+
Mehr als 80 Jahre alt und nicht mehr zeitgemäß ist die Stadthalle Wirbelau. Sie soll nach dem Willen der Stadt einem Neubau weichen.

Neues Gebäude in 2020

Runkel: Stadthalle und Kita bald unter einem Dach?

  • schließen

Der Neubau eines Bürgerhauses mit integrierter Kindertagesstätte steht auf dem Investitionsplan der Stadt Runkel für das Jahr 2020. Bereits im Haushaltsentwurf für dieses Jahr stehen dafür 45 000 Euro – vorausgesetzt, das Stadtparlament gibt dafür in seiner Sitzung am 20. Februar grünes Licht.

Wirbelau - Sie sind in die Jahre gekommen, die Wirbelauer Stadthalle und die Kindertagesstätte. Aus Sicht des Magistrats der Stadt Runkel besteht kein Zweifel daran, dass die in den 1930-er Jahren errichtete Stadthalle reif für die Abrissbirne ist. Zugleich besteht laut Bürgermeister Friedhelm Bender (SPD) auch dringender Handlungsbedarf bei der Unterbringung von demnächst mehr als 40 Kindern, die in der Kindertagesstätte betreut werden. Denn das Gebäude, das noch aus den 50er Jahren stammt und in der sich früher die Volksschule befand, entspreche längst nicht mehr dem Stand der Zeit. Was also, so Bender, liegt näher, als beide Einrichtungen zusammenzuführen?

Viel hat sich nicht getan in dem Gebäude, in dem Bender noch selbst zur Schule gegangen ist. Zumindest was das Platzangebot angeht, ist die Kindertagesstätte auf dem Stand des Jahres 1974, als aus der ehemaligen Schule ein Kindergarten wurde. Besonders unbefriedigend ist aus Sicht von Bender, Ortsvorsteher Manfred Jost (SPD) und Erzieherin Sabrina Fiebicher die Tatsache, dass die Kita als Durchgang für den Trainingsraum der Tischtennisspieler des TuS Wirbelau benutzt wird. Nicht selten komme es vor, berichtet Fiebicher, dass sie morgens Glasflaschen und Zigarettenkippen vor der Tür entfernen muss. „Das ist nicht schön für die Kinder“, sagt sie.

Kein Turnraum mehr

Ärgerlich sei auch, dass die Kita keinen Turnraum mehr hat, der früher im Keller des Gebäudes untergebracht war. Die Stadt hat dessen Benutzung aus Sicherheitsgründen untersagt, wie Bender berichtet. Der Grund: Es gebe keinen ordentlichen Fluchtweg, und die steile Treppe hinab in den Keller sei für kurze Beine gefährlich. „Nicht auszudenken“, so Bender, „wenn da mal ein Kind hinunter fällt.“

Über eine Behelfstreppe durch das Fenster nach draußen – das ist der „Fluchtweg im alten Turnraum der Kita Wirbelau. Die Stadt zog nun die Notbremse. Von links: Manfred Jost, Friedhelm Bender und Sabrina Fiebicher.

Der Rest des Gebäudes verströmt den „Charme“ der 50er- und 60er-Jahre. Kein Ort, an dem viele Eltern ihre Kinder betreut haben wollen, wie Bender versichert. Von März an besuchen zehn unter Dreijährige und 34 über Dreijährige die Einrichtung. Demnächst kommt ein Kind mit Integrationsbedarf hinzu; Barrierefreiheit: Fehlanzeige. Vier Erzieherinnen arbeiten hier, zwei in Vollzeit, zwei in Teilzeit. Dazu kommt eine weitere Mitarbeiterin für drei Stunden pro Woche.

An eine Sanierung der Kindertagesstätte sei bereits gedacht worden, berichtet Bender. Ergebnis: Sie wäre unwirtschaftlich, zumindest wenn man die Stadthalle einbezieht. Denn: Ein Neubau von Stadthalle mit integriertem Kindergarten wäre mit knapp drei Millionen Euro sogar preiswerter als eine Sanierung beider Gebäude, die auf 3,1 Millionen Euro berechnet worden sei.

Dass auch in der Stadthalle Handlungsbedarf besteht – für Bender und Jost steht auch dies außer Zweifel. Nicht nur dass das fast 80 Jahre alte Gebäude schlecht isoliert sei und hohe Heizkosten verursache. Auch fehle es an Duschmöglichkeiten, einer Behindertentoilette und einem für den Sportbetrieb geeigneten Fußboden. Wünschenswert wäre aus Sicht der Wirbelauer Kommunalpolitiker auch eine Möglichkeit, den großen Saal teilen zu können, um ihn für kleinere Veranstaltungen attraktiv zu machen. Und schließlich sei auch die Bühne viel zu knapp bemessen, sagen Bender und Jost. Ziel sei es, eine Halle zu bauen, die auch den sozialen Erfordernissen des 21. Jahrhunderts gerecht würde. Und das bedeutet laut Bender: „Eine Begegnungsstätte schaffen, die Alt und Jung zusammenführt.“ Bender: „Es soll ein richtiges Dorfgemeinschaftshaus werden.“

Zuschüsse sichern

Die derzeitigen Pläne sehen vor, die Halle abzureißen und durch einen Neubau zu ersetzen, in dem auch die Kindertagesstätte des Dorfes ausreichend Platz hätte. Der Spielplatz und der große Parkplatz sollen den Plänen zufolge nicht angetastet werden, versichert Bender. Aus seiner Sicht drängt die Zeit, den Neubau möglichst schon 2020 in Angriff zu nehmen, um sich rund eine halbe Million Euro für den Kita-Neubau zu sichern. Ob das Geld zu einem späteren Zeitpunkt noch fließen würde, sei fraglich. Ob es auch für den Hallen-Teil Fördermöglichkeiten gibt, müsse noch ermittelt werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare