Seepogo-Festival im Jahr 2019: Die Zuschauer tanzten ausgelassen und genossen die Auftritte der Bands.
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Seepogo-Festival im Jahr 2019: Die Zuschauer tanzten ausgelassen und genossen die Auftritte der Bands.

Abgespecktes Musikspektakel

Selters: Die Kulturbranche wiederbeleben

  • vonTobias Ketter
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Kein Seepogo-Festival im Jahr 2021 - Organisatoren planen Alternativ-Veranstaltung

Münster -Das Seepogo-Festival am Lago Alfredo in Münster begeistert immer wieder hunderte Musikfans. Viele internationale und regionale Bands sorgten acht Jahre in Folge für gute Stimmung in dem idyllischen Naherholungsgebiet der Gemeinde Selters. Wegen der Corona-Pandemie mussten die Veranstalter des Kulturvereins Lago Alfredo allerdings bereits im vergangenen Jahr das beliebte Event verschieben. Nun haben sie bekanntgegeben, dass es auch in 2021 kein Seepogo-Festival geben wird. Der Vorstand des Vereins plant stattdessen eine Alternativ-Veranstaltung, die etwas kleiner ausfallen soll als das eigentliche Musikspektakel.

"Wir haben uns für die erneute Verschiebung des Festivals entschieden, da es wegen Corona nicht in der Art und Weise veranstaltet werden kann, wie wir es uns vorstellen", sagt Patrik Hofmann, Vorsitzender des Kulturvereins. Besonders Bands aus dem Ausland könnten wegen der Pandemie nicht anreisen und es gebe schlichtweg keine Planungssicherheit. Darüber hinaus sei eine Veranstaltung dieser Größenordnung mit weit weniger Besuchern nicht finanzierbar. "Die Kosten für die Gagen und die Bühne sowie weitere mögliche Zusatzausgaben, die ein Hygienekonzept betreffen, können nicht gedeckt werden, wenn sich die Zuschauerzahl wegen der Corona-Bestimmungen deutlich reduziert", erklärt Daniel Hautzel, Stellvertretender Vorsitzender des gemeinnützigen Vereins. Für ein Seepogo-Festival fielen laut seinen Angaben normalerweise Ausgaben im "niedrigen fünfstelligen Bereich" an.

Hofmann und Hautzel sind sehr zuversichtlich, dass im kommenden Jahr die neunte Auflage der Veranstaltung steigen kann. "Vermutlich wird sich das Line-up nicht ändern. Alle Bands, die in 2021 auftreten sollten, werden dann wohl zum Lago Alfredo kommen", so der Vorsitzende. Als Headliner sind die Gruppen "Dog Eat Dog" und "Jaya The Cat" fest eingeplant. Das nächste Seepogo-Festival soll am 17. Juli 2022 mehr als 600 Menschen nach Münster locken.

Förderzusage erhalten

Ganz ohne eine Musikveranstaltung will der Kulturverein das Jahr 2021 nicht verstreichen lassen. Die Verantwortlichen planen derzeit ein alternatives Event mit rund fünf deutschen Bands. "Wir haben das Ziel, etwa 250 Besucher in Münster zu begrüßen", sagt Hofmann. Wann die Ersatzveranstaltung ausgetragen wird, steht noch nicht fest. "Wir gehen vom Spätsommer aus", berichtet der Vorstand. Ob das Naherholungsgebiet um den Lago Alfredo dann als Schauplatz zur Verfügung steht oder ob ein anderer Ort gefunden werden muss, ist noch nicht sicher.

Bereits im Frühjahr habe das Planungsteam des Vereins nach Möglichkeiten für eine Alternativ-Veranstaltung in Präsenzform gesucht. "Wir wollen unbedingt etwas für die Wiederbelebung der Kultur tun", sagt Hofmann mit Blick auf die zeitaufwendigen Vorbereitungen. Die Arbeit der rund 20 Mitglieder des Organisationsteams lohne sich freilich, wenn durch das kleinere Event in 2021 Freude verbreitet werden könne. Der Münsterer Verein möchte mit der Alternativ-Veranstaltung nicht unbedingt einen Gewinn erzielen. "Die schwarze Null muss stehen, mehr aber auch nicht", sagt Hautzel.

Um alle Kosten decken zu können, hat der Verein Zuschüsse über das Förderprogramm "Neustart Kultur" beantragt. Das Förderprogramm sei eine tolle Sache, da dadurch Zusatzkosten, die aufgrund der Pandemie entstünden, kompensiert werden könnten und die Kulturbranche wieder in Gang komme, sagen die beiden Vorstandsmitglieder übereinstimmend. Man habe den Förderantrag an Ostern gestellt und bereits jetzt eine Förderzusage in Höhe von 7500 Euro erhalten. "Das Geld ist für Events in diesem Jahr vorgesehen. Deshalb wird es ausschließlich für die Ausgaben der Seepogo-Alternativ-Veranstaltung genutzt werden", so Hofmann.

Schon im vergangenen Winter dachte das Planungsteam des Kulturvereins darüber nach, den Fans der Rockmusik etwas zu bieten. "Wir kamen damals auf die Idee, ein digitales Festival zu organisieren", erinnert sich Hofmann. Das Vorhaben sei aber recht schnell wieder verworfen worden. "Der Aufwand und die Kosten für das benötigte Equipment wären einfach zu hoch gewesen", teilt der Vorstand mit. Darüber hinaus sei das Format bei einer solchen virtuellen Veranstaltung ganz anders als bei einem Präsenz-Event. Ohne einen Moderator und Requisiten könne so ein Online-Festival nicht ausgerichtet werden. Der Kulturverein habe Bedenken gehabt, dass diese Voraussetzungen nicht erfüllt werden könnten.

Obwohl die Idee, eine virtuelle Musikveranstaltung abzuhalten, nicht verwirklicht werden konnte, gaben die Verantwortlichen nicht auf. Und nun sieht es so aus, als stünde einem baldigen Rock-Event kaum noch etwas im Wege. Die Menschen der Region dürfen sich also schon jetzt auf Livemusik in Münster freuen.

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