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Die Tänzerinnen der Tanzgruppe Energetic bei ihrem Tanz "Survivor".

Nächstes Jahr geht es für die Mädels aus Aar-Einrich nach Portugal

Sie tanzen sich zur Weltmeisterschaft in Lissabon

  • vonYannick Wenig
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Die Showtanzgruppe Energetic des TuS Katzenelnbogen/Klingelbach hat sich per Video beworben

Riesengroß war der Jubel als Trainerin Jessica Miller ihren Tänzerinnen, die gebannt vor ihren Rechnern Platz genommen und sich per Video-Call zugeschaltet hatten, die frohe Kunde überbrachte: Die Showtanzgruppe Energetic des TuS Katzenelnbogen/Klingelbach ist bei der World Gym for Life Challenge 2021, der Weltmeisterschaft des internationalen Turnerbundes (FIG), in der portugiesischen Hauptstadt Lissabon dabei.

Aber der Reihe nach: Im Frühjahr 2020 schickte sich die 24-köpfige Tanzgruppe um Coach Jessica Miller an, ihrer neue Darbietung "Survivor" erstmals bei einem Tanzwettbewerb zu präsentieren. Bei der Premiere in Schönborn gab es prompt den ersten Sieg. Nur eine Woche später überzeugten die Energetic-Frauen auch die Juroren des Showtanzturniers in Niederneisen. Zwei Auftritte, zwei Siege. Doch was dann passierte war wahrlich nicht vorherzusehen und stelle die Wettkampfsaison der Tanzgruppe völlig auf den Kopf: Die Corona-Pandemie legte im März den Wettkampf- und Trainingsbetrieb lahm, der Siegeszug von Energetic wurde jäh gestoppt. "Das war eine besondere Situation. Schließlich besteht eine gewöhnliche Wettkampfsaison aus gut zehn Auftritten, aus Landes- und Bundesfinale", sagt Jessica Miller. "Gerade nach den beiden Erfolgen zu Anfang hatten wir uns das ganz anders vorgestellt."

Verschiedene

Konzepte entworfen

Aber: Aufgeben war für Jessica Miller nie eine Option. Es dauerte nicht lange, da hatte Miller gemeinsam mit ihren Co-Trainerinnen Julia Kaden und Jennifer Würmlin verschiedene Konzepte entworfen, wie es mit dem Training trotz Pandemie weitergehen kann. Und Not macht ja bekanntlich erfinderisch. So schalteten sich zunächst alle 27 Tänzerinnen der Gruppe Woche für Woche per Video-Call zu, um sich gemeinsam fitzuhalten und den Tanz vor laufender Webcam einzeln vorzutanzen. "Uns war sofort klar, dass wir eine Alternative finden müssen und dass wir uns als Team nicht von der schwierigen Situation unterkriegen lassen wollten. Das ist uns mit unseren Home-Workouts zunächst auch gut gelungen", so Miller. "Es hat wirklich geholfen um den Rhythmus beizubehalten und die Abläufe nicht aus den Augen zu verlieren", erzählt sie. "Außerdem haben wir uns riesig gefreut, dass wir uns regelmäßig sehen und uns austauschen konnten."

Als es die Situation in den Sommermonaten wieder zuließ, nutzte die Tanzgruppe den Kunstrasenplatz in Katzenelnbogen, um das gemeinsame Training zunächst unter Einhaltung aller geltenden Schutzmaßnahmen unter freiem Himmel wieder aufzunehmen. "Die Gesundheit aller stand dabei immer an erster Stelle. Nachdem wir wieder auch wieder Gruppentraining veranstalten durften haben wir so lange die Temperaturen mitspielten, weiter auf dem Kunstrasen trainiert", berichtet Jessica Miller. Erst dann ging es wieder in die Halle am Schulzentrum in Katzenelnbogen.

Hygiene- und Abstandskonzept

Hinter den Kulissen feilte die Trainerin aber längst an einem neuen Mammutprojekt, der Teilnahme an der World Gym for Life Challenge in Lissabon 2021. In den Sommermonaten kristallisierte sich mehr und mehr heraus, dass eine sportliche Qualifikation über den Deutschen Turnerbund (DTB) nicht stattfinden konnte. Stattdessen rief der DTB über seine Landesverbände ein Bewerbungsverfahren ins Leben, bei dem sich die Gruppen mit einem Video um eines von zehn Tickets nach Lissabon bewerben konnten. "Wir haben von der Möglichkeit gehört und alle Hebel in Bewegung gesetzt. Das war ein echtes Ziel, auf das wir hinarbeiten konnten", so Miller.

In eifriger Kleinarbeit organisierte Jessica Miller alles für den aufwendigen Videodreh. Die Halle, das Equipment, das Kamerateam und nicht zu vergessen sämtliche Hygiene- und Abstandskonzepte, um den reibungslosen Ablauf des Drehtages zu ermöglichen. "Alle haben mitgemacht und haben sich miteingebracht. Das hat richtig gut funktioniert", so Miller. "Ich war schon da unheimlich stolz auf meine Mädels."

Klar ist aber auch: Die Austragung der World Gym for life Challenge hängt natürlich mit der nationalen und internationalen Corona-Verordnungslage zusammen. Dennoch werden die Tänzerinnen alles versuchen, um die einzigartige Möglichkeit wahrzunehmen. "Das ist ein absoluter Traum für uns. Wir haben gezeigt, dass man auch in dieser schwierigen Zeit, seine größten Ziele verwirklichen kann", so Jessica Miller. "Wir werden uns bestmöglich vorbereiten. Alles Weitere können wir ohnehin nicht beeinflussen." Yannick Wenig

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