Gleich zwei Windparks könnten auf der Gemarkung der Gemeinde Selters entstehen. Ob und wann dies passiert, ist aber noch offen.
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Gleich zwei Windparks könnten auf der Gemarkung der Gemeinde Selters entstehen. Ob und wann dies passiert, ist aber noch offen.

Selters

Zwei Windparks geplant – Genehmigungen stehen noch aus

  • vonTobias Ketter
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Das Genehmigungsverfahren für zwei Windparks in der Gemeinde Selters wird derzeit vorbereitet. Eine Informationsveranstaltung für die Bürger ist auch geplant.

Selters - In der Gemeinde Selters sollen in den kommenden Jahren zwei Windparks entstehen. Die Planungen der Betreiberfirmen laufen. Im Staatswald des Landes Hessen, der sich in der Gemarkung von Haintchen und in den angrenzenden Kommunen Weilmünster sowie Weilrod befindet, könnten schon bald insgesamt elf Windräder gebaut werden. In der Gemarkung von Münster sollen drei weitere Windenergieanlagen errichtet werden.

Die Planungen sehen vor, dass fünf der elf Anlagen im Windpark Laubus, der östlich von Haintchen und Wolfenhausen entstehen könnte, in der Gemarkung von Haintchen liegen. Die Windräder sollen eine Höhe von 165 Metern erreichen und mindestens 1000 Meter von dem Selterser Ortsteil entfernt gebaut werden. Sowohl Hessen Forst als auch die Gemeinde Selters sind mit eigenen Flächen in das Projekt involviert. „Zwei Rotorenblätter würden nach jetzigem Planungsstand gemeindeeigene Flächen überstreichen“, sagt Benjamin Zabel, Leiter des Bauamtes. Die Firma RES soll als Betreiber des Windparks fungieren. Derzeit hole das Unternehmen laut eigenen Angaben Fachgutachten für das bevorstehende Genehmigungsverfahren ein.

Zwei Windparks für die Gemeinde Selters: 15 Millionen Euro werden investiert

Die drei Windenergieanlagen im geplanten Windpark Nieder- und Mittelfeld, der mehr als einen Kilometer nordwestlich von Münster entfernt entstehen könnte, sollen eine Höhe von 167 Metern haben. „Wegeparzellen der Gemeinde würden laut aktueller Planung von den Rotorflächen der drei Windräder überstrichen werden“, erklärt Zabel. Das Unternehmen DunoAir soll den Windpark nahe Münster betreiben. „Alle artenschutzrechtlichen Untersuchungen sind in 2020 durchgeführt worden“, sagt Firmensprecher Marc Wiemann. Aktuell würden die finalen Standortkoordinaten festgelegt und es laufe die Abschlussplanung zur Infrastruktur. In den kommenden Wochen sollen dann die „standortbezogenen Gutachten“ abgeschlossen werden. „Unser Ziel ist es, im Sommer einen Genehmigungsantrag beim Regierungspräsidium Gießen einzureichen“, so Wiemann. DunoAir werde rund 15 Millionen Euro in das Projekt investieren.

Noch hat die Kommune Selters nicht zugestimmt, dass in beiden Windparks die Rotorenblätter ihre eigenen Flächen überstreichen dürfen. „Es ist noch nicht klar, ob die Gemeinde ja oder nein sagt“, berichtet Zabel. Zunächst werde im Juni eine Infoveranstaltung für die Bürgerinnen und Bürger durchgeführt. In den vergangenen Jahren gab es in Selters wiederholt Widerstand gegen die Errichtung von Windrädern.

In Haintchen und Münster herrschen gute Windverhältnisse

„Sicherlich wird beim Bau der Anlagen der Umwelt- und Tierschutz berücksichtigt“, sagt der Leiter des Bauamtes. Selbst wenn die Gemeinde die Vorhaben der Betreiber DunoAir und RES ablehnen werde, spiele dies keine große Rolle. „Dann würden die Unternehmen die Anlagen in Haintchen und Münster einfach etwas verschieben. Zudem müssten die Größen zweier Windräder in der Gemarkung von Münster reduziert werden“, so Zabel.

Doch warum sollen eigentlich gerade in Münster und Haintchen Windräder gebaut werden? „In der Region herrschen gute Windverhältnisse“, sagt Wiemann. Im Jahr 2017 habe DunoAir im benachbarten Gebiet „Kuhbett“ nahe Schwickershausen vier Windenergieanlagen gebaut. „Auch wenn der Standort bei Münster niedriger liegt, sind die zu erwartenden Erträge sehr gut und werden einen Teil zum Klimaschutz beitragen.“ Die Fläche, auf der der Windpark Laubus entstehen soll, sei ein rechtskräftig ausgewiesenes Vorranggebiet für die Nutzung von Windenergie, sagen RES und Hessen Forst übereinstimmend. Deshalb bestehe Planungsrecht, jedoch noch kein Baurecht. Über die tatsächliche Eignung werde während des Genehmigungsverfahrens entschieden.

Termine für den Bau der Windparks sind noch offen – Genehmigung steht noch aus

„Hessen Forst setzt sich für eine eingriffsminimierende Planung ein“, sagt Sprecherin Michelle Sundermann mit Blick auf den Windpark Laubus bei Haintchen. Das Neuanlegen von Trassen solle vermieden werden. Alte und insbesondere laubholzgeprägte Bestände wolle man möglichst schonen. „Biotope sollen in ihrem Bestand nicht beeinträchtigt werden“, erklärt Sundermann. Des Weiteren achte man darauf, dass beheimatete Tierarten durch die Windenergie nicht nachhaltig gefährdet werden.

Wann mit der Errichtung der beiden Windparks begonnen werden kann und wann die Windräder in Betrieb genommen werden, steht noch nicht fest. Zunächst müsse bei beiden Projekten das Genehmigungsverfahren erfolgreich abgeschlossen werden. Erst dann könne die Bauphase starten. (Tobias Ketter)

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