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Selters: Emotionaler Empfang für Jan Pieter Subat

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Von: Tobias Ketter

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Der Wahlsieger Jan Pieter Subat inmitten seiner Familie und seiner Anhänger.
Der Wahlsieger Jan Pieter Subat inmitten seiner Familie und seiner Anhänger. © ketter

Ehemalige Lehrerin gehört zu den ersten Gratulanten - Gedämpfte Stimmung im Lager von Benjamin Zabel

Selters -Jan Pieter Subat wird neuer Bürgermeister der Gemeinde Selters. Der 51-Jährige setzte sich bei der Stichwahl am Sonntag mit 54,9 Prozent der Stimmen gegen Benjamin Zabel durch. In der Eisenbacher Turnhalle brach großer Jubel aus, als das Endergebnis feststand. Dort versammelten sich nämlich rund 80 Unterstützer des Bauamtsleiters von Bad Camberg, um die Auszählung auf einer Großbildleinwand zu verfolgen und gemeinsam zu feiern.

Als die ersten Wahlergebnisse aus Münster und Haintchen eintrafen, machte sich Optimismus unter den Anhängern breit. Doch sicher konnten sie sich noch nicht sein. Denn die Ergebnisse der Briefwahlbezirke Eisenbach und Niederselters ließen auf sich warten. Um 19.09 Uhr hatten dann alle Anwesenden die Gewissheit: Jan Pieter Subat wird neuer Verwaltungschef der Kommune im Goldenen Grund.

Als der künftige Bürgermeister die Turnhalle in Eisenbach betrat, brandete lauter und lange anhaltender Beifall auf. "Danke an alle Wähler und besonders an meine Familie, ohne die ich das alles nicht geschafft hätte", sagte Subat. Er sei als "Underdog" in den Wahlkampf gestartet und nun nach langen und kräftezehrenden Wochen am Ziel. "Ich bin sehr erleichtert und glücklich. Heute Abend wird erstmal gefeiert, und anschließend liegt dann viel Arbeit vor mir", so der Gewinner weiter. Er werde sich zeitnah einen Überblick über die Verwaltung verschaffen und dann die vielen wichtigen Themen angehen. Dazu gehöre besonders die Dorfentwicklung in allen vier Ortsteilen. Subat ist der Meinung, dass seine ehrliche, freundliche sowie authentische Art ihm viele Stimmen eingebracht habe. "Ich bin während dem Wahlkampf auf die Leute zugegangen und habe Gespräche geführt. Das hat sich ausgezahlt", berichtet er. Der "tolle Empfang" in der Turnhalle sei begeisternd und emotional gewesen.

Subat nahm am Sonntagabend viele Umarmungen entgegen. Zu den Gratulantinnen und Gratulanten gehörte auch Sabine Barry aus Schwickershausen. Sie ist die ehemalige Klassenlehrerin des 51-Jährigen. "Jan Pieter ist ehrlich, konsequent und er verfolgt seine Ziele", sagte Barry, die ihren ehemaligen Schüler über 40 Jahre hinweg nicht persönlich getroffen hat. Umso herzlicher fiel die Umarmung der beiden aus. Subat zeigte sich sehr überrascht von dem Besuch der pensionierten Lehrerin, die ihm ein kleines Präsent übergab. "Ich habe immer an ihn geglaubt und die Daumen fest gedrückt", so Barry.

"Ganz klassisch Klinkenputzen"

"Subat hat vermutlich auch gewonnen, weil er ganz klassisch Klinkenputzen gegangen ist. So konnte er auf sich aufmerksam machen", analysierte Maximilian Ebel aus Münster das Ergebnis der Stichwahl. Seine Mutter Nicole Ebel ergänzte: "Der Kandidat hat sich die Probleme der Vereine angehört, und er ist auf die Ideen der Bürger eingegangen." Darüber hinaus habe er gute Vorschläge eingebracht, um die vier Ortsteile näher zusammenzurücken.

Auch Waltraud Gibitz aus Eisenbach hat eine klare Meinung zu den beiden Kontrahenten und zum Wahlkampf. "Die Idee von Benjamin Zabel, ein Sportzentrum in Niederselters zu errichten, ist ein No-Go", sagte die Unterstützerin von Subat. "Niederselters hat nämlich schon zwei Denkmäler, und Zabel nimmt die anderen drei kleineren Ortsteile nicht genügend wahr."

Der Wahlsieger werde künftig hingegen mehr für alle Dörfer da sein. Das sieht Fabian Schulz aus Eisenbach ähnlich. "Subat wird frischen Wind in die Kommune bringen und allen Ortschaften gut tun", sagte er. Anke Hartmann aus Eisenbach hob das gute Auftreten des 51-Jährigen während dem Wahlkampf hervor. "Er hat Präsenz gezeigt und er ist sich stets treu geblieben", betonte sie.

Kleiner Vortrag der Familie

Die Familie von Jan Pieter Subat präsentierte auf der Wahlparty einen kleinen Vortrag. Die Kandidatur für das Bürgermeisteramt sei eine Herzensangelegenheit gewesen, berichteten die beiden Kinder und die Ehefrau des glücklichen Siegers. Das Trio sei sich jederzeit sicher gewesen, dass er die Aufgabe meistern werde. "Du warst in den vergangenen Monaten du selbst, du hast echte Bürgernähe bewiesen, und wir sind sehr stolz auf dich", betonte die Familie. Abschließend übergaben sie dem künftigen Bürgermeister ein Buch mit Impressionen aus dem Wahlkampf.

Weniger stimmungsvoll ging es im "Alten Bahnhof" in Niederselters zu. Dort versammelten sich am Sonntagabend die Anhänger von Benjamin Zabel. "Das Wahlergebnis hat mich schon etwas enttäuscht. Der Sieg war das Ziel", sagte der unterlegene Kandidat. "Aber wenn man verliert, heißt es anschließend aufstehen, den Dreck abschütteln und weitermachen." Der Blick gehe klar nach vorne.

Der 40-Jährige werde immer Selterser sein und der Gemeinde erhalten bleiben. "Ich muss die Wahl jetzt erstmal einen Tag sacken lassen, und dann geht es weiter", merkte Zabel an. Er dankte alle Unterstützern und Helfern sowie seiner Lebensgefährtin und der Familie. Es sei schön zu sehen, dass so viele Anhänger trotz der Niederlage zum Alten Bahnhof gekommen sind, um den Abend gemeinsam ausklingen zu lassen.

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