Felizitas zeigt stolz ihren selbst gebauten Roboter.
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Felizitas zeigt stolz ihren selbst gebauten Roboter.

Kreativ durch den Lockdown

Selters: Haare aus Bandsalat und Gehirn aus Platinen

Felizitas baut aus Elektromüll einen Roboter

Münster -"Hast du Elektromüll für mich?" Diese Frage aus dem Mund eines achtjährigen Mädchens macht zunächst sprachlos, aber Felizitas aus Münster kann das erklären, und daraus wird gleich eine ganze Geschichte: "Ich will daraus etwas bauen", meint sie. "Eigentlich wollten wir in Frankfurt ein Museum suchen. Das Museum für Kommunikation hat mich interessiert. Auf der Homepage stand, dass es da eine Mitmachaktion gibt. Man sollte einfach Elektromüll sammeln, auseinanderbauen und daraus einen Roboter basteln. Wenn er fertig ist, kann Papa ihn fotografieren und an das Museum schicken. Dann wird man ins Museum eingeladen."

Das Mädchen fing an zu sammeln. "Schon bei den Großeltern und bei uns zu Hause kam ein riesiger Müllsack voll zusammen", berichtet Felizitas. "Sogar ein Massagegerät war dabei. Das war gar nicht kaputt. Das war mir aber zu schade zum Auseinanderschrauben."

Auf dem Basteltisch der Achtjährigen lagen dann Telefone und Ladestationen, Tastaturen, CD-Hüllen, alte Kassetten, eine Wetterstation und noch mehr. "Ich durfte alle Schraubenzieher von Papa benutzen, um sie auseinanderzunehmen, und sogar eine Säge." Auf ihrer Entdeckungsreise in das Innenleben all der Geräte bekam Felizitas am Nachmittag Unterstützung von ihren Freunden, Miriam (11) und Jonathan (8) aus Haintchen, mit denen sie auch sonst viel experimentiert. Und so entstand langsam der Roboter. Sein Gehirn musste natürlich aus Platinen sein, damit er auch denken kann. Als Haare eignete sich das, was man früher Bandsalat nannte. Und die Innenteile der Kassetten gaben wunderbare Augen, ein Teil der Tastatur den Bauch.

Die drei wunderten sich auch darüber, dass die Tasten des Telefons aus Gummi sind. Und dann kamen sie beim Zerlegen der Kabel in die Außenhülle und die kleinen schwarzen oder bunten Röhrchen auf die Idee, dass sie doch in mühsamer Kleinarbeit das Kupfer im Inneren herauspräparieren könnten zum Recyceln. Da war doch mal was in "Der Sendung mit der Maus" oder auch bei "Plan B", erinnerten sie sich. Stolz zeigt Felizitas das Ergebnis im Glas und betont, dass sie umweltbewusst leben wollten. Die jungen Forscher haben dann aber überlegt, dass das Recyceln für sie doch nicht machbar sei und man sich besser an Fachfirmen wenden sollte. Langeweile während des Lockdowns muss also nicht sein. Im Internet finden sich hilfreiche Tipps für Eltern. Bei Facebook ist Felizitas' Mutter in einer privaten Gruppe "Kinder zu Hause beschäftigen" engagiert. Mitmachen kann jeder Interessierte - eine Tauschbörse für gute Ideen. Von Petra Schramm

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