Die drei Freunde der Band Stay Focused aus Limburg und dem Westerwald eröffneten mit Modern Punk, Melodic Hardcore und Indie das Seepogo Festival und gaben alles, um die Besucher aufzuwärmen und für Stimmung zu sorgen.
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Die drei Freunde der Band Stay Focused aus Limburg und dem Westerwald eröffneten mit Modern Punk, Melodic Hardcore und Indie das Seepogo Festival und gaben alles, um die Besucher aufzuwärmen und für Stimmung zu sorgen.

Rock und Punk

Selters: Mini-Version des Seepogo Festivals war ein Erfolg

250 Besucher feierten mit vielen heimischen Bands - Kein Camping in diesem Jahr

Selters -Nach der langen Corona-Zwangspause veranstaltete der 75-köpfige Kulturverein Lago Alfredo am vergangenen Samstag eine verkleinerte Auflage seines bekannten Seepogo-Festivals am Lago Alfredo im Selterser Ortsteil Münster. Die Musikveranstaltung trug den Namen "Wieder Seepogo". Ein Wortspiel mit Bezug auf das Wiedersehen von Freunden, Fans sowie Bands und natürlich auch darauf, dass endlich wieder Kulturveranstaltungen in der Region möglich sind.

Aus Sicherheitsgründen wurde in diesem Jahr kein Camping angeboten. Alex Falk, der Sprecher des Kulturvereins, sagte im Gespräch mit dieser Zeitung, dass man verkraften könne, dass in diesem Jahr kein Camping möglich ist, da es sich diesmal ja nur um ein Ein-Tages-Festival handelt. Besonders freute er sich darüber, dass die 250 Eintrittskarten innerhalb kürzester Zeit verkauft waren und die Abendkasse erst gar nicht mehr geöffnet wurde.

"Dass wir dieses Mal nur 250 anstatt der sonst erlaubten 500 Eintrittskarten verkaufen durften, nahmen wir gerne in Kauf, denn wir sind froh, dass wir überhaupt endlich wieder unser beliebtes Seepogo Festival veranstalten durften. Natürlich haben wir uns an die 3 G-Vorgabe gehalten und dies wurde auch entsprechend kontrolliert", erklärte Falk.

Neuer Veranstaltungsort

Die Mitglieder des Kulturvereins Lago Alfredo hatten im Vorfeld alle Hände voll zu tun mit der Vorbereitung, aber am Festival-Abend war alles super organisiert und lief einwandfrei, erklärte Falk sichtlich stolz. Erstmals wurde die Bühne auf der Wiese gegenüberliegenden Seite des üblichen Veranstaltungsortes aufgebaut. "Dort haben wir mehr Platz und können problemlos, wenn es wieder erlaubt ist, 500 Fans unterbringen", betonte Alex Falk. Sollte sich dieser Platztausch bewähren, wolle man in Zukunft dabei bleiben, bestätigte Falk.

In diesem Jahr traten viele lokale Bands auf. Los ging es mit "Stay Focused". Die drei Freunde aus Limburg und dem Westerwald spielen sowohl ruhigere Klänge als auch Songs, die nach vorne gehen. Sie selbst bezeichnen sich als Pizza, bei der die Grundlage immer dasselbe ist, das Topping aber nach Belieben zusammen gestellt werden kann. Bei Zutaten wie Modern Punk, Melodic Hardcore und Indie hat man dabei die Qual der Wahl.

Nachdem die erste Band mit Applaus verabschiedet wurde, eroberte "Road Rage" die Bühne. Die Limburger Band ist seit 2015 Stammgast auf dem Seepogo Festival und mit ihrem eigenen Punk 'n' Roll-Sound sorgen sie Jahr für Jahr für gute Stimmung. Seit rund vier Jahren ist die Rock-WG "4 Zimmer Küche Bad" aus dem Limburger Kalkwerk auf den Bühnen der Region unterwegs. Mit dabei haben sie jede Menge Ehrlichkeit und Gesellschaftskritik. Tanzbare Songs und Singalong-Material geben sich die Klinke in die Hand.

Bei der Gruppe "March" versprühen die Musikfans den Drang, sich die Seele aus dem Leib zu tanzen. Sie bringen immer wieder ihre Fans dazu einen Gang hochzuschalten. Das Quartett aus den Niederlanden und Belgien mischt Punk und Rock Elemente, knackige Gitarren-Riffs und raue Vocals, ohne dabei ihre positive Message zu vernachlässigen.

Die "Chefdenker" sind seit 2002 fest in der Deutschen Punk-Szene verankert. Die Kölner Band beschreibt sich selbst so: Textlich liefern "Chefdenker" einen der bedeutendsten Beiträge zur abendländischen Geistesgeschichte überhaupt. Den Abschluss bildete die Band "Rantanplan". Die Hamburger Ska-Punk-Legenden haben inzwischen zehn Alben veröffentlicht. Ihr Rezept ist so einfach wie genial: Gitarre, Bass, Schlagzeug, Gesang, Trompete, Posaune, hier und da etwas Orgel, fertig. Solide liefern sie gutgemachte Rockmusik mit intelligenten Texten und charmanten Bläsersätzen am laufenden Band.

Mit großem Applaus wurden die Musiker nach rund sechs Stunden gegen Mitternacht vom begeisterten Publikum verabschiedet. Die wahrscheinlich längste Anfahrt hatten Oliver, Sandra und Laura aus Neunkirchen. Sie haben die rund 240 Kilometer lange Anreise auf sich genommen, weil sie unbedingt ihre Lieblingsband "Rantanplan" live erleben wollten. Hier in Münster waren sie zum ersten Mal und fanden die Location gut.

Außer Rand und Band war der kleine Diego, der mit seiner Patentante Joanna aus Limburg angereist war und sich mit Ohrschutz, einem Kopfhörer, bis nah an die Bühne wagte und mit seiner Patentante vor der Bühne wirbelte. Seine Mutter Nicy beobachtete sein wildes Treiben aus sicherer Entfernung, während Joannas Mann Janni bei der Band "Road Rage" den Bass spielte.

Alex Falk dankte allen Fans für ihr kommen und den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern für ihren selbstlosen Einsatz, mit dem sie für einen reibungslosen Ablauf sorgten. Dieses Festival in der Light Ausführung mache auf jeden Fall Lust auf mehr.

Helmut Volkwein

Der kleine Diego, zum Gehörschutz mit Kopfhörer ausgerüstet, und seine Patentante Joanna aus Limburg genossen das verkleinerte Seepogo-Festival am Lago Alfredo in vollen Zügen.

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