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Ende 2017 machten das Villmarer Natursteinwerk dicht; jetzt soll Leben in die alten Hallen zurückkehren.

Unternehmer aus Weyer

Neue Firmen in altes Natursteinwerk

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Nach dem überraschenden Aus vor knapp zwei Jahren war es lange Zeit still um das ehemalige Natursteinwerk Villmar. Doch jetzt zeichnet sich ab, dass wieder Leben auf das brach liegende Gelände hinter dem Villmarer Bahnhof einzieht. Der neue Eigentümer, der Unternehmer Carlos Merz aus Weyer, will neue Unternehmen dort ansiedeln.

Villmar - Auf dem Gelände des ehemaligen Natursteinwerks Villmar soll ein kleines Zentrum für Handwerk und technische Dienstleistungen entstehen. Dies erklärte Eigentümer Carlos Merz aus Weyer, der das Gelände im Herbst 2018 erworben hat. Voraussetzung dafür ist, dass die Gemeindevertretung einen Bebauungsplan aufstellt. Das Thema steht auf der Tagesordnung der Parlamentssitzung heute Abend, 19.30 Uhr, in der König-Konrad-Halle.

Keine Eile

Wie Merz auf Anfrage dieser Zeitung sagte, will er eine ältere vorhande Halle sanieren lassen und ein etwas neueres Gebäude an einen international tätigen technischen Dienstleister vermieten, der von Villmar aus den europäischen Markt betreuen will. Außerdem soll es der Bebauungsplan möglich machen, dass zwei neue Hallen gebaut werden können, in denen sich beispielsweise eine kleine Druckerei oder eine Autowerkstatt niederlassen könnten. Insgesamt rechnet er mit der Ansiedlung von vier bis fünf neuen Firmen. Der Aufbau einer Produktion sei hingegen nicht vorgesehen, betonte Merz.

Viele Geschäftsfelder

Sonderlich eilig hat es der Weyerer Unternehmer mit der Umsetzung seiner Pläne aber nicht, wie er sagt. Denn noch bis Mitte 2020 lagern auf dem Gelände Marmorblöcke, die der Eigentümer bis dahin vermarkten will. Vermutlich erst 2021 will Merz sein Konzept realisieren. Das Gelände des ehemaligen Natursteinwerks ist 10 500 Quadratmeter groß, von denen aktuell rund 3000 Quadratmeter bebaut sind. Für weitere Gebäude stehen rund 3000 Quadratmeter zur Verfügung.

Bedauerlich ist aus Merz' Sicht, dass sein ursprüngliches Vorhaben, Häuser für behindertengerechtes Wohnen zu errichten, nicht genehmigungsfähig ist. Sowohl das Regierungspräsidium Gießen als auch die Limburger Kreisverwaltung hätten bereits abgewinkt, weil dies an dieser Stelle nicht gewünscht sei. Eine Entscheidung, die bei Merz auf ein gewisses Unverständnis stößt: "Da wundert man sich dann über die fortschreitende Landflucht", sagte er. Merz hatte unter anderem überlegt, etwa 200 Meter hinter dem Lahnmarmor-Museum ein neues Gebäude für behindertengerechtes Wohnen zu errichten. Ein bereits vorhandenes Wohngebäude hat er zwischenzeitlich bereits saniert und vermietet.

Das Engagement für die ehemaligen Villmarer Natursteinwerke ist nur eines von vielen im unternehmerischen Portfolio von Carlos Merz. Der Weyerer hat sich in der Region seit Jahren als Projektierer und Betreiber von Anlagen für erneuerbare Energien einen Namen gemacht: Windparks, Biogas- und Photovoltaikanlagen hat er bereits gebaut. Bekannt ist Merz außerdem als Eigentümer des Gasthauses Wissegiggl in Weyer. Jüngstes "Kind" des Unternehmers ist der nahezu abgeschlossene Aufbau eines kleinen Feriendorfes in seinem Heimatort, zu dem auch eine Minigolfplatz und ein Café gehören. Insgesamt 45 Betten für Feriengäste stehen hier zur Verfügung; die ersten Zimmer wurden bereits in diesem Sommer vermietet.

Noch Zukunftsmusik ist hingegen der Bau einer Seniorenwohnanlage, für die dem Unternehmer nach eigenen Angaben noch rund 400 Quadratmeter Fläche zur Verfügung stehen. Zielgruppe soll vor allem die örtliche Bevölkerung sein, so Merz.

von Rolf Goeckel

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