Einfach so einkaufen klappt nach der neuen Allgemeinverfügung nicht mehr. Aber wer einen Termin vereinbart, darf weiterhin unter bestimmten Auflagen shoppen gehen.
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Einfach so einkaufen klappt nach der neuen Allgemeinverfügung nicht mehr. Aber wer einen Termin vereinbart, darf weiterhin unter bestimmten Auflagen shoppen gehen.

Inzidenz im Westerwald an drei Tagen über 100

Shopping nur noch mit Termin und Ausgangssperre

Lockerungen werden zurückgefahren, weil es zu viele neue Corona-Fälle gibt

Es ist wie in vielen Landkreisen Deutschlands: Es gibt wieder einen starken Anstieg neuer Corona-Fälle - wohl nicht zuletzt wegen der britischen Mutation des Virus. Auch im Westerwaldkreis ist die Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen auf über 100 gestiegen, deshalb wird eine Anordnung des Landes wirksam. In einer Allgemeinverfügung sind ergänzende Vorschriften zusammengefasst, die Landrat Achim Schwickert mit Wirkung ab dem morgigen Donnerstag, 25. März, erlassen hat. Zu den Inhalten der Allgemeinverfügung gehören:

So müssen gewerbliche Einrichtungen wieder grundsätzlich für den Kundenverkehr schließen, Auch Außengastronomie - soweit bereits geöffnet - muss nun wieder geschlossen werden. Abhol-, Liefer- und Bringdienste beispielsweise der Gastronomie und des Einzelhandels sind nach Bestellung unter Beachtung der Corona-Schutzmaßnahmen zulässig. Ebenfalls erlaubt ist das Öffnen für einzelne Kunden nach Einzelterminvergabe - unter bestimmten Auflagen. Von den Schließungen sind jedoch ausgenommen Einzelhandel für Lebensmittel, Direktvermarkter von Lebensmitteln, Getränkemärkte, Drogerien, Babyfachmärkte, Verkaufsstände auf Wochenmärkten, deren Warenangebot den zulässigen Einzelhandelsbetrieben entspricht, Apotheken, Sanitätshäuser, Reformhäuser, Tankstellen, Banken und Sparkassen, Poststellen, Reinigungen, Waschsalons, Zeitungs- und Zeitschriftenverkauf, Buchhandlungen, Baumärkte, Tierbedarfsmärkte und Futtermittelmärkte, Großhandel, Blumenfachgeschäfte, Gärtnereien, Gartenbaubetriebe und Gartenbaumärkte.

Körpernahe Dienstleistungen müssen wieder schließen, wenn der vorgegebene Abstand der Landesverordnung nicht eingehalten werden kann - beispielsweise in Kosmetikstudios, Wellnessmassagesalons, Tattoo- oder Piercing-Studios und ähnlichen Betrieben. "Erlaubt sind Dienstleistungen, die medizinischen oder hygienischen Gründen dienen; Friseure dürfen geöffnet bleiben", teilt die Kreisverwaltung mit.

Training und Wettkampf im Amateur- und Freizeitsport in Mannschaftssportarten und im Kontaktsport sind wieder untersagt. Die sportliche Betätigung im Amateur- und Freizeitsport in Einzelsportarten auf und in allen öffentlichen und privaten Sportanlagen ist nur im Freien und nur alleine, zu zweit oder mit Personen, die dem eigenen Hausstand angehören, zulässig.

Spaziergang mit

dem Hund erlaubt

Ab Mitternacht, 25. März, gilt dann im gesamten Westerwaldkreis auch erstmals eine Ausgangssperre im Zeitraum von 21 Uhr bis 5 Uhr am Folgetag. "Das eigene Haus oder die eigene Wohnung darf in diesem Zeitraum dann nur mit triftigem Grund verlassen werden, wie beispielsweise zur Ausübung beruflicher Tätigkeiten, zur Abwendung einer unmittelbaren Gefahr für Leib, Leben und Eigentum oder zur Inanspruchnahme von akut notwendigen medizinischen oder veterinärmedizinischen Versorgungsleistungen", heißt es in der Mitteilung des Kreises. Auch der Besuch von Ehe- und Lebenspartnern, Lebensgefährten, von Verwandten in gerader Linie, Alten, Kranken oder Menschen mit Einschränkungen (außerhalb von Einrichtungen) und die Wahrnehmung des Sorge- und Umgangsrechts sind während der Ausgangssperre gestattet. Weitere Ausnahmen: Erlaubt ist ebenfalls die Begleitung und Versorgung von unterstützungsbedürftigen Personen und Minderjährigen, die Begleitung Sterbender und von Personen in akut lebensbedrohlichen Zuständen. Auch Tiere dürfen in dieser Zeit ausgeführt werden - allerdings nur alleine. Die Jagd zur Absenkung des Risikos einer Ausbreitung von Tierseuchen ist auch als Ausnahme geregelt.

Die neue Allgemeinverfügung berührt allerdings nicht die aktuell geltende Situation in Kitas und Schulen, da der Westerwaldkreis die zu erwartenden Regelungen des Landes abwarten wird.

Schwickert bedauert, dass die Westerwälder sich wieder auf neue Regelungen einstellen müssen. "Aber wir haben leider keinerlei Spielräume. Die Vorgaben des Landes zwingen uns dazu, bei einer an drei Tagen hintereinander den Wert von 100 übersteigenden Inzidenz, die entsprechende Allgemeinverfügung zu erlassen", so der Landrat. Schwickert appelliert an Bund und Land, Maßnahmen zu finden, die den Menschen wieder Perspektiven bieten und aus dem Lockdown führen.

"Aber jetzt haben wir auch im Westerwaldkreis erst einmal die dritte Welle vor der Brust. Ich hoffe, dass wir diese auch wieder wie die ersten beiden Wellen einigermaßen glimpflich meistern." Dazu wiederholt der Landrat nochmals seine eindringliche Bitte: "Es ist für alle mühsam und viele können es nicht mehr hören, aber zum Selbstschutz und zum Schutz anderer und damit zur Eindämmung der Pandemie müssen wir uns solidarisch an die geltenden Regeln halten."

Die neue Allgemeinverfügung gilt zunächst bis 11. April. red

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