Auch Bürgermeister Vogel (rechts) unterschreibt die Liste. Von links Stadtverordnetenvorsteher Heinz Schaus, der frühere Würgeser Ortsvorsteher Ernst Schuber und Kerstin Enzenauer.
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Auch Bürgermeister Vogel (rechts) unterschreibt die Liste. Von links Stadtverordnetenvorsteher Heinz Schaus, der frühere Würgeser Ortsvorsteher Ernst Schuber und Kerstin Enzenauer.

Parlament verabschiedet Resolution

800 Unterschriften gegen Event-Halle in Bad Camberg

  • vonPetra Hackert
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Mehr als 800 Unterschriften: So viele Menschen protestieren gegen den Bau einer Event-Halle in der Pfarrer-Neubig-Straße in Würges. Der frühere Ortsvorsteher Ernst Schuber (CDU) überreichte die Liste am Dienstagabend an den Bad Camberger Bürgermeister Jens-Peter Vogel und Stadtverordnetenvorsteher Heinz Schaus (SPD).

Der Bürgermeister und der Stadtverordnetenvorsteher unterschrieben am gleichen Abend: Auch sie wenden sich gegen den beantragten Bau einer Event-Halle in Würges. Ob das Kreisbauamt das Projekt genehmigen wird, darauf habe die Stadt allerdings keinen Einfluss, erklärte Bürgermeister Jens-Peter Vogel. Das werde nach baurechtlichen Gesichtspunkten entschieden. Allerdings: Die frühere Werkshalle, die der neue Besitzer zur Event-Halle umbauen will, erfüllte bisher einen anderen Zweck als ein Gebäude, das von Hunderten von Besuchern genutzt wird, direkt im Ortskern, in unmittelbarer Nähe des Gemeindezentrums. Schon jetzt ist die Parkplatz-Situation bei größeren Veranstaltungen angespannt. „Die Horrorvorstellung wäre eine Großhochzeit und gleichzeitig eine große Veranstaltung im Gemeindezentrum“, sagte Kerstin Enzenauer. Die Stadtverordnete der CDU begründete den Antrag einer Resolution gegen dieses Projekt, die die Stadtverordnetenversammlung einstimmig verabschiedete. „Grundsätzlich bewertet die Stadtverordnetenversammlung den aktuell in Rede stehenden Standort aufgrund seiner Lage in der Nähe des Ortskerns von Würges, umgeben von Wohnbebauung, Gemeindezentrum, Kindergarten, Pfarrheim und Lebensmittelmarkt als gänzlich ungeeignet für Event-Hallen und ähnliche privat betriebene Versammlungsstätten. Daher wird das dort aktuell geplante Vorhaben dergestalt eingestuft, dass es eine gedeihliche und positive Stadtentwicklung in Würges in hohem Maße gefährdet“, heißt es unter anderem. Der Magistrat wird beauftragt, „alle erdenklichen rechtlichen und insbesondere politischen Maßnahmen und Optionen zu ergreifen“, um Errichtung und Betrieb der Halle zu verhindern. Ferner solle der Magistrat durch eine geeignete Bauleitplanung und nötigenfalls eine Veränderungssperre derartige Vorhaben auf diesem Areal künftig unterbinden.

Das Gelände wurde zuvor von der Firma Nagel (Raumausstattung) genutzt, ein gänzlich anderer Geschäftszweig. Auch der Ortsbeirat mit Ortsvorsteher Klaus Wagner (CDU) hatte sich gegen die Nutzungsänderung ausgesprochen. Für die SPD stellte Jürgen Eufinger in der Stadtverordnetenversammlung fest, dies sei der falsche Standort für ein solches Projekt. Im Bad Camberger Gewerbegebiet soll ebenfalls eine Event-Halle errichtet werden. Eufinger: „Da gehören solche Veranstaltungshallen auch hin.“ Der Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Dieter Oelke, schloss sich dem an.

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