Das Freibad in Niederselters ist noch geschlossen. In gut zwei Wochen soll aber geöffnet werden.
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Das Freibad in Niederselters ist noch geschlossen. In gut zwei Wochen soll aber geöffnet werden.

Nach langer Diskussion

Selters: Das Schwimmbad öffnet in etwa zwei Wochen

  • vonPetra Hackert
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Maximal 150 Gäste dürfen zeitgleich kommen und 50 im Wasser sein. Jeden Tag soll es zwei Schichten geben.

Selters -Die Entscheidung fiel am Donnerstagnachmittag: Das Selterser Freibad in Niederselters wird öffnen, voraussichtlich zum 15. Juli. Der Gemeindevorstand hat sich in nicht-öffentlicher Sitzung dafür ausgesprochen. "Voraussetzung ist, dass Personal für die Badeaufsicht zur Verfügung steht. Ein entsprechendes Hygiene- und Zugangskonzept ist zu erstellen, die entsprechenden Vorbereitungen sind zu treffen", so Bürgermeister Bernd Hartmann (parteilos). Öffentlich war das Ganze am Abend vorher Thema in der ersten Sitzung der Gemeindevertretung Selters seit Corona.

Als Vorlage diente ein gemeinsamer Beschluss des Haupt- und Finanzausschusses (HFA) sowie des Ausschusses für die Bereiche Umwelt, Forsten, Jugend, Sport, Senioren, Soziales und Kultur, der vorsah, dass für eine mögliche Öffnung etwa 100 000 Euro überplanmäßig zur Verfügung gestellt werden sollen. Ob, wann und in welcher Form das Freibad öffnet, sollte der Gemeindevorstand je nach Anpassung/Lockerung der entsprechenden aktuellen Verordnungen bezüglich Corona entscheiden. Auch die Verfügbarkeit von geeignetem Personal wäre zu klären.

Nutzer müssen sich

vernünftig verhalten

Wichtiger Punkt: Eine Deckung der Mehrausgaben ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht gegeben. Nach kontroverser Diskussion ergab die Abstimmung 19 Ja-Stimmen, sechs Nein-Stimmen und eine Enthaltung. Manuel Böcher (CDU) hatte zunächst betont, dass dieser Beschluss kein "Daumen rauf oder Daumen runter" sei, sondern damit lediglich der nötige Kostenrahmen freigegeben werden solle. Die Entscheidung liege beim Gemeindevorstand richtig. Dieser sei näher dran und könne die notwendige Personallage einschätzen.

Uli Finger (SPD) bekräftigte seine Haltung für eine Öffnung des Bades. Gerade für Senioren, Kinder und Jugendliche gebe es in diesem Jahr keine Freizeitangebote. Wichtig findet Finger auch, dass mehr Kinder schwimmen lernen. Etwa 60 Prozent aller Kinder könnten nach der Grundschule nicht schwimmen. "Es kann nicht sein wie in den Jahren zuvor", sagte Finger, ist aber davon überzeugt, dass sich die Menschen bei einer Öffnung vernünftig verhalten würden.

Verständnis, für eine Öffnung zu werben, zeigte Evelyn Schütz (FWS). Es gebe aber auch Bedenken, sagte sie. Für den Einlass ins Bad solle niemand benachteiligt werden, das wäre aber durch Begrenzung der Zahl der Badegäste der Fall. Auch machte sie deutlich, dass eine Öffnung mit zusätzlichen Ausgaben bei geringeren Einnahmen verbunden wäre. Je nach Öffnungszeitpunkt gebe es nur eine halbe Badesaison. Ihre Fraktion habe das Thema kontrovers diskutiert. Sie sei aber dafür, das Bad nicht zu öffnen. "Eine Öffnung ohne die notwendige finanzielle Deckung ist nicht richtig", betonte sie. Auch die UWE-Fraktion habe das Thema kontrovers diskutiert, führte Peter Schnierer aus und machte klar, dass die bestehenden Corona-Regeln nicht überall ernst genommen würden. "100 000 Euro ohne Gegenfinanzierung auszugeben, halte ich für suspekt", sagte er.

Georg Horz (UWE) wies darauf hin, dass es gegenwärtig in Selters fünf mit Corona Infizierte gebe. Die DLRG habe einen Dienstplan für die mögliche Öffnung erstellt. Dieser beinhalte mehr als 400 Dienste. Gemeldet hätten sich aber lediglich sieben Leute.

So wird in

Selters gebadet

150 Personen maximal im Bad, 50 zeitgleich im Wasser sind erlaubt. Dies ergibt sich auch den Quadratmeterzahlen und den Berechnungen der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen, die dem Hygieneplan in Niederselters zugrunde liegen.

Zwei Zeitintervalle werden eingerichtet, von 10 bis 14 Uhr (Kassenschluss 13.30 Uhr, Badeschluss 13.45 Uhr) sowie von 15 bis 19 Uhr (Kassenschluss 18.30 Uhr, Badeschluss 18.45 Uhr).

Es gibt ein Online-Buchungssystem mit Slotreservierung und Vorabbezahlung, um Warteschlangen vor der Kasse zu vermeiden. Die notwendigen Daten werden im Vorfeld erfasst. Es gibt keine Saison- oder Zehnerkarten.

Mundschutz ist beim Betreten des Bades im Kassenbereich zu tragen.

Warmduschen und Sammelumkleiden bleiben geschlossen, zwei Toiletten werden geöffnet.

Es gibt keine Garderoben- und Wertschließfächer, keine Bänke im Bad (zu hoher Desinfektionsaufwand).

Kinder bis einschließlich zwölf Jahre dürfen nur in Begleitung eines Erwachsenen aus demselben Hausstand kommen.

Im Schwimmerbecken gibt es zwei "Schwimmautobahnen" mit maximal acht Gästen pro Bahn. Überholen und am Rand stehen ist verboten. Daher bleibt auch die Ein-Meter-Plattform gesperrt.

Die Kinderrutsche am Nichtschwimmerbecken bleibt zur Vermeidung von Warteschlangen gesperrt.

Sprudelbänke und Massagedüsen sind abgeschaltet (wegen der Abstandsregel).

Die DLRG kann nach Ende der Öffnungszeit trainieren.

Um den Ablauf zu vereinfachen, wird der öffentliche Fußweg vor dem Bad (Richtung Rewe) gesperrt und als Wartezone für die Kasse ausgewiesen. Auch der Beachvolleyballplatz bleibt gesperrt.

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