Dr. Bernd Weil begibt sich auf eine Zeitreise durch Taunus und Westerwald.
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Dr. Bernd Weil begibt sich auf eine Zeitreise durch Taunus und Westerwald.

Geschichten aus der Region

Selters: Eine Zeitreise durch Taunus und Westerwald

  • vonRobin Klöppel
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Dr. Bernd Weil hat zwei Jahre an seinem neuen Buch gearbeitet

Eisenbach -Dr. Bernd Weil schreibt mittlerweile seit 48 Jahren Bücher. Nun hat der 67-jährige Oberstudienrat in Ruhestand rechtzeitig vor Weihnachten sein neues Buch "Zeitreise durch Taunus und Westerwald" mit vielen Geschichten aus der heimischen Region auf 244 Seiten und Farbfotos dazu herausgebracht. 80 Prozent der Beiträge hat er in den letzten beiden Jahren geschrieben, viele 2020, als der passionierte Weltenbummler durch Corona viel zu Hause war und seine Heimatregion wieder als Ausflugsziel entdeckte.

An Ostern meinte seine Frau Jutta zu ihm: "Du hast so viel Material zusammen. Mach' doch ein Buch daraus." Das ließ sich ihr Mann nicht zweimal sagen, der gerne den ganzen Tag damit verbringt, in der Vergangenheit zu kramen. Alles sei aufwendig recherchiert, versichert er. "Ich will Informationen immer aus erster Hand", so Bernd Weil. Es gebe für ihn nicht Schlimmeres, als wenn ihm später ein Leser einen Fehler nachweise, was zum Glück in den letzten Jahrzehnten sehr selten der Fall gewesen sei.

Wegen Corona die Region neu entdeckt

Dieses Jahr hat Weil Corona-bedingt sehr viel Zeit gehabt, da seine geliebten USA--Reisen sowie Konzertbesuche ausfallen mussten. In dieser Zeit war er bei Ausflügen viel in der heimischen Region unterwegs, entdeckte dabei vieles, was ihn faszinierte und ihm Stoff für sein Buch lieferte. Bernd Weil macht sich darin, wie es der Titel schon verrät, auf eine Zeitreise durch Taunus und Westerwald und entdeckt dabei viel Neues, auch zu vermeintlich schon bekannten Geschichten wie Goethes Seltersbesuch oder über den Limburger Stadthauptmann Friedrich von Hattstein. Der soll der Überlieferung nach die Runkeler um ein Fass ihres wertvollen Weins "Runkeler Roter" gebracht haben, indem er es - wie heute noch auf der "Plötze" zu sehen ist - in einem Zug ausgetrunken hat.

Alte Klöster, Burgen Bräuche, Legenden

Weils Heimatreise verläuft vom Limes und der Saalburg über Idstein durch den Goldenen Grund bis nach Limburg an der Lahn und in den Westerwald. Auch Wetzlar und Weilburg, Runkel und Brechen dürfen nicht fehlen. Berichtet wird über alte Gotteshäuser, Klöster, Burgen, Naturdenkmäler und romantische Altstädte mit ihren malerischen Fachwerkhäusern, aber auch über Sagen und Märchen, Bräuche, Legenden, Kurioses und Amüsantes. Das Buch informiert über die Römer und das Mittelalter, über Hexenverfolgungen und alte Kirchen, Stadtmauern und ehemalige Handelsstraßen sowie Bauwerke, Ruinen und Wüstungen, manchmal sogar aus der luftigen Höhe eines Heißluftballons.

Bedeutende Innovationen in der Region wie das erste Auto, die erste Ansichtskarte oder das erste Radio dürfen nicht fehlen. Außerdem erzählt er von markanten Personen der Geschichte, wie der den Hofe zu Hausen bei Eisenbach bewirtschaftende nassauische General August Freiherr von Kruse oder der legendäre Räuberhauptmann Schinderhannes, der nach Inhaftierung in Limburg den Tod per Hinrichtung in Mainz fand. Eine 1000-jährige Linde, der beliebte Lahnmarmor, die Geschichte des Selterswassers und des Bergbaus sowie die rätselhafte Herkunft des Begriffs "OK" schließen den vielseitigen Themenreigen des Buchs ab. Wer weiß beispielsweise, dass der nassauische General Kruse als Bewirtschafter des Hofes zu Hausen neue landwirtschaftliche Anbaumethoden testete, Viehzuchtversuche startete und sich sogar für die Gründung von Mäßigungsvereinen gegen den Alkoholmissbrauch engagierte? Bernd Weil hat aber auch komische Ereignisse für die Nachwelt festgehalten. Zum Beispiel, als ein Eisenbacher Original bei der Feierstunde zur Einweihung des Kriegerdenkmals an eine Fastnachtsfeier dachte und laut "Helau" rief. Oder wem ist bekannt, dass oberhalb des Eisenbacher Sportplatzes noch Überreste einer früher lukrativen Blei- und Silbermine zu finden sind? Interessant ist auch, dass die jüdische Familie Aumann bereits fünf Jahre nach Erfindung der Farbpostkarte Anfang des 20. Jahrhunderts in Eisenbach schon Farbpostkarten druckte. Noch viel weiter in der Geschichte zurück geht Weil, wenn er über die nahe des Hofes zu Hausen liegende Ohlandsburg schreibt, entstanden noch 200 Jahre vor Christi in der Keltenzeit. "Den Begriff Ohlandsburg kennt meine Generation noch von Schulausflügen", weiß der Autor. Doch Reste des Gebäudes seien nur noch im Boden feststellbar.

In das 17. Jahrhundert geht Weil zurück, wenn er die Bad Camberger Hexenprozesse thematisiert. "Viele der Geschichten aus der Region sind heute kaum noch jemandem bekannt", denkt der Autor. Er wolle aber nicht, dass diese in Vergessenheit gerieten und habe darum ein Buch daraus gemacht.

Hier gibt es das Buch

"Zeitreise durch Taunus und Westerwald" kann für 30 Euro in jeder Buchhandlung bestellt werden. Wer ohne Aufpreis ein signiertes Exemplar mit persönlicher Widmung möchte, kann Bernd Weil gerne unter 0 64 83) 72 92 oder per E-Mail unter bweil@t-online.de kontaktieren.

Der Gefangenenturm mit Stadtmauer in Niederbrechen.
Der Kerker des Schinderhannes im Werner-Senger-Haus in Limburg.

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