Gemeinden

Vereinigung: Neuer Name für Pfarrei gesucht

Ein übergeordneter Name soll es sein, vielleicht der eines Heiligen oder Schutzpatrons. Er könnte in Verbindung stehen mit einem bestimmten Tag oder einer historischen Begebenheit. Auf jeden Fall soll er äußeres Zeichen sein für die "Pfarrei neuen Typs" der bisher noch eigenständigen katholische Pfarrgemeinden Balduinstein, Diez, Holzappel, Katzenelnbogen, Pohl und Zollhaus.

Im Rahmen der Pfarreiwerdung sucht der Pastorale Raum einen passenden Namen und ruft die Öffentlichkeit zu Vorschlägen auf. Als Patrozinium wird von alters her die „Schutzherrschaft“ eines Patrons oder einer Patronin bezeichnet, der einer Einrichtung wie einer Kirche, Pfarrei oder Schule unterstellt ist, sagt Gemeindereferent Andre Stein. Meist ist es mit einem bestimmten Tag im Jahr, oft dem „Namenstag“, an dem das Hochfest auch äußerlich gefeiert wird, verbunden.

Auch kirchlich gefeierte Glaubensgeheimnisse, wie etwa von Jesus Christus, Marien- und Engelfeste oder der Heilige Geist können Patrozinium sein. Für die neue Pfarrei könnte es eine programmatische Richtung für das sein, was entsteht, oder auch neuere pastorale Entwicklungen berücksichtigen. Die Kirchen vor Ort behalten übrigens ihren Namen und ihr Patrozinium.

Außerdem bitten die Kirchengemeinden um Ideen für eine Orts- und Gebietsbezeichnung. Hier könnten prägnante Städte, Flüsse, Landschaften oder auch historische Gebiete in Frage kommen. Alle Interessierten sind eingeladen, ihre Ideen einzureichen und die Vorschläge auch kurz zu begründen. Der Pastoralausschuss wird dann vor den Sommerferien über den neuen Namen der Pfarrei entscheiden. Vorschläge sind erbeten bis zum 15. April an die Pfarrbüros in Balduinstein, Diez und Katzenelnbogen per Brief oder E-Mail. In allen Kirchen liegen Postkarten und Sammelboxen für die Ideen aus.

Der voraussichtliche Zeitplan für die Vereinigung zum 1. Januar 2019 sieht derzeit Treffen der Projektgruppen vor, die im Mai ihre Arbeitsergebnisse vorlegen sollen. Im Anschluss stellt die Lenkungsgruppe den Text der Gründungsvereinbarung zusammen. In „Rückbindung an die Pfarrgemeinderäte“ könnte dann im Juni die Vereinbarung durch den Pastoralausschuss beschlossen werden, bevor im Sommer die Prüfung durch das Bischöfliche Ordinariat erfolgt. Für den Herbst ist die abschließende Beratung in den Gremien vorgesehen, danach wird die amtliche Urkunde zur Errichtung der neuen Pfarrei ausgestellt und in einem Gründungsgottesdienst gefeiert.

Die Projektgruppen beschäftigen sich mit den Themen Verwaltung, Kindertageseinrichtungen, synodale Strukturen und Ortsausschüsse, Gottesdienstordnung und Liturgie, zentrales Pfarrbüro und Kontaktstellen, Ökumene, Öffentlichkeitsarbeit, Glaubensweitergabe durch Taufe, Erstkommunion und Firmung, Kinder, Jugend, Familie und Kirchenvisionen. Die Weiterarbeit im Pfarreiwerdungsprozess legt mit dem vom Rentamt bestellten „Navigator“ Optionen für „Gattungsvollmachten“ fest, mit denen Einzelpersonen Verwaltungsaufgaben in den Kirchorten verantwortlich erledigen können. Zu klären ist die Trägerfunktion der Kindertagesstätten, die sich als Ort kirchlichen Lebens entwickeln sollen. Zum Thema synodale Strukturen und Ortsausschüsse stellen sich die Fragen: Wie gelingt die Vernetzung der einzelnen Kirchorte und Orte kirchlichen Lebens in der neuen Pfarrei? Welche Struktur und Zusammensetzung erhält der zukünftige Pfarrgemeinderat? Wie werden Ortsausschüsse gebildet und mit welchen Kompetenzen ausgestattet? Zur Entwicklung einer lebendigen Liturgie sind örtliche liturgische Traditionen wie Andachten, Wallfahrten, Prozessionen, Rosenkranz und Gebetskreis zu betrachten und eine gemeinsame Gottesdienstordnung zu entwickeln.

Ein zentrales Pfarrbüro wird Anlaufstelle für die Menschen sein und auch der Ort, an dem die Verwaltung für die neue Pfarrei zentralisiert wird. Doch wie werden an den anderen Kirchorten die Kontaktstellen ausgestattet und mit welchen Dienstleistungen, um Nähe vor Ort weiterhin gewährleisten zu können? Und wie sollen Beziehungen und Zusammenarbeit mit anderen christlichen Kirchengemeinden gepflegt und weiterentwickelt werden?

In den Projektgruppen werden zudem Möglichkeiten einer altersgerechten, begeisternden Glaubensweitergabe gesucht und diskutiert. Und richtet sich die Aufmerksamkeit auf Sorgen und Nöte der Menschen, dann müssen Wege der Zusammenarbeit und Kooperation mit diakonischen Initiativen ausgestaltet werden.

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