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Trockener Sommer: Wird nun das Wasser knapp?

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Von: Tobias Ketter

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Auch in unserer Region werden die Böden immer trockener - und das sorgt den Vorsitzenden des Naturschutz- und Verschönerungsvereins Lindenholzhausen, Jürgen Fachinger, schon lange. "Wir sollten auf lokaler Ebene überlegen, wie wir Wasser sammeln können", sagt er. Er hat zum Beispiel eine Zisterne, mit der die Toilettenspülung in seinem Haus gespeist wird. Eine zweite Zisterne s dient überwiegend dazu, die Blumen in seinem Garten gießen zu können. Eine dritte Zisterne im Garten kann im Moment nicht genutzt werden, weil die Pumpe defekt ist; sie soll aber erneuert werden.
Auch in unserer Region werden die Böden immer trockener - und das sorgt den Vorsitzenden des Naturschutz- und Verschönerungsvereins Lindenholzhausen, Jürgen Fachinger, schon lange. "Wir sollten auf lokaler Ebene überlegen, wie wir Wasser sammeln können", sagt er. Er hat zum Beispiel eine Zisterne, mit der die Toilettenspülung in seinem Haus gespeist wird. Eine zweite Zisterne s dient überwiegend dazu, die Blumen in seinem Garten gießen zu können. Eine dritte Zisterne im Garten kann im Moment nicht genutzt werden, weil die Pumpe defekt ist; sie soll aber erneuert werden. © Stefan Dickmann

Experte fordert mehr Sparsamkeit auch im Kreis Limburg-Weilburg. In Merenberg ist die Situation angespannt.

Limburg-Weilburg -Die Pegelstände im Landkreis Limburg-Weilburg sinken. Dies ist eine Folge der anhaltenden Trockenphase. Es gibt also immer weniger Wasser. Doch drohen derzeit Engpässe bei der Wasserversorgung? Und was muss getan werden, um die Versorgung auch künftig gewährleisten zu können? Der Energieversorger Süwag sowie die Verwaltungen von einigen Kommunen klären auf.

"In Selters gibt es derzeit noch keine Probleme bei der Wasserversorgung", berichtet Rainer Brink von der Süwag. Die Pegelstände in den Brunnen seien allerdings gesunken. Dadurch musste seinen Angaben zufolge eine Pumpe weiter nach unten versetzt werden. Insgesamt sei die Gemeinde im Goldenen Grund aber durch die recht hohe Anzahl an Tiefbrunnen sowie durch das stillgelegte Bergwerk "Grube Lindenberg" im Ortsteil Münster bei der Wasserversorgung gut aufgestellt. "Es gibt ausreichend Quellen", so Brink.

Wassernot drohe nur, wenn innerhalb kürzester Zeit jede Menge Wasser benötigt werde. Dieser Fall könne bei einem großen Feuerwehreinsatz eintreten. Laut Rainer Brink steigt der Wasserverbrauch in Selters besonders an heißen Tagen stark an. "Die Bürger füllen ihre Pools und im Garten wird mehr gegossen", sagt der Süwag-Mitarbeiter. Teilweise werde dadurch Wasser verschwendet. Brink appelliert deshalb an die Bürger: "Gehen Sie unbedingt sparsam mit dem Wasser um."

Keine Engpässe

in Runkel

Auch in Runkel sei der Wasserverbrauch enorm angestiegen, teilt der Betriebsingenieur der Süwag mit, der sowohl für Selters als auch für Runkel zuständig ist. Zu Engpässen sei es aber auch in der Burgenstadt bislang nicht gekommen. "Steeden und Dehrn werden durch einen gemeinsamen Tiefbrunnen versorgt", erklärt Brink. "Alle anderen Stadtteile bekommen ihr Wasser aus einem Bergwerkstollen." In diesem Stollen sei ausreichend Wasser vorhanden. "Nur bei einem technischen Defekt könnte es kurzfristig zu Schwierigkeiten bei der Versorgung kommen", sagt der Experte.

