Benjamin Zabel schmeißt als Erster für die Selterser Bürgermeisterdirektwahl 2022 den Hut in den Ring. Von seinem Fachwissen als Bauingenieur und Naturschützer profitiert die Gemeinde schon seit neun Jahren.
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Benjamin Zabel schmeißt als Erster für die Selterser Bürgermeisterdirektwahl 2022 den Hut in den Ring. Von seinem Fachwissen als Bauingenieur und Naturschützer profitiert die Gemeinde schon seit neun Jahren.

Erster Kandidat

Selters: Bauamtsleiter mit Herz für den Naturschutz

  • VonRobin Klöppel
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Benjamin Zabel tritt als Unabhängiger bei Bürgemeisterwahl an

Selters -Die Selterser Bürgermeisterdirektwahl am 8. März 2022 hat ihren ersten Kandidaten. Benjamin Zabel hat gestern Nachmittag dieser Zeitung bei einem Treffen im Niederselterser Nabu-Vereinsheim mitgeteilt, dass er als unabhängiger Kandidat bei der Wahl antreten werde.

Der 40-jährige Niederselterser ist beruflich seit neun Jahren Bauamtsleiter der Selterser Gemeindeverwaltung und hat im Rahmen seines Studiums in Wiesbaden das Diplom und den Master im Fachbereich Bauingenieurwesen erworben. Vor seiner Tätigkeit bei der Gemeinde war Zabel in der freien Wirtschaft tätig. Der Kandidat ist einer der beiden Söhne des früheren Selterser Bürgermeisters Dr. Norbert Zabel. Sohn Benjamin ist wie der Vater Mitglied der CDU und sogar aktuell stellvertretender CDU-Gemeindeverbandsvorsitzender. Dennoch will er aber nicht als CDU-Kandidat antreten.

"Ich möchte ein Bürgermeister für alle Bürger und alle Fraktionen sein", betont Benjamin Zabel. Dennoch wolle er für die Kandidatur aber seine CDU-Mitgliedschaft nicht aufgeben. Ob der CDU-Gemeindeverband Zabels Kandidatur unterstützen oder einen anderen Kandidaten nominieren wird, weiß Zabel noch nicht. Dass er Bürgermeister werden möchte, hat, wie er versichert, jedoch absolut nichts damit zu tun, dass sein Vater bereits Selterser Bürgermeister gewesen sei. "Das, auch wenn mir schon früher auf der Kirmes Leute gesagt haben, dass ich gewiss mal Bürgermeister werde", erzählt Zabel.

Ein diplomatischer Mensch

Sein politisches Engagement sei aus eigenem Antrieb gekommen. Darüber nachgedacht, sich irgendwann mal bei der Bürgermeisterwahl in Selters zu bewerben, hat er die letzten Jahre aber schon öfter. Konkret wurde es dann, nachdem Amtsinhaber Bernd Hartmann (parteilos) erklärt hatte, bei der kommenden Wahl nach zwei Amtsperioden nicht mehr antreten zu wollen.

Zabel versichert, kein parteiischer Bürgermeister sein zu wollen. Er wolle versuchen, für wichtige Themen in der Gemeinde in den Gemeindegremien breite Mehrheiten zu finden. Er sei schon immer ein diplomatischer Mensch gewesen und verstehe sich in Selters eigentlich mit allen gut.

Benjamin Zabel möchte zu einem solch frühen Zeitpunkt noch nicht all seine Ideen für den Wahlkampf verraten, doch er sagt, dass er sich schon viele Gedanken darüber gemacht habe, wie Selters weiter nach vorne gebracht werden könne. Vor allem sei es wichtig, dass die Kommunikation zwischen Verwaltung, Bauhof, den Mandatsträgern und den Bürgern stimme. Er denke, dass wenn man den Bürgern Entscheidungen gut erkläre, bei den meisten Bürgern auf Verständnis stoßen werde. Die Erfahrung habe er jedenfalls in der Vergangenheit oft gemacht, dass gute Kommunikation für Entspannung im Verhältnis zwischen Gemeinde und Bürgern sorgt. Wenn man zu Bürgern offen sei, identifizierten diese sich auch viel stärker mit ihrer Gemeinde, denkt Zabel.

Er glaubt, dass er die Fähigkeiten habe, um ein guter Bürgermeister zu sein. Er habe ja die 24 Jahre seines Vaters als Bürgermeister als Familienmitglied hautnah miterlebt, kenne selbst die freie Wirtschaft und nun auch die Verwaltung. Benjamin Zabel war auch Mitglied der CDU-Fraktion in der Gemeindevertretung, musste das Mandat aber aufgeben, als er mit seiner beruflichen Tätigkeit in der Gemeindeverwaltung begann.

Wenn Bürgern irgendwo der Schuh drückt, will Benjamin Zabel für alle ein offenes Ohr haben. Er möchte die Infrastruktur in Selters verbessern und die Lebensqualität der Menschen erhöhen, ob es jetzt um die Optimierung der Wasserversorgung oder die Neugestaltung von Spielplätzen gehe.

Zabel ist seit Kindertagen auch aktiver Naturschützer, Vorsitzender der Selterser Ortsgruppe des Naturschutzverbandes "Nabu". Zabel sagt, dass Selters die letzten Jahre nicht nur über Hochwasserschutz geredet, sondern beispielsweise durch Renaturierungen von Bachläufen schon viel dafür getan habe. Zabel hat zuletzt die Gestaltung des Naturschutzgebietes "Nippchen" in Niederselters geplant, wofür er nicht nur aus Naturschutzkreisen in der Region viel Lob erhielt. Er ist ehrenamtlich auch engagiert als stellvertretender Vorsitzender des Nabu-Kreisverbandes. Der 40-Jährige ist Sprecher der AG Fledermausschutz Hessen, Ortsbeauftragter für Vogelschutz in Haintchen sowie auch offizieller Beringer der heimischen Region im Auftrag der Vogelschutzwarte Helgoland. Darüber hinaus ist er im Verein "Mir sein Seltersch" aktiv , organisiert seit Jahren den Niederselterser Fastnachtsumzug.

Benjamin Zabel sagt, dass er sich realistische Chancen ausrechne, die Bürgermeisterdirektwahl zu gewinnen, egal wer noch kandidieren werde. "Sonst bräuchte ich ja auch gar nicht anzutreten", sagt der Kandidat.

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