Infos über Windpark auf den Eisenbachhöhen

Strom für 2400 Haushalte

Mit Rückenwind für den geplanten Windpark rechnen die Ortsgemeinden Girod, Großholbach, Nomborn und Heilberscheid, auf deren Gemarkungen das Projekt entstehen soll. Eine Informationsveranstaltung über die Windenergieanlagen stieß auf mäßige Resonanz.

In rund drei Jahren sollen sich auf den Eisenbachhöhen sechs Windräder drehen. Das sieht die vertragliche Vereinbarung der beteiligten Ortsgemeinden Girod, Großholbach, Nomborn und Heilberscheid mit dem Energieversorger EnBW vor. Bereits Anfang des Monats wurde ein Vertrag über Bau und Betrieb von sechs Windenergieanlagen unterzeichnet.

Über den Stand der Planungen für den Windpark informierte jetzt Edmund Schaaf, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Montabaur, die Bürger der betroffenen Region. Der Windpark soll auf einer Fläche von rund 25 Hektar entstehen, die sich auf alle vier VG-Gemeinden erstreckt. Der wirtschaftliche Profit, also die Erträge aus Pacht und Gewerbesteuer, sollen den Gemeinden zu gleichen Teilen zufließen. Das sei in einem Solidarpakt vereinbart worden, erklärte Schaaf.

Tatsächlich betriebsbereit sollen die sechs Windräder im zweiten Quartal 2019 sein. Bei der Nabenhöhe für jede Anlage sind derzeit 140 bis 165 Meter geplant. Der Rotorendurchmesser soll 120 bis 140 Meter betragen; die zu erwartende Leistung gibt EnBW-Projektleiterin Madeleine Unger mit drei bis vier Megawatt an.

Bei einer Gesamtjahresleistung von 7500 Megawatt würden 2400 Haushalte versorgt und 5500 Tonnen CO2 eingespart. Ebenfalls vertraglich festgeschrieben ist der Rückbau der Anlagen, der nach spätestens 30 Jahren erfolgen muss. Auch die für den Windpark angelegten Zufahrtswege müssten dann wieder aufgehoben werden, sofern die Ortsgemeinden diese nicht übernehmen wollten. Für die Waldflächen, die gerodet werden müssen, müssen parallel zum Bau der Anlagen Ersatzflächen geschaffen werden. Madeleine Unger zufolge werden für jede Windkraftanlage rund 0,4 Hektar Wald gefällt, die für die Errichtung des Fundaments und für die Stellfläche des Krans notwendig sind.

Bis sich die Windräder in den Eisenbachhöhen drehen, muss das Projekt allerdings noch von der Kreisverwaltung genehmigt werden. Und die verlangt noch mehrere Prüfungsphasen, beispielsweise die „naturschutzfachliche Untersuchung“ sowie die Schall- und Schattengutachten.

In der Tat sei es fragwürdig, weshalb man sich um das Wohlergehen von Fledermäusen und Vögeln sorge, die gesundheitlichen Risiken für die Anwohner aber offenbar nicht berücksichtige, kritisierte einer der Anwesenden. VG-Bürgermeister Schaaf wies diesen Einwand mit den Hinweise zurück, dass der Abstand zwischen Windrad und geschlossener Wohnbebauung mindestens 750 Meter betrage. Auch für die Schallbelästigung gebe es gesetzliche Vorgaben, versicherte Madeleine Unger. So werde die nächtliche Lärmbelastung 35 Dezibel nicht übersteigen. Und EnBW-Sprecher Andreas Pick fügte hinzu, ob Windräder in der Nachbarschaft als störend oder attraktiv empfunden und ob durch den Windpark der Naherholungscharakter der Region verloren gehen würden, sei eine „sehr persönliche Empfindung“. abv

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare