Kultur in Hahnstätten

Das Theater „Queerbeet“ lässt den Zeitgeist der 1990er aufleben

Das Theater „Queerbeet“ steht in den Startlöchern für seine nächste Premiere. Das Laienspiel-Ensemble bringt im November die Komödie „Currywurst mit Pommes“ auf die Bühne.

Das Theater „Queerbeet“ hat sich in diesem Jahr dem Zeitgeist der 1990er Jahre verschrieben: Im Script der Komödie „Currywurst mit Pommes“ von Nick Walsh und Frank Pinkus sind die Imbisspreise noch in D-Mark und die „Backstreet Boys“ topaktuell. Die Theaterleute haben diese Erinnerungen an das Ende des vergangenen Jahrhunderts unverändert gelassen. „Wir fanden es gerade reizvoll, den Zeitgeist der 90er abzubilden, unsere und die Kleiderschränke unserer Familien nach vergessenen Karottenjeans und Schulterpolster-Blazern zu durchforsten und zu staunen, was sich seit 1996 alles verändert hat“, erzählt „Queerbeet“-Vorsitzende Julia Niederwipper.

So wird es bei den fünf Aufführungen im November, die erste in der Heimspielstätte, dem evangelischen Gemeindehaus Hahnstätten, nostalgisch zugehen – auch wenn die zwischenmenschlichen Themen immer gleich sind, ob heute oder vor 25 Jahren.

In „Currywurst mit Pommes“ geht es um die aufregenden Zeiten kurz nach der Wende, als Ost und West wie Fremde im gemeinsamen Land aufeinandertrafen, der Umzug von Bonn nach Berlin anstand und Michael Jackson, der „King of Pop“, seine „Dangerous World“-Tour in München startete. In diesen Zeiten führt Chefin Penny (Jeannette Schmittner) die „Hansi-Bar“, ein Kiosk an einer deutschen Autobahnraststätte. Penny, ihres Zeichens Philosophin der Currywurst, sieht seit 30 Jahren jeden Tag Hunderte von Kunden kommen und gehen und erlebt deren ganz persönliche „Comédie humaine“. In einem turbulenten Comedy-Bilderbogen sind es 46 Figuren in 36 Szenen – verkörpert von den erfahrenen „Queerbeet“-Darstellern Sandra Kappes, Gregor Kilian, Julia Niederwipper, Benjamin Scheid, Harald Schrinner, Silke Siraf und Daniel Windrich, verstärkt durch Wanda Siraf, die ihr Bühnendebüt gibt. Im ersten Akt des Theaterstücks sieht man sie auf dem Weg irgendwohin, im zweiten Akt auf der Rückfahrt. Und in den dazwischenliegenden drei Wochen hat sich einiges grundlegend verändert.

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