1. Startseite
  2. Region
  3. Limburg-Weilburg

Sorgen-Hund wartet auf Familie: Probleme bei Vermittlung

Erstellt:

Von: Sebastian Richter

Kommentare

Finnick muss oft zum Tierarzt.
Hund Finnick im Tierheim Limburg muss oft zum Tierarzt. © Tierheim Limburg

Der Kangal-Mischling Finnick im Tierheim Limburg sehnt sich nach einer Familie, die er beschützen darf. Doch der verschmuste Hund findet kein passendes Zuhause.

Limburg – Im Tierheim Limburg wartet der Kangal-Mischling Finnick auf ein neues Zuhause – schon bald seit zwei Jahren. Der liebenswerte Hund mit Beschützerinstinkt hätte unbedingt ein neues Zuhause verdient. Allerdings gibt es bei der Vermittlung ein Problem: In Hessen gelten Kangals als Listenhunde, Halter müssen dementsprechend besondere Auflagen erfüllen. „Er ist unser Sorgenkind“, berichtet eine Mitarbeiterin des Tierheims.

Dass Finnick vermutlich kein Vollbluts-Kangal ist, spielt für die Definition als Listenhund in Hessen keine Rolle. Für einen reinrassigen Kangal ist Finnick einfach zu leicht. Trotzdem: Seine etwa 43 Kilo bringt er auf die Waage. Vielleicht merkt man auch an seinem Verhalten, dass in seinen Genen noch eine andere Rasse vertreten ist. Ursprünglich wurden Kangals als Aufpasser für andere Tiere gezüchtet. „Für einen Herdenschutzhund ist er aber zu nett“, so die Mitarbeiterin des Tierheims Limburg.

Gesundheitsprobleme machen Hund Finnick im Tierheim Limburg zu schaffen

Tatsächlich ist Finnick unheimlich verschmust, seine Gassi-Gänger herzt er sehr. Er möchte dazu gehören und wenn er erstmal Vertrauen zu einem Menschen gesammelt hat, ist er ein sehr angenehmer Zeitgenosse, der jede Zuneigung genießt. „Er ist so herzlich, mit ihm kann man alles machen“, erzählt die Mitarbeiterin im Tierheim Limburg. Zwar ist der Rüde Fremden erstmal skeptisch gegenüber. Da „pöbelt“ er gerne mal – aber er lässt sich „schnell die Butter vom Brot nehmen“, erzählt die Mitarbeiterin. Finnick ist einfach zum gewissen Teil ein Herdenschutzhund: Das Beschützen liegt ihm im Blut. Also darf man es ihm nicht übelnehmen, wenn sich das in seinem Verhalten widerspiegelt.

Im Juli 2020 kam Finnick ins Tierheim Limburg. Seine Vorbesitzer waren wohl mit ihm überfordert. Kein Anfängerhund, die Besitzerin musste das kennenlernen. Der damals neun Monate alte Rüde hatte extreme Probleme mit der Hüfte, eine Knochenhautentzündung und Probleme mit den Gelenken. „Er sah aus wie falsch gewachsen“, erzählt die Mitarbeiterin. Zunächst bekam er Tabletten gegen seine Gesundheitsprobleme, die vertrug sein Magen aber nicht. Inzwischen bekommt er regelmäßig eine Spritze. Trotz der Gelenkprobleme läuft er sehr gut, nach einiger Zeit lässt aber die Wirkung der Medikamente nach. Dann schont er seine Gelenke – mit einer neuen Spritze klappt aber wieder alles.

Das ist auch wichtig, denn: Der junge Rüde geht sehr gern Spazieren und liebt es, draußen zu sein. Finnick erlebt gern Abenteuer in der Natur, aber auch Spaziergänge durch die Stadt Limburg waren in der Vergangenheit kein Problem – dann natürlich mit Mundschutz, da er ein Listenhund ist.

Finnick liebt Spaziergänge.
Finnick liebt Spaziergänge. © Tierheim Limburg

Tierheim Limburg: Hund Finnick sucht eine liebevolle Familie zum Beschützen

Was für ein zu Hause wäre also für Finnick ideal? Möglichst eine neue Heimat mit viel Auslauf, idealerweise einem Garten. So bekommt der Hund Bewegung und hat auch etwas, dass er beschützen kann. Zu viele Treppen wären aufgrund seiner Gelenkprobleme nicht gut.

Mit den meisten Artgenossen kommt Finnick gut zurecht. Weibchen gehen immer, bei Rüden entscheidet er je nach Sympathie, ob man einander kennenlernen kann. Eine souveräne Hündin wäre für sein neues Zuhause eine schöne Idee. Allerdings sollte sie kastriert sein – denn Finnick ist es nicht. Auch das hat mit seinen „gesundheitlichen Baustellen“ zu tun, wie die Mitarbeiterin im Tierheim Limburg erklärt. Wenn man ihn kastrieren würde, würde sein Testosteronspiegel sinken. Der ist aber wichtig für den Muskelaufbau – eine Kastration könnte seine Hüftprobleme also verschlimmern.

Finnick ist nicht der größte Freund von Katzen, es wäre also gut, wenn er in ein Zuhause ohne Katzen kommt. Wenn in seiner neuen Familie Kinder dazu gehören, dann am besten schon ältere im Teenageralter, denen man den richtigen Umgang mit der kleinen Herausforderung Finnick zutraut.

Als Listenhund hat es Finnick in Hessen nicht leicht

Am schönsten wäre es, wenn Finnick ein Zuhause in Rheinland-Pfalz oder Niedersachsen bekäme – denn dort sind Kangals keine Listenhunde und die Haltung ist entspannter – und nicht zuletzt auch günstiger. Vielversprechende Interessenten müssten bereit sein, ihn ein paar Mal im Tierheim zu besuchen. Denn den Mitarbeitern im Tierheim Limburg ist es natürlich wichtig, dass er in ein gutes Zuhause kommt, also wollen sie auch die Besitzer vorher kennenlernen.

Wer gibt Finnick also eine Chance? Einen treueren Wegbegleiter kann man sich nur schwer vorstellen. Auch, wenn es schwierig ist ein neues zu Hause für den Rüden zu finden, gibt man die Hoffnung nicht auf. Schon im letzten Jahr sind viele Hunde des Tierheims Limburg vermittelt worden. Unter der E-Mail tinaprovinsky@gmx.de erreicht man das Tierheim aktuell am besten. (spr)

Auch interessant

Kommentare