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Die Mittelpunktschule ?Goldener Grund? in Niederselters.

Beide Standorte sollen erhalten bleiben

Die Schulen "Goldener Grund" und "Im Emsbachtal" werden zusammengelegt

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Die Schulen „Goldener Grund“ Selters und „Im Emsbachtal“ Niederbrechen sollen zusammengeführt werden. So lautet der Entwurf einer Beschlussempfehlung des Schulausschusses des Kreistages, in dem beide Standorte aber erhalten bleiben.

Annähernd 70 Zuhörer waren am Montagabend ins Limburger Kreishaus zur Sitzung des Schulausschusses gekommen. Das große öffentliche Interesse galt sicherlich nur zweitrangig der Fortentwicklung der beiden Schulen Selters und Niederbrechen, sondern der Besetzung von Schulleiterstellen. Massiver Protest war unter Lehrern, Eltern und Schülern aufgetreten, als bekannt geworden war, dass der bisherige Schulleiter in Niederbrechen, Bernd Steioff, neuer Schulleiter der Goetheschule in Limburg werden soll.

Doch über Personalentscheidungen wurde am Montagabend nicht diskutiert, denn dies sei Sache des Staatlichen Schulamtes, sagte Ausschussvorsitzender Manuel Böcher (CDU). Bernd Steioff, der auch Mitglied des Kreistages für die Linken ist, hatte im Vorfeld eine Zusammenlegung der Schulen Niederbrechen und Selters gefordert.

Der übererfüllte Sitzungssaal im Limburger Kreishaus hatte für Manuel Böcher auch etwas Gutes. „Demokratie lebt“, sagte er zur Eröffnung der Tagesordnung und Landrat Manfred Michel (CDU) freute sich, zum Ende seiner Amtszeit noch einmal so viel öffentliches Interesse an einer Ausschusssitzung erleben zu dürfen.

Beide stärken

Böcher legte zur Fortschreibung des Schulentwicklungsplanes dar, für die Schulen in Dauborn und in Bad Camberg seien keine Veränderungen vorgesehen. Die Schule in Niederbrechen sei stark im Hauptschulbereich und dafür weniger im Realschulzweig vertreten. Die Grundschule sei zweizügig. Die Schule in Selters verfüge über eine stabile Dreizügigkeit in der Grundschule, sei führend im Realschulbereich und habe Sport als Schwerpunkt. Die Hauptschule fehle. Eine Zusammenlegung der Schulen „Goldener Grund“ in Selters und „Im Emsbachtal“ in Niederbrechen ab dem Schuljahr 2019/20 führe daher zu einer Stärkung beider Schulen.

Böcher stellte den Ausschussmitgliedern und Zuhörern den Entwurf für eine Zusammenlegung beider Schulen vor. Dieser Entwurf soll noch einmal in einer weiteren Sitzung des Schulausschusses vor der Sitzung des Kreistages am 14. Dezember in Löhnberg beraten werden, um dann endgültig vom Kreistag beschlossen werden zu können.

Die wesentlichen Punkte des Entwurfes: Die Mittelpunktschule „Goldener Grund“ Selters und die Schule „Im Emsbachtal“ Niederbrechen werden zum Schuljahr 2019/20 zu einer neuen Schule zusammengeführt. Diese besteht dann aus den Teilstandorten Niederselters und Niederbrechen. Die bisherigen Grenzen für die Grundschulbezirke werden für beide Schulen aufgehoben, um für die Eltern die Wahlmöglichkeit zwischen Ganztagsprofil 2 in Niederselters und Ganztagsprofil 3 in Niederbrechen zu eröffnen.

Die Organisation der Sekundarstufe 1 wird durch die beiden derzeitigen Schulleitungen vorgenommen. Die Sekretariate bleiben an beiden Standorten erhalten. Wo die Schulleitung ihren Sitz hat, darüber soll sie selbst entscheiden, sie müsse aber an beiden Standorten vertreten sein, so die Meinung des Ausschusses. Die neue Schule soll auch einen anderen Namen erhalten. Die Namensfindung obliege aber der Schule.

Keine Priorisierung

Auf einen Einwand von Dr. Michael Jung vom Staatlichen Schulamt soll auch die Bezeichnung Schulverbund, wie zunächst im Entwurf vorgesehen, nicht verwendet weiden. Denn bei einem Verbund handele es sich um zwei Schulen, in diesem Falle solle jedoch eine Schule entstehen. Jung riet auch davon ab, sich auf einen festen Sitz der Schulleitung zu entscheiden, denn dies führe unbeabsichtigt zur Priorisierung eines Standortes.

Böcher bemerkte, das Ziel des Kreises sei es, beide Schulstandorte zu erhalten. Alles andere sei wohl eher Nebensache. Dem schloss sich auch Wolfgang Lippe (Grüne) an. Er appellierte aber an den Kreis, die Container an der Schule in Niederbrechen zu beseitigen. Landrat Michel sagte, nach Ende der aktuellen Baumaßnahmen würden dies auch wieder verschwinden.

Gerhard Würz (Freie Wähler) äußerte die Befürchtung, nach der Zusammenlegung beider Schulen komme die Hauptschule nach Niederbrechen und die Realschule nach Niederselters. Dabei habe Niederbrechen einen enormen Aufschwung erlebt und müsse weiter auch eine Realschule anbieten können.

Tobias Kress (FDP) übte Kritik an der langen Phase der Planung, das habe Unsicherheiten geschaffen. Das forderte den Widerspruch von Michael Uhl (SPD) und Silvia Scheu-Menzer (SPD) heraus. Der Zeitplan sei klar eingehalten worden. Die große Richtung stimme. Es sei keine Schließung einer Schule zu erwarten.

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