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Aumenau: Weißtanne ersetzt Fichten

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Forstwirtschaftsmeister Timo Semmler erklärt, wie die Bäumchen gepflanzt werden sollen.
Forstwirtschaftsmeister Timo Semmler erklärt, wie die Bäumchen gepflanzt werden sollen. © Andreas Müller

Baumpflanzaktion des Fördervereins Gladbacherhof

Aumenau -Überall in der Region sind Gemeinden und Forstämter damit beschäftigt, die durch Trockenperioden und Borkenkäferbefall verschwundenen Fichtenbestände wieder aufzuforsten. So auch in der Gemarkung Villmar. Im Gegensatz zu oft verwendeten Baummischungen aus Traubeneiche, Hainbuche, Elsbeere und Douglasie hat der Förderverein Gladbacherhof nun eine etwa 0,4 Hektar große Hangfläche mit 200 Weißtannen bepflanzt.

Die Erklärung für diese Entscheidung gibt Ursula Bausenwein, Vorsitzende des Fördervereins: "Wir brauchen nicht nur Laubwälder, sondern auch Nadelbäume. Was durch den Verlust an Fichten weggebrochen ist, fehlt manchen Tierarten wie beispielsweise der Tannenmeise oder auch der Waldameise", weiß sie. Nicht zuletzt sei Nadelholz aber auch im Holzbau gefragt. Für die Weißtanne habe man sich entschieden, weil sie robuster als die Fichte ist und mit Trockenheit besser zurechtkommt