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Selters: Wacken-Festival: "Ein Muss für jeden Musikliebhaber"

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Von: Tobias Ketter

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Rüdiger Weil (sitzend links) besuchte das Festival gemeinsam mit seinem Bruder sowie dessen Ehefrau und Söhnen.
Rüdiger Weil (sitzend links) besuchte das Festival gemeinsam mit seinem Bruder sowie dessen Ehefrau und Söhnen. © Privat

Lokalpolitiker Rüdiger Weil berichtet von seinen außergewöhnlichen Erlebnissen

Selters -Normalerweise debattiert Rüdiger Weil in der Gemeindevertretung von Selters und im Kreistag über die wichtigen Themen in der Region. Doch am vergangenen Wochenende erlebte der Sozialdemokrat ein Kontrastprogramm. Der 45-Jährige aus Niederselters besuchte nämlich das Wacken-Festival in Norddeutschland. Gemeinsam mit 85 000 anderen Musikliebhabern genoss er atemberaubende Konzerte auf insgesamt neun Bühnen und die besonderes Stimmung auf dem Zeltplatz.

"Ich war das erste Mal bei dem Festival dabei", sagt Weil. Sein Bruder habe sich vor einigen Monaten für die Karten beworben. "Eigentlich wollte er mit seiner Frau, seinen beiden Söhnen sowie seiner Tochter nach Wacken fahren", berichtet der SPD-Politiker und Marketingleiter. Da die Tochter aber dann schwanger geworden sei, habe Weil letztlich die fünfte Eintrittskarte bekommen.

Langer Stau vor den Zeltplätzen

Die Packliste war recht kurz. "Ich nahm ein Zelt, eine Isomatte, einen Schlafsack und ausreichend Wasser sowie Bier mit", erzählt der 45-Jährige. Auf einen Grill und frisches Essen habe er aufgrund der hohen Temperaturen und der fehlenden Kühlmöglichkeiten verzichtet. Am Mittwoch, 3. August, gegen 20.30 Uhr startete dann das Abenteuer Wacken. "Unsere Zelte konnten wir letztlich erst um halb fünf in der Früh aufstellen, da sich unmittelbar vor den Zeltplätzen ein langer Stau gebildet hatte", so der Sozialdemokrat.

Während der darauffolgenden Tage funktionierte dann aber alles reibungslos. Längere Wartezeiten beim Einlass auf das Festivalgelände habe es nicht gegeben. Rüdiger Weil schaute sich insgesamt zwölf Konzert an. "Die Band Judas Priest war mein persönlicher Höhepunkte", sagt er. Und auch die Gruppe New Model Army sei wirklich gut gewesen. Darüber hinaus habe ihn der 70-jährige Musiker Udo Dirkschneider, der früher zur Band Accept gehörte, und die Gruppe In Extremo begeistert. "Etwas enttäuscht war ich von Slipknot. Der Auftritt war nicht so gut, wie ich ihn mir vorgestellt habe", teilt Weil mit. Insgesamt seien besonders die älteren Musiker herausragend gut gewesen.

Der Sozialdemokrat besuchte das Festival aber nicht nur wegen der Bands. Vielmehr genoss er auch die tolle Atmosphäre auf dem Zeltplatz. "Wir hatten täglich Kontakt zu anderen Musikfans", sagt Weil. Die kroatischen Zelt-Nachbarn seien besonders nett gewesen. Der 45-Jährige und seine Mitreisenden duellierten sich regelmäßig mit anderen Festivalbesuchern beim Geschicklichkeitsspiel Flunky Ball. "Das gesellige Miteinander war einfach fantastisch. Die Leute haben sich gegenseitig stets geholfen", betont der Niederselterser. Streit oder gar Schlägereien hat Weil den eigenen Angaben zufolge nicht erlebt. In der "Zelt-Stadt" gab es für die Gruppe aus Selters allerhand zu entdecken. Besonders beeindruckt war der Lokalpolitiker von einem großen Sattelschlepper, welcher inmitten der Zelte stand. Dieser sei von einer großen Clique als Schlafplatz genutzt worden.

Anregungen für Feste gesammelt

"Das Festival war wirklich super organisiert. Ich konnte einige Anregungen für heimische Feste mitnehmen", sagt Rüdiger Weil. Unter anderem sei der bargeldlose Zahlungsverkehr an den Getränke- und Essensständen eine wirklich gute Lösung. Die Besucher konnten sich nämlich ein Guthaben auf ihre Festival-Bändchen, die jeder beim Einlass bekam, laden und damit überall bezahlen. Sehr gefreut hat den Marketingleiter außerdem, dass nahezu alle Helfer aus der Gegend um Wacken kamen. Es seien viele Studenten aus der Umgebung dabei gewesen. Und auch das Treiben auf dem Zeltplatz war laut Weil gut organisiert. "Man konnte mit den Autos direkt neben den Zelten parken", erklärt er. Das ist übrigens bei einigen anderen Festivals nicht möglich.

Am Sonntagvormittag reiste die Gruppe um Rüdiger Weil dann wieder nach Hause. Trotz eines recht hohen Eintrittspreises von rund 270 Euro bereut der Niederselterser den Trip nach Wacken in keinster Weise. "Für jeden zwischen 16 und 70 Jahren war etwas dabei. Von Balladen bis Death-Metal war alles vertreten", sagt er. Einmal im Leben sei der Besuch des Festivals ein Muss für jeden Musikliebhaber. "Es ist sehr beeindruckend, dass ein 3000-Seelen-Dorf es Jahr für Jahr schafft, so viele Menschen glücklich zu machen", resümiert der SPD-Politiker. Die Hauptorganisatoren kämen nämlich auch heute noch allesamt aus dem kleinen Ort.

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