Ein Altar aus einem Baumstumpf

Die katholische Pfarrgemeinde St. Peter und Paul lädt für Donnerstag, 4. Juni, zum Pfarrfest und um 9 Uhr erstmals zur Fronleichnam-Messe in den Pfarrgarten ein. Sie wird mitgestaltet vom Kirchenchor St.

Die katholische Pfarrgemeinde St. Peter und Paul lädt für Donnerstag, 4. Juni, zum Pfarrfest und um 9 Uhr erstmals zur Fronleichnam-Messe in den Pfarrgarten ein. Sie wird mitgestaltet vom Kirchenchor St. Peter und Paul unter Leitung von Jutta Sode sowie dem sakralen Bläserensemble, Leitung Ulrich Schmidt.

Aus diesem Anlass wird der im Pfarrgarten aus einem Baumstumpf gestaltete Altar von dem Künstler Andreas Rauner aus Bad Camberg-Dombach eingeweiht. Er trägt die Symbole Schwert (Paulus), Schlüssel und Schlüsselloch (Petrus) und eine Axt mit Steinen und Hackklotz (Matthias – Verweis auf Trier). Unterstützung bei der Ausführung fand der Künstler von Rudolf Laux, der sich um die Altarplatte, Dach, Bodenbelag und diverse andere Arbeiten für die Skulptur engagierte. Nach der Heiligen Messe schließt sich die Prozession mit den Gläubigen und der von Pfarrer Miroslaw Golonka getragenen Monstranz unter einem über 300 Jahre alten Baldachin mit dem Allerheiligsten an. Mit Gebet und Gesang führt der Weg der Gläubigen durch folgende mit Fahnen und Blumen geschmückten Straßen: Windgasse (Zehntenstraße), den alten Schulhof (Parkplatz) in die König-Konrad-Straße bis zum Breitenweg und dem zweiten Altar (bei Witterhold). Weiter zur Kalkstraße zum dritten Altar an der Einmündung der Gartenstraße. Von dort in die Weilburger Straße zum vierten Altar vor dem Rathaus. An jedem Altar werden ein Abschnitt aus dem Evangelium vorgetragen, Fürbitten gesprochen und der sakramentale Segen in alle Himmelsrichtungen erteilt. Endstation ist die Pfarrkirche St. Peter & Paul mit Abschlusssegen, dem Tantum Ergo und dem Te Deum. Tradition „Ehre, wem Ehre gebührt“ war die Devise bei traditionellen Prozessionen in den früheren Jahrhunderten: Die Häuser der Straßen wurden festlich geschmückt. Alle heiligen Statuen und Bilder kamen, umrankt von frischem Grün, an die Fenster oder Türen der Häuser zu Ehren. Zudem wurde früher von den „Schützen“ und heute von Befugten der Peter-Paul-Garde für jeden Altar vom Haarberg aus mit mehreren über 300 Jahre alten „Böllern“ Salut geschossen. Es ist belegt, dass 1706 die Schützen an „Corpus Christi“ (Fronleichnam) Pulver für einen Rheinischen Gulden und acht Albus ausgaben. 1732 betrug die Rechnung für Salutschüsse zwei Gulden und fünf Albus für zwei Pfund Pulver. Das Pulver wurde übrigens damals wie heute von der Zivilgemeinde bezahlt.

Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Villmar tragen auch diesmal Sorge für einen störungsfreien Lauf der Prozession. Anschließend sind alle zum Pfarrfest in den Pfarrhof eingeladen.

(nnp)

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