SPD: Derzeit keine Fusion

  • VonBurkhard Westerweg
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Die schrumpfende Mitgliederzahl lässt über die Zukunft des SPD- Ortsvereins Gückingen-Aull-Hambach nachdenken. Doch ein Zusammenschluss mit Altendiez wird derzeit abgelehnt.

Hans Kröller wirkt nicht besonders froh. Er sagt es auch: „Es macht mich nicht glücklich, im Gegenteil. Ich hoffe, dass es nicht dazu kommt.“ Das drohende Ende des SPD-Ortsvereins Gückingen--Aull-Hambach, durch einen NNP-Bericht unvermittelt in die Hauptversammlung getragen, ist an diesem Abend noch ein Stück näher gerückt. Wolfgang Linden (Aull), der im Gegensatz zu Kurt Wilhelm (Gückingen) als einer von zwei Ortsbürgermeistern im Verband für eine weitere Wahlperiode kandiert und den Blick nach vorn richtet, würde einen Zusammenschluss mit Altendiez begrüßen. Eine größere Gruppe – Altendiez ist die Nummer drei im Landkreis – könnte „vielleicht mehr Einfluss“ bescheren. Zwei Jahre nach dem 50-jährigen Bestehen möchte Linden, immerhin stellvertretender Vorsitzender, mit den anwesenden Mitgliedern „darüber nachdenken“. Hans Kröller, er war als Mitbegründer mal das Aushängeschild der Sozialdemokraten in den drei Ortschaften, ist pikiert.

Die Augen vor der Entwicklung kann auch der Ehrenbürger nicht verschließen. Die Zahl der Mitglieder ist auf 22 zusammengeschrumpft, schon seit geraumer Zeit ist es für die Genossen schwer, die Vorstandsposten zu besetzen. Nach dem Abschied von Kurt Wilhelm aus dem Amt des Kassenwarts konnte zwar die Vakanz durch Marius Nebel aufgefangen werden. Doch das Interesse der Bevölkerung hat nachgelassen, es gibt keinen Nachwuchs.

Zukunftssorgen

Peter Heinbücher, kurzzeitig selbst mal Vorsitzender und in der Funktion des Schriftführers bestätigt, durfte ähnliche Erfahrungen bereits an anderer Stelle sammeln. Die Eintracht, die 2012 mangels Teilnehmer den Gesangsbetrieb einstellen musste, firmiert neuerdings als Bürger- und Kulturverein und arbeitet aktuell an einem Zusammenschluss mit den Gartenbauern.

Dass es um die SPD nicht gut bestellt ist, das musste Vorsitzender Helmut Fromme schon 2013 im Jahresbericht feststellen. Wie beschwörend sagt er nach den Vorstandswahlen, die ihn und Stellvertreter Wolfgang Linden im Amt bestätigen: „Bei den Wahlen in zwei Jahren haben wir hoffentlich wieder mehr Stimmzettel.“ Von den verbliebenen Mitgliedern ist nicht mal die Hälfte gekommen . . .

Ans Ende der Versammlung haben sie sich die Diskussion über den Fortbestand des Vereins gesetzt. Fromme hat zuvor die Themen Bundespolitik, große Koalition, 150 Jahre SPD in Obernhof, die „zähen Verhandlungen“ um den Vorsitz im Gemeindeverband und die Landratswahl aufgegriffen, betont, dass er Peter Heinbücher auf der Liste für den Verbandsgemeinderat gern „weiter vorn gesehen“ hätte und von „keinen offiziellen Bemühungen“ für einen Zusammenschluss gesprochen.

Vermutlich ist man an übergeordneter Stelle, wo man sich um die Existenzfähigkeit der kleineren Ortsvereine sorgt, schon etwas weiter. Nicht ohne Grund dürfte in einzelnen größeren Vereinigungen bereits darüber gesprochen werden, dass sich in absehbarer Zeit die Mitglieder den Genossen in der Umgebung anschließen könnten.

In Gückingen (Aull und Hambach eingeschlossen) wird das zum jetzigen Zeitpunkt abgelehnt.

Ein Gedankenaustausch in der Versammlung blieb eine schlüssige Antwort auf die Frage nach den Vorteilen schuldig, mehrheitlich sprachen sich die Anwesenden gegen Auflösung und Fusion mit einem anderen Ortsverein aus.

Abgestimmt wurde über das Thema nicht.

(hbw)

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