Deutlich angespannter ist die Situation in Merenberg. "Die Wasserversorgung in unserer Gemeinde zeigt erhebliche Engpässe auf", teilt Markus Beck von der Verwaltung mit. Die Grundwasserreserven seien deutlich zurückgegangen, so dass die Versorgung nur mit Mühe gewährleistet werden könne. "Da wir eine eigenständige Wasserversorgung haben und kein Fremdbezug möglich ist, müssen wir in den kommenden Jahren versuchen, mehr Wasser zu bekommen", sagt Beck.

Die Erschließung neuer Brunnen sei eine Möglichkeit, um dieses Ziel zu erreichen. "Eine Brunnenbohrung ist für das kommende Jahr geplant", berichtet die Verwaltung. In Merenberg gab es übrigens bereits im Jahr 2020 einen Engpass bei der Wasserversorgung. Damals rief Bürgermeister Oliver Jung (SPD) die Menschen sogar dazu auf, äußerst sparsam mit dem Trinkwasser umzugehen und auf das Rasensprengen, Autowaschen und das Befüllen von Pools sowie Teichen zu verzichten.

Mengerskirchen

ist gut gerüstet

Der Marktflecken Mengerskirchen ist gut für weitere Trockenphasen gerüstet. Aktuell sichern nämlich vier Tiefbrunnen sowie sechs Hochbehälter die Wasserversorgung der Gemeinde. Darüber hinaus sind die Leitungsnetze in allen Ortslagen verändert worden, so dass alle fünf Dörfer der Kommune wechselseitig aus allen Brunnen und Hochbehältern versorgt werden können. Somit kann laut der Verwaltung bei einer plötzlich auftretenden Problemlage die Versorgung ohne Einschränkungen für die Bürger aufrechterhalten werden. "Neben den eigenen Gewinnungsanlagen besteht zusätzlich die Möglichkeit, über die Partnerschaft mit dem Wasserverband Dillkreis Süd ausreichend Wasser vorzuhalten", heißt es in einer Mitteilung des Marktfleckens. Nichtsdestotrotz appellieren die Verantwortlichen der Kommune an alle Bürger, beim Wasserverbrauch sparsam zu sein.

Seit 2019 wird in Mengerskirchen intensiv an der Optimierung der Wasserversorgung gearbeitet. Es wurden unter anderem moderne Druckminderschächte und -anlagen installiert, um den Wasserdruck aus dem Versorgungsnetz zu regulieren. Dies ermöglicht laut der Verwaltung sehr gezielte und schnelle Steuerungen sowie Umstellungen, sofern es zu technischen Störungen kommt. "In den vergangenen Jahren konnten Wasserhauptleitungen mit einer Gesamtlänge von neun Kilometern erneuert werden" teilt der Marktflecken mit. Um auch künftig eine nachhaltige und ausreichende Versorgung sicherzustellen, sollen in Mengerskirchen nach dem Bau eines neuen Hochbehälters vier der sechs bestehenden Hochbehälter außer Betrieb genommen werden. Der Grundsatz für dieses Konzept sei bereits beschlossen worden und die Gemeindevertretung werde während den kommenden Haushaltsberatungen über die nötigen Mittel sprechen und diese bewilligen. "Die beiden dann bestehenden modernen Hochbehälter in Mengerskirchen und Waldernbach werden die Versorgung der gesamten Gemeinde übernehmen können", sagt die Verwaltung.

In 2021 verbrauchte im Landkreis Limburg-Weilburg übrigens ein Bürger durchschnittlich 121 Liter Wasser pro Tag. Das teilt das Regierungspräsidium Gießen mit. Das sind vier Liter weniger als noch in 2020. Wie hoch der durchschnittliche Verbrauch in diesem Jahr sein wird, bleibt abzuwarten.

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