Abklatschen ist gut fürs Teambuilding, weiß Fabian Eigenbrodt, Fachbereichsleiter der Runkeler Johann-Christian-Senckenberg-Schule.
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Abklatschen ist gut fürs Teambuilding, weiß Fabian Eigenbrodt, Fachbereichsleiter der Runkeler Johann-Christian-Senckenberg-Schule.

Johann-Christian-Senckenberg-Schule

Ein Team bringt Schule in Bewegung

  • VonRobin Klöppel
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15 Siebt- bis Neuntklässler haben an der Runkeler Johann-Christian-Senckenberg-Schule ihren Sportassistenten gemacht. Künftig können sie nun dort sportliche Pausen leiten oder bei Sportveranstaltungen helfen.

Eine fehlende Hexe kann manchmal den entscheidenden Unterschied ausmachen. Das wissen seit Dienstag die neuen Sportassistenten an der Runkeler Johann-Christian-Senckenberg-Schule. Die teilnehmenden Schüler der siebten bis neunten Klasse mussten Sportunterricht mit jüngeren Schülern leiten und dafür auch Spiele erfinden.

Einfaches Fangen kennt schon jeder. Also dann die Weiterentwicklung mit der Hexe, die die anderen Kinder durch Handaufschlagen in Starre versetzt. Natürlich will jedes Kind Hexe sein. Wäre sicher anders gewesen, wenn die Schüler vorher den Haken an dem Job gekannt hätten. Während die anderen Kinder sich gemütlich ausruhen können, wenn die Hexe woanders in der Schulturnhalle unterwegs ist, läuft die Hexe sich alleine gegen die Masse frisch ausgeruhter Schüler kaputt. Auf die Dauer ein viel qualvollerer Tod, als von Hänsel und Gretel im Backofen versenkt zu werden.

Die Prüfungsteilnehmer merken das. Noah Fonzo und Niclas Ludwig unterbrechen. Es muss schnell eine zweite Hexe her und schon läuft’s. Der Niederselterser Heiko Heger, der die Prüfungen abnimmt, ist begeistert von der Kreativität der Runkeler Absolventen.

Nebeneffekt im Ehrenamt

Er und Runkels Schulleiter Michael Uhl sind verwandt. Da Uhl auch unter anderem als Leichtathletik-Übungsleiter sportbegeistert ist, machte er seinen Fachbereichsleiter Sport, Fabian Eigenbrodt, auf das interessante Angebot aufmerksam, das im Rahmen einer Projektwoche nun an der Senckenberg-Schule angeboten wurde.

Die Sportjugend Hessen als Initiator würde sich aber vor allem wünschen, dass die jungen Leute ihre erlernten Fähigkeiten auch als Ehrenamtler in heimischen Sportvereinen einsetzen würden.

Eigenbrodt will den Fachbereich Sport in Runkel voranbringen und braucht als Unterstützung Schüler, die die Lehrer entlasten und auch mal Aufgaben übernehmen können. Beispielsweise die tägliche Sportpause leiten, Spielgeräte ausleihen oder bei Sportfesten oder Sponsorenläufen Teilaufgaben übernehmen.

Mit ihrer Hilfe könnte die Runkeler Schule auch das sportliche Nachmittagsangebot erhöhen, wie Eigenbrodt hofft. Teamspiele im Unterricht könnten neben wichtiger Bewegung und Steigerung der Aufnahmefähigkeit auch Klassengemeinschaften verbessern. Heger stellt aber klar, dass es nicht darum gehe, durch Schüler billig Sportlehrer zu ersetzen, sondern junge Menschen ans ehrenamtliche Engagement in Vereinen heranzuführen.

Wie Gespräche mit Teilnehmern zeigten, sind viele schon in regionalen Sportvereinen aktiv und können sich durchaus vorstellen, als Übungsleiter für jüngere Nachwuchssportler mit einzusteigen. Der Sportassistent ist aber, wie Heger sagt, kein Ersatz für eine Übungsleiterausbildung, sondern nur der erste Schritt dahin. Der nächste könnte für die Teilnehmer in Runkel die Jugendleiter-Card sein. Die für den Sportassistenten geleisteten Stunden werden angerechnet.

Was Schüler motiviert

Philipp Laux hat sich spontan in Runkel angemeldet, weil er sich gut vorstellen kann, die eine oder andere Sportpause zu leiten. Er lebt für den Sport, ist Fußballer des TuS Dietkirchen und im Villmarer Turnverein aktiv. Da sollen ihm die neu erworbenen Kenntnisse helfen, Jugendtraining für Leichtathleten anbieten zu können. Niclas Ludwig findet den Sportassistenten „eine coole Idee“. Da hat er doch gleich mal mitgemacht, um in Runkel in der Pause Aufsicht bei Fußball, Badminton oder Tennis machen zu können. Und auch als Spieler des JSG Brechen/Weyer kann er das Wissen gebrauchen, um künftig dort als Jugendbetreuer starten zu können. Mark Schneemann ist C-Jugend-Fußballer der JSG Lahntal. Die im Kurs erworbenen Fähigkeiten will er einsetzen, um in seinem Stammverein TuS Seelbach bei der sportlichen Nachwuchsbetreuung zu helfen.

Heiko Heger bedauert, dass das Angebot unter dem Dach des Landessportbundes Hessen noch nicht so bekannt ist. Folglich war es erst der zweite Kurs, den er leitete. Heger würde sich freuen, wenn mehr Schulen es der Senckenberg-Schule nachtun würden und ebenfalls Kurse zum Sportassistenten anbieten würden.

können sich einfach über den Kontakt auf melden.

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