Noch sind Jessica Fischer und ihre Tochter Lara mit den Fahrrädern auf der Landesstraße unterwegs. Doch schon bald haben sie die Möglichkeit, den neuen Radweg zu nutzen.
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Noch sind Jessica Fischer und ihre Tochter Lara mit den Fahrrädern auf der Landesstraße unterwegs. Doch schon bald haben sie die Möglichkeit, den neuen Radweg zu nutzen.

Neue Strecke für Radler

Selters: Mit dem Fahrrad durch das Laubustal

  • Tobias Ketter
    VonTobias Ketter
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Neuer Radweg kostet die Gemeinde mindestens 100 000 Euro

Selters -Gute Nachrichten für alle Radsportler aus der Gemeinde Selters und Umgebung. Der Laubustalradweg nimmt Formen an. Die Trasse ermöglicht es künftig, von dem Fernradweg durch den Goldenen Grund, der von Bad Camberg nach Limburg führt, auf den Weiltalweg zu gelangen. Die neue Strecke soll von Oberbrechen über Weyer, Münster und Wolfenhausen bis nach Laubuseschbach führen.

Bereits im Oktober des vergangenen Jahres wurde ein rund 500 Meter langer Streckenabschnitt vom Weyrer Wald bis zum Hochbehälter Bott-Eder mit Schotter und einer wassergebundenen Decke ausgebaut. Weitere Arbeiten in der Gemarkung Münster (Gemeinde Selters) sind für die kommenden Monate geplant.

"Der Ausbau ist in mehrere Abschnitte gegliedert", sagt Bauamtsleiter Benjamin Zabel. Die weiterführende Trasse vom Hochbehälter Bott-Eder bis zum Hof Waldeck sei bereits asphaltiert, so dass es dort keine weiteren Baumaßnahmen gebe. Die Querung der Kreisstadt 468 werde allerdings noch mit entsprechenden Hinweisschildern ausgestattet. "Der nächste Schritt ist der Ausbau des Weges zwischen dem Hof Waldeck und dem Lago Alfredo", erklärt Zabel. Die Arbeiten an Ort und Stelle sollen noch in 2021 beginnen. Von dem Münsterer See aus führt die Trasse dann künftig weiter in Richtung des Weilmünsterer Ortsteils Wolfenhausen.

Keine Fördergelder für die Kommune

Die Gemeinde Selters muss laut dem Bauamtsleiter insgesamt zwischen 100 000 und 120 000 Euro für den neuen Radweg bezahlen. Förderungen können nach dem Kenntnisstand der Kommune im Goldenen Grund nicht in Anspruch genommen werden. Zuschüsse seien nämlich mit Mindeststandards für den Ausbau verknüpft, welche die Maßnahme derart kostspielig machen würde, so dass diese nicht mehr realisierbar wäre.

Das Gesamtprojekt soll entweder 2023 oder 2024 abgeschlossen werden. Ab wann die Radsportler letztlich den Laubustalweg nutzen können, hängt nicht nur von Selters ab, sondern auch von den anderen beteiligten Kommunen (Brechen, Villmar und Weilmünster). "In Abstimmung mit den Gemeinden wurde festgelegt, dass jede Kommune ihre Streckenabschnitte in Eigenregie realisiert", sagt Zabel. Die Bürgermeister und Bauämter stünden in regelmäßigem Kontakt, um die Anbindungen an die jeweiligen Nachbargemeinden abzustimmen.

Die Projektplanung für den Laubustalradweg hat übrigens bereits im Jahr 2011 begonnen. Doch wieso hat es so lange gedauert, bis mit den Bauarbeiten gestartet werden konnte? "Es gab während der vergangenen Jahre die verschiedensten Trassenvarianten in den einzelnen Gemarkungen der beteiligten Kommunen", erklärt der Bauamtsleiter von Selters. Diese seien aufgrund von neuen Erkenntnissen sowie Interessen mehrfach angepasst worden. "Die ursprüngliche Variante, die Trasse ausschließlich durch das Laubustal zu führen, konnte aufgrund unlösbarer Grundstücksverhältnisse in der Nachbarkommune Villmar nicht umgesetzt werden", berichtet Zabel. "Gerne hätte die Gemeinde Selters den Talweg realisiert, doch dies ist nun mal nicht möglich."

Die letztlich beschlossene Trassenführung hat in der Vergangenheit besonders bei Bürgern aus Münster für Unverständnis gesorgt, da die Strecke zwischen dem Weyrer Wald und dem Lago Alfredo keineswegs eben verläuft. Auch Ortsvorsteherin Doris Dietrich (SPD) hat sich den eigenen Angaben zufolge einen Radweg ohne Anstiege gewünscht. "Dies ist aber leider nicht machbar. Ich befürchte, dass viele Radfahrer weiterhin die Landesstraße 3021 zwischen Münster und Weyer nutzen werden, anstatt den hügeligen Umweg in Kauf zu nehmen", sagt die Sozialdemokratin. Sie hofft aber trotzdem, dass die Bauarbeiten schnell voranschreiten. Das Vorhaben ziehe sich schließlich schon seit einigen Jahren in die Länge und es müsse nun zügig umgesetzt werden.

"Grundsätzlich ist der Laubustalradweg ein tolles Projekt", betont Dietrich. Es sei wichtig, mehr Strecken für Radfahrer zu schaffen. Dies komme nämlich auch dem Klimaschutz zugute. Darüber hinaus hofft die Ortsvorsteherin, dass durch den Radweg künftig mehr Menschen in Münster anhalten und sich "das schöne Dorf" anschauen. "Dies könnte dann auch den örtlichen Restaurants helfen", so Dietrich.

Gastronomie soll profitieren

Benjamin Zabel teilt die Meinung der Ortsvorsteherin. "Die betroffenen Ortsteile und deren Gastronomie sollen profitieren", sagt er. Mit Hilfe von Infotafeln entlang des Radweges könne außerdem die Möglichkeit geschaffen werden, den Sportlern einiges Wissenswertes über die Region mitzuteilen. "Es ist grundsätzlich festzustellen, dass immer mehr Menschen Erholung in der heimischen Region suchen", berichtet der Bauamtsleiter. Das E-Bike mache es für nahezu jedermann möglich, auch im Mittelgebirgsraum alle Anstiege zu überwinden.

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