.

Ein kleines Dankeschön

Niederselters: Neue Broschüre über Geschichte der Mariengrotte

  • vonUrsula Königstein
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Gottesdienstbesucher erhalten zum Patronatsfest eine kleine Corona-Entschädigung

Niederselters -Wegen der Corona-Pandemie musste bereits im Mai die Prozession zur Mariengrotte in Niederselters ausfallen. Nun kann auch das Fest des Kirchenpatrons, des heiligen Christophorus, nicht in der gewohnten Weise begangen werden. Als kleine Entschädigung erhalten die Besucher des Festhochamts am heutigen Samstag, 25. Juli, um 18.30 Uhr in der Pfarrkirche als Geschenk des Ortsausschusses der katholischen Kirchengemeinde eine neue Broschüre über die Geschichte der Mariengrotte.

Nur im vorletzten Kriegsjahr war die bis dato jährliche Marienprozession zur 1903 erbauten Mariengrotte im Niederwald wegen der Luftangriffe ausgefallen, in diesem Jahr hatte sie aufgrund der Einschränkungen während der Pandemie abgesagt werden müssen. Auch auf das gewohnte Beisammensein nach dem Gottesdienst am Patronatstag muss daher verzichtet werden, Anlass für den Ortsausschuss, das von seinem Vorsitzenden Dr. Norbert Zabel verfasste und von Armin Illion gestaltete interessant bebilderte Heft zur Geschichte der Mariengrotte zu veröffentlichen und an die Gottesdienstbesucher zu verschenken. Die Broschüre soll auch ein Dank des Ortsausschusses an alle Helfer sein, die von Anfang an bis heute für Erhaltung und Pflege der Grotte sorgen. Gefördert wurde die Publikation auch vom Kultur- und Geschichtsverein sowie dem Verein "Mir sein Seldersch".

Der Festtag des heiligen Christophorus wurde mit der Reform des Heiligenkalenders 1970 um einen Tag auf den 24. Juli vorverlegt. Christophorus ist einer der beliebtesten Heiligen der christlichen Kirchen in Ost und West. Über den historischen Christophorus ist wenig bekannt, er sei geschichtlich nicht mehr fassbar. Seiner Verehrung seit etwa der Mitte des fünften Jahrhunderts tat dies aber keinen Abbruch. Der Legende nach soll er aus Kanaan stammen und von riesiger Gestalt gewesen sein.

In der "Legenda aurea", einer Sammlung von Heiligenlegenden des Jacobus de Voragine aus dem 13. Jahrhundert heißt es, er sei zwölf Ellen groß gewesen und habe außerdem ein furchterregendes Gesicht gehabt. In der ostkirchlichen Tradition wird er auch als Hundsköpfiger dargestellt, ein wilder Mensch oder Untier namens Reprobus, der in der Taufe seinen späteren Namen und die menschliche Sprache erhielt.

Über Italien und Spanien gelangte die Christophorus-Tradition im 6. Jahrhundert in den Westen, wobei aus dem hundsköpfigen Untier ein Riese wurde, der nur dem mächtigsten Herrn dienen wollte. Zunächst im Dienst eines Königs und dann des Teufels traf er auf der Suche nach Christus, vor dem sich selbst Satan fürchtete, einen Eremiten, der ihn im rechten Glauben unterwies und ihm auftrug, als gutes Werk Menschen über einen reißenden Strom zu tragen. In der Gestalt eines Kindes, das ihm auf dem Weg zum anderen Ufer immer schwerer wurde, begegnete ihm Christus, der ihm offenbarte, er habe nicht nur die ganze Welt auf seinen Schultern getragen, sondern auch denjenigen, der die Welt erschuf.

Fortan solle er Christophorus, der Christusträger, heißen. So wird er auch in der Kunst dargestellt, und auch die Katholiken aus Niederselters haben ihm vor ihrem Gotteshaus ein Denkmal errichtet. Ursula Königstein

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