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Selters: Waldbrand sorgt für Großeinsatz

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Von: Tobias Ketter

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Rund 150 Einsätzkräfte kämpften gegen die Flammen im Erdbeerwäldchen.
Rund 150 Einsätzkräfte kämpften gegen die Flammen im Erdbeerwäldchen. © Tobias Ketter

60 000 Quadratmeter Fläche zwischen Münster und Wolfenhausen betroffen. Die Ursache ist noch unklar

Selters -Feuer im Laubustal: Am Mittwochmittag ist zwischen dem Selterser Ortsteil Münster und dem Dorf Wolfenhausen, das zum Marktflecken Weilmünster gehört, ein Waldbrand ausgebrochen. Große Rauchwolken waren über mehrere Kilometer hinweg zu sehen. In ganz Münster roch es nach Qualm. Auf einer Fläche von rund 60 000 Quadratmetern wurden nahezu alle Bäume, Büsche und weitere Pflanzen zerstört. Glücklicherweise wurde niemand verletzt. "Die Brandursache ist derzeit absolut unklar", berichtete Ulrich Stath, Gemeindebrandinspektor von Selters, am gestrigen Nachmittag.

Gegen 12 Uhr mittags brach das Feuer im sogenannten Erdbeerwäldchen aus. Es handelt sich dabei um ein Waldstück nahe der Landesstraße 3021, die von Münster nach Wolfenhausen führt. Die Strecke war über mehrere Stunden hinweg voll gesperrt. Eine nahe gelegene und bewohnte Mühle musste nicht evakuiert werden, da es den Einsatzkräften gelang, den Waldbrand nach rund zweieinhalb Stunden vollständig in den Griff zu bekommen.

Feuerwehren aus sieben Kommunen kämpften gegen die Flammen an. "Es waren Einsatzkräfte aus Limburg, Weilburg, Selters, Weilmünster, Brechen, Villmar und Hünfelden an Ort und Stelle. Wir wurden über die Leitstelle informiert, dass es bei uns brennt", sagte Björn Schulz von der Münsterer Feuerwehr. Insgesamt seien mehr als 150 Personen an den Löscharbeiten beteiligt gewesen. Sie wurden von zwei Hubschraubern aus Egelsbach unterstützt. "Diese haben mit Außenbehältern von oben gelöscht", sagte Ulrich Stath.

Und auch die heimischen Landwirte beteiligten sich. Sie transportierten mit großen Gülle-Fässern Wasser aus dem nahe gelegenen Lago Alfredo zum Einsatzort. Die Firma Forstservice Taunus, die sich um den Wald der Gemeinde Selters kümmert, entfernte währenddessen Gehölz, damit die großen Fahrzeuge der Bauern möglichst nahe an den Brandherd gelangen konnten.

"Das betroffene Waldstück gehört teilweise der Gemeinde und teilweise Privatleuten", sagte der Gemeindebrandinspektor. Gebiete vom dem in der Region zuständigen Forstamt Weilmünster seien nicht betroffen. Es handele sich um ein unübersichtliches und recht schwer zugängliches Gelände, auf dem sich jede Menge Totholz befunden habe. Trotz dieser Bedingungen gelang es den Einsatzkräften, das Übergreifen auf andere Waldstücke zu verhindern. "Der Brand konnte von uns in die Zange genommen und dann vollständig umschlossen werden", berichteten einige Feuerwehrleute aus der Gemeinde Hünfelden.

Gesamtes Gelände nach

Glutnestern abgesucht

Nachdem die Flammen gelöscht waren und sich die großen Rauchwolken verzogen hatten, begannen die Nacharbeiten. Dabei suchten die Einsatzkräfte das gesamte Gelände nach Glutnestern ab, um ein erneutes Entfachen des Feuers zu verhindern. Das Waldgebiet wurde außerdem gemulcht. "Wir werden hier sicherlich noch einige Stunden zugange sein", sagte Ulrich Stath am Nachmittag.

Nach dem kräftezehrenden Einsatz waren den Feuerwehrleuten die Anstrengungen deutlich anzusehen. Letztlich ist es ihnen zu verdanken, dass sich die Flammen nicht weiter ausgebreitet haben. Ein Brand in dieser Größenordnung habe es in der Region um Münster seit vielen Jahren nicht mehr gegeben, teilte Andreas Bautz von der Feuerwehr des kleinen Dorfes im Laubustal mit.

Waldbrandgefahr: Keine Kippen wegwerfen

und Autos nicht im Gras abstellen

Das Hessische Umweltministerium warnt aufgrund der sommerlichen Temperaturen und der Trockenheit weiterhin vor hoher Waldbrandgefahr in weiten Teilen des Landes. Die Alarmstufe A, die seit dem 18. Juli gilt, bleibt weiterhin bestehen. In Hessen gab es im Jahr 2022 bereits 160 Waldbrände. Dabei wurden Bäume und andere Pflanzen auf einer Gesamtfläche von 43 Hektar zerstört. Damit in den kommenden Wochen nicht noch viele weitere Brände ausbrechen, sollte die Bevölkerung unbedingt umsichtig handeln. Jörg Ahner, Leiter des Forstamtes Weilmünster, und Ulrich Stath, Gemeindebrandinspektor von Selters, haben deshalb einige wichtige Hinweise parat: "Im Wald sollte definitiv nicht geraucht und es sollten schon gar keine Kippen weggeworfen werden", sagt Ahner. Die Waldbrandgefahr erhöhe sich auch durch Zigaretten, die achtlos aus den fahrenden Autos geschmissen werden. Darüber hinaus sei das Abstellen von "heißen Fahrzeugen" auf trockenen Grasflächen unverantwortlich, da dadurch ebenfalls ein Feuer entfachen könne. Ulrich Stath ergänzt: "Grillen in Waldnähe ist derzeit sehr gefährlich und auch Glasflaschen sollten wirklich nicht einfach sorglos weggeworfen werden", sagt er. Wer einen Waldbrand bemerkt, wird gebeten, unverzüglich die Feuerwehr unter der Notrufnummer 112 zu informieren.

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