+
Videoüberwachung

Schulen im Landkreis

Videoüberwachung gehört an Schulen inzwischen dazu

  • schließen

Die ersten beiden Anlagen hängen schon seit neun Jahren, mit den Jahren kamen immer mehr dazu: Insgesamt neun Schulen im Landkreis werden inzwischen per Video überwacht. Und alle sind begeistert.

Das Problem ist eigentlich immer dasselbe: Leere Flaschen, zerstörte Mülleimer, beschmierte Wände, manchmal auch Exkremente. An vielen Schulen muss der Hausmeister morgens erst mal aufräumen. An einigen Schulen sind diese Zeiten vorbei: Videoüberwachung sei Dank.

Neun Schulen im Landkreis werden inzwischen per Video überwacht, drei hoffen, dass sie bald eine Überwachungsanlage bekommen. Die Adolf-Reichwein-Schule in Limburg gehört zu denen, die schon ein bisschen Erfahrung mit der Überwachung haben. Und sie ist sehr froh darüber, sagt Ralf Abel, der Schulleiter. „Wir haben ausschließlich positive Erfahrungen.“ Seitdem ist Ruhe. Vandalismus und die Hinterlassenschaften von wilden Partys auf dem Schulgelände habe es schon lange und immer wieder gegeben, sagt Abel. Aber als dann in der Bauphase auch noch eine ganze Reihe von Einbrüchen dazugekommen sei, habe es gereicht. Seit rund zwei Jahren wird die Schule nun überwacht – und zwar nicht einfach per Video, damit man wenigstens am nächsten Tag sehen kann, wer für den Schaden verantwortlich ist.

Das Gelände am Berufsschulstandort (Adolf-Reichwein-Schule, Peter-Paul-Cahensly-Schule und Kreissporthalle) hat quasi die Luxus-Version: Wenn sich im überwachten Bereich etwas bewegt, geht das Licht an und die Mitarbeiter einer Sicherheitszentrale bekommen eine Meldung. Per Lautsprecher kann der Wachdienst Eindringlinge auffordern, das Schulgelände wieder zu verlassen. Wenn das nichts hilft, rücken Mitarbeiter des Wachdienstes aus, zur Not wird die Polizei verständigt. „Wir sind froh und dankbar, dass wir dieses Instrument haben“, sagt Rolf Abel. Rund 3000 bis 5000 Euro lässt sich der Kreis diese Form der Überwachung jedes Jahr kosten, berichtet Jan Kieserg, der Sprecher des Landkreises. Schließlich müssen hier nicht nur die Kameras und die Aufzeichnungsgeräte angeschafft, sondern auch die laufenden Kosten für den Wachdienst, ein Unternehmen in Frankfurt, bezahlt werden. „Daher wird diese Anlagenart nur dort eingesetzt, wo in der Vergangenheit sehr erhebliche Vandalismusschäden an den Gebäuden.“ Das sind im Landkreis die Berufsschulen, die Tilemannschule und die Freiherr-vom-Stein-Schule. Auch in der Dauborner Schule sind offenbar alle glücklich über die Überwachung. „Das ist ja nicht wie bei Big Brother“, sagt Judith Lehnert, die Schulleiterin, und lacht. Schließlich werde das Gelände ja nur außerhalb der Schulzeit überwacht, nur am Abend und am Wochenende. Die Alternative sei ein Zaun, und der sei keine gute Alternative: „Die Schüler sollen das Schulgelände ja auch zum Spielen nutzen.“ Die Anlage diene der Abschreckung, und sie hilft. „Die Schulgemeinde ist froh, dass kein Vandalismus mehr stattfindet und dass niemand mehr in Scherben tritt.“ Kritik an der Anlage habe sie noch keine gehört. Im Gegenteil: „Viele Eltern hätten gerne noch ein paar mehr Kameras.“ Aber selbst wenn die Eltern dagegen wären. „Die Zustimmung von Eltern und Schülern ist nicht erforderlich“, schreibt Jan Kieserg in der Stellungnahme des Kreises. Aber es müsse auch niemand Angst haben, dass er beim Zuspätkommen oder Schwänzen erwischt wird. Denn „durch technische Verriegelungen und Sicherheitseinrichtungen“ sei ein Betrieb der Anlagen während der Schulzeit gar nicht möglich. Und: „Die Betriebsweise ist in dem mit dem Datenschutbeauftragten festgelegten Verfahrensverzeichnis festgelegt.“

Die Videoüberwachung an den Schulen diene ausschließlich der Sicherung der Gebäude außerhalb der Nutzungszeit durch Schulen und Vereine. Wann die Kameras eingeschaltet werden, will die Kreisverwaltung natürlich nicht in der Zeitung lesen. Schließlich ist Abschreckung das Ziel. Und es funktioniert. Die Frage, ob die Videoüberwachung irgendwann einmal zum Standard wird, beantwortet Jan Kieserg so: „Zwar ist generell festzustellen, dass bei öffentlich zugänglichen Flächen, insbesondere wenn außerhalb der Nutzungszeit die soziale Kontrolle fehlt, vermehrt mit Vandalismus zu rechnen ist, aber ob dies zur Notwendigkeit weiterer Videoüberwachungsanlagen führt, muss abgewartet werden.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare