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Zwei ehemalige Selterser Bürgermeisterkandidaten unterstützen Benjamin Zabel

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Von: Petra Hackert

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Die zwei Kontrahenten um das Bürgermeister-Amt Benjamin Zabel und Jan Pieter Subat mit der Verwaltungschefin aus Hünfelden, Silvia Scheu-Menzer (von rechts).
Die zwei Kontrahenten um das Bürgermeister-Amt Benjamin Zabel und Jan Pieter Subat mit der Verwaltungschefin aus Hünfelden, Silvia Scheu-Menzer (von rechts). © Petra Hackert

Ist das entscheidend für die Stichwahl am 27. März?

Selters -Sein Name hat Gewicht: Am Sonntag hat sich der Vorsitzende der Selterser SPD-Fraktion in der Gemeindevertretung Rüdiger Weil entschieden, sich öffentlich für den Bürgermeisterkandidaten Benjamin Zabel auszusprechen. Martin Rumpf, Vorsitzender der mitgliederstarken LSG Goldener Grund zieht nach. Beide sind ehemalige Bürgermeisterkandidaten. Vor zwölf Jahren, als es um die Nachfolge des damaligen Bürgermeisters Dr. Norbert Zabel (CDU, Benjamin Zabels Vater) ging, hatte sich Bernd Hartmann in der Stichwahl gegen Rüdiger Weil durchgesetzt. Hartmann war bis dahin Hauptamtsleiter in Selters gewesen. Er ist parteilos und erhielt seinerzeit die Unterstützung der CDU.

Die CDU gibt keine Empfehlung ab

Das ist jetzt anders: Für keinen der beiden Kandidaten in der Stichwahl gibt es eine Wahlempfehlung der Christdemokraten. Wie Manuel Böcher, jetzt Selterser CDU-Parteivorsitzender und seit fast einem Jahr Vorsitzender der dortigen Gemeindevertretung, erklärt, habe keiner der beiden Kandidaten wegen einer solchen Unterstützung angefragt, auch nicht CDU-Mitglied Benjamin Zabel. Das sei damals, als es um die Wahl von Bernd Hartmann ging, anders gewesen. Dieser sei auf die Christdemokraten zugekommen.

Die Sache ist noch etwas komplizierter: Seit knapp einem Jahr gibt es in der Selterser Gemeindevertretung sechs Fraktionen - weil die Grünen hinzugekommen sind und weil sich die CDU fast unmittelbar nach der Kommunalwahl im März 2021 gespalten hat.

Die Selters Union unterstützt Zabel

Die Selters Union (SU), in der sich vorwiegend die Niederselterser wiederfinden, gibt ihre Position bekannt: "Wir unterstützen Benjamin Zabel", erklärt Marcel Fink. "Benjamin Zabel ist engagiert und schon sein ganzes Leben für die Gemeinde aktiv, nicht erst seit er als Bürgermeister kandidiert." Fink war vor der Spaltung Manuel Böchers Vorgänger als Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbands. Der jetzige Fraktionsvorsitzende der SU Wolfgang Sandner wiederum war Böchers Vorgänger im Vorsitz der Gemeindevertretung.

SPD, FWS, UWE und Grüne bleiben neutral

Finks Einschätzung von Benjamin Zabels Arbeit deckt sich mit den Eindrücken Rüdiger Weils und Martin Rumpfs. Weil, der großen Wert darauf legt, nicht für die Partei, sondern für sich persönlich zu sprechen, sagt: "Benjamin Zabel ist ein Vereinsmensch und überall aktiv. Er kennt die Sorgen und Nöte sowie die Besonderheiten der Vereine in Haintchen, Münster, Eisenbach und Niederselters." Er traue ihm zu, die Gemeinde weiterzuentwickeln. Martin Rumpf: "Ich halte ihn für den Richtigen, die Gemeinde und ihre vier Ortsteile zusammenzubringen und das Zusammenwachsen zu fördern."

Die SPD werde keine Wahlempfehlung abgeben, rufe aber dazu auf, zur Wahl zu gehen, sagt Rüdiger Weil mit Blick auf die Wahlbeteiligung. Die lag beim letzten Mal nur bei 52,7 Prozent. "Wenn nur die Hälfte zur Wahl geht und einer der beiden etwas mehr als die Hälfte der Stimmen bekommt, dann ist das immer noch nur ein Viertel der Selterser", sagt auch Martin Rumpf. Also: "Wir hoffen, dass möglichst viele zur Wahl gehen", appelliert Rüdiger Weil. Letzteres teilen die übrigen Fraktionen.

Eine Wahlempfehlung werden die Freien Wähler Selters (FWS), die Unabhängigen Wähler Eisenbach (UWE) und Bündnis 90/Die Grünen ebenfalls nicht geben.

Evelyn Schütz (FWS) stellt fest: "Wir verhalten uns neutral und haben uns auch bisher absichtlich nicht geäußert. Ich habe das Bürgermeisterkandidatenforum Ihrer Zeitung zwei Stunden interessiert verfolgt. Die Leute sollen sich selbst ein Bild machen und selbst entscheiden."

Lo Siegmund, Fraktionsvorsitzender der UWE: "Wir haben schon bei der letzten Bürgermeisterwahl keine Empfehlung abgegeben und wollen es auch diesmal nicht tun. Es ist eine Personenwahl, und die Bürger sollen sich ihr eigenes Bild machen." - Emilia Illion (Bündnis 90/Die Grünen): "Wir Grüne haben entschieden, uns neutral zu verhalten. Jeder kann für sich selbst und alleine entscheiden."

So weit also das Stimmungsbild bei den politischen Fraktionen in Selters. Es sieht nach einem spannenden entscheidenden Wahlgang am Sonntag, 27. März, aus. Die Ergebnisse der beiden Favoriten lagen schon beim letzten Mal dicht beieinander. Jan Pieter Subat führte mit 47,7 Prozent der Stimmen. Benjamin Zabel erhielt 46,5 Prozent. Der dritte Kandidat Jochen Weeber schied mit 5,8 Prozent aus.

Subat (51) und Zabel (40) sind beide Bauamtsleiter, Subat in Bad Camberg, Zabel in seinem Heimatort Niederselters. Die Familie Subat lebt seit zwei Jahrzehnten in Niederselters. petra hackert

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