Die Arbeiten an der Baustelle in der Westerwaldstraße in Limburg sind bis Ende März eingestellt.
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Die Arbeiten an der Baustelle in der Westerwaldstraße in Limburg sind bis Ende März eingestellt.

Coronavirus-Krise

Stillstand auf gesperrter Straße - Baufirma stoppt Arbeiten zum Schutz der Mitarbeiter

  • Stefan Dickmann
    vonStefan Dickmann
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Eine Baufirma lässt Westerwaldstraße in der Limburger Brückenvorstadt ruhen. Die Betroffenen Anwohner sind dauer.

Nichts geht mehr: Mit Erschrecken haben die Anwohner in der Westerwaldstraße in der Limburger Brückenvorstadt zur Kenntnis nehmen müssen, dass die Bauarbeiten, die seit Februar eine Vollsperrung zur Folge haben, von der Baufirma bis Ende März unterbrochen worden sind. Die Vollsperrung war ursprünglich bis Juni vorgesehen. Nun dürfte eine Fertigstellung des Abschnitts deutlich später erfolgen.

Zwischen der Weilburger Straße und der Lichfieldbrücke herrscht seit Montag Stillstand. Und davon ist auch die Stadt überrascht worden, wie Sprecher Johannes Laubach auf Anfrage mitteilt: "Wir sind vorab von dem Unternehmen nicht informiert worden." Erst am Montagmorgen sei die Fachabteilung darüber in Kenntnis gesetzt worden, dass die Baustelle von sofort an erst einmal nicht mehr bedient wird. "Auf unsere spätere Anfrage teilte das Unternehmen mit, dass die Baustelle geschlossen wurde, um die Mitarbeiter vor dem Coronavirus zu schützen."

Der Vorstandsvorsitzende der Albert Weil AG, Klaus Rohletter, bestätigt das. Zum Schutz der Mitarbeiter sei die Arbeit auf allen Baustellen seines Unternehmens eingestellt worden - und zwar erst einmal bis Ende März. "Wir werden im Laufe der nächsten Woche entscheiden, ob anschließend wieder gearbeitet werden kann oder nicht. Wir fahren auf Sicht", sagt er. Der Entschluss, die Mitarbeiter vor dem Virus zu schützen, sei bei den betroffenen Kunden auf "überwiegende Zustimmung" gestoßen. Er erwarte in diesen, für alle Menschen schwierigen Zeiten Solidarität und nicht Egoismus. "Wir entscheiden im Laufe der nächsten Woche, und zwar souverän", sagt er.

"Betroffene Anlieger sind stinkesauer"

"Unisono sind die vielen betroffenen Anlieger stinkesauer", sagt Architekt Hans Schmitt. Er ist mit seinem Unternehmen, der HS Projekt GmbH, mit Sitz in der Westerwaldstraße mitten im gesperrten Abschnitt direkt betroffen. "Corona lasse ich da nicht gelten - einerseits wird auf der Baustelle außen gearbeitet (wenn denn gearbeitet wird) und dann auch nur mit geringstem Personaleinsatz", heißt es in einem Schreiben Schmitts an den Bürgermeister sowie den Ersten Stadtrat und die Fraktionschefs von CDU, SPD, FDP und Grünen. "Unsere Baustellen in und außerhalb Limburgs laufen alle - auch tiefbauseitig -, unser Bürobetrieb findet auch statt", schreibt Schmitt weiter. "Umso unverständlicher ist es, wenn diese - unter Corona-Gesichtspunkten - eigentlich optimale Baustellensituation in der Westerwaldstraße stagniert!"

Die Stadt sieht allerdings wenig Spielraum am Baustellen-Stillstand, der möglicherweise mehrere Wochen und länger andauern könnte, etwas zu ändern. "Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass die staatlichen Stellen und auch wir als Stadt immer wieder dazu auffordern, die sozialen Kontakte und die damit verbundenen direkten Begegnungen auf ein Minimum zu begrenzen", teilt der Sprecher der Stadt mit. "Von daher steht das Verhalten des Unternehmens, die Baustelle zu schließen, durchaus im Einklang mit den Aufforderungen des Staates mit der Bundeskanzlerin an oberster Stelle."

Der Baustellenbereich der Westerwaldstraße ist nach Angaben der Stadt so hergerichtet, dass Rettungsdienste die Häuser anfahren können und diese generell zu Fuß erreichbar sind. In Ausnahmefällen könne sogar zu den Grundstücken gefahren werden, nur eben nicht auf die Grundstücke selbst. "Die Baustelle so herzurichten, dass sie wieder dem öffentlichen Verkehr zur Verfügung steht, ist vom Aufwand her nicht zu vertreten", teilt Laubach weiter mit. "Es reicht nicht, eine wie auch immer geartete geschotterte Fläche zur Verfügung zu stellen, die Verkehrssicherheit muss in diesen Fällen gewährleistet werden - und das ist nicht möglich."

Angestrebt werde allerdings, den Transport der Mülltonnen von mobilitätseingeschränkten Anliegern bis zur Sammelstelle durch die Baufirma weiterhin zu gewährleisten.

Stefan Dickmann

In Dornburg im Kreis Limburg-Weilburg werden vor einem Markt Großpakete Klopapier direkt an den Autos verkauft. Der sogenannte „Toilettenpapier-Drive-in“ kam gut an.

Derweil hat die Spedition Stähler ihren neuen Standort in Limburg fertig gestellt. Das Grundstück ist stolze 20.000 Quadratmeter groß.

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