Sanierung

Villmar: Gemeinde will Pfarrhaus kaufen

  • schließen

In der Diskussion um die Zukunft des historischen Pfarrensembles in Villmar zeichnet sich eine Lösung ab, die alle Beteiligten zufriedenstellen könnte. Das Bistum Limburg hat sich offenbar bereit erklärt, das ehemalige Schwesternhaus zu sanieren, während die Gemeinde Villmar das Pfarrhaus mit Pfarrgarten für 260 000 Euro kaufen will.

Noch ist nichts in trockenen Tüchern, doch der Wille zur Einigung ist da. Das Bistum Limburg hat sich laut dem Vorsitzenden des Pfarrgemeinderats der katholischen Kirchengemeinde St. Peter und Paul Villmar, Dr. Bernold Feuerstein, bereit erklärt das ehemalige Schwesternhaus unweit der Kirche zu sanieren. Über den Umfang werde noch verhandelt, sagt Feuerstein.

Derzeit wird lediglich das Erdgeschoss als Kinderkrippe genutzt; die übrigen Räumlichkeiten stehen leer. In Zukunft sollen in dem alten Gebäude auch die Bücherei und die Villmarer Außenstelle des zentralen Pfarrbüros der künftigen Kirchengemeinde Heilig Geist Goldener Grund/Lahn untergebracht werden. Auch eine weitere Kindergruppe sei geplant, so Feuerstein. Die benachbarte Katholische Öffentliche Bücherei (KÖB) platzt aus allen Nähten: Sie benötigt für ihre Medien 50 Quadratmeter Fläche, verfügt aber nur über 30 Quadratmeter. Außerdem sollen kirchliche Gruppen wie Müttertreff und Krabbelgruppe eine neue Bleibe finden. Offen ist bisher, so Feuerstein, ob das bisher nicht nutzbare Dachgeschoss ausgebaut wird. „Wir sind mit Limburg konstruktiv im Gespräch“, sagt der PGR-Vorsitzende.

Das in Zukunft nicht mehr benötigte Pfarrhaus, in dem derzeit noch das Pfarrbüro eingerichtet ist, will die Kirchengemeinde an die Zivilgemeinde veräußern. 260 000 Euro stehen dafür bereits im Entwurf des Haushaltsplans 2019. Die Entscheidung über den Kauf fällt die Gemeindevertretung mit dem für Ende November erwarteten Haushaltsbeschluss. Ideen für eine Nutzung des unter Denkmalschutz stehenden Gebäude gibt es viele, so Bürgermeister Matthias Rubröder (CDU). Wenn das Parlament dem Kauf zustimmt, wovon er ausgehe, könnten hier ein Trauzimmer, Sitzungsräume und weitere Räume für die Gemeindeverwaltung eingerichtet werden. Ein Teil des Gebäudes könnte die Kommune als Wohnraum vermieten.

Wichtig sei der Gemeinde Villmar, dass das Pfarrhaus nicht in private Hände gerät, sondern für die Öffentlichkeit erhalten bleibt, erläutert der Bürgermeister. Vor allem aber gehe es darum, den Pfarrgarten als wichtigen Veranstaltungsort der Villmarer Vereine und Kirchengemeinde zu erhalten. Mehr als 40 Konzerte, Theateraufführungen, Gottesdienste und vieles mehr finden hier alljährlich statt. Dies soll auch in Zukunft möglich sein.

Die jetzt gefundene Lösung für Pfarr- und Schwesternhaus steht vor dem Hintergrund, dass das Bistum Limburg der Villmarer Kirchengemeinde zugesagt hat, lediglich eines der Gebäude des historischen Pfarrensembles zu sanieren. Vor die Wahl gestellt, hätten sich die kirchlichen Gremien für das Schwesternhaus entschieden, weil hier der Sanierungsbedarf besonders hoch sei. Mit dem Verkauf des Pfarrhauses reduziere die Kirchengemeinde die ihr zur Verfügung stehende Nutzfläche von derzeit 1000 Quadratmeter auf rund die Hälfte.

Sollten alle Beteiligten der sich abzeichnenden Lösung zustimmen, wäre ein schwelender Streitpunkt zwischen dem Bistum und der Pfarrgemeinde Villmar beseitigt. Die ungeklärte Zukunft von Pfarrhaus und Schwesternhaus hatte die Fusionsverhandlungen mit der Kirchengemeinde Brechen schwer belastet. Villmar hatte darauf gepocht, dass Pfarrbüro und priesterliches Wohnen im Marktflecken verbleiben, war aber unterlegen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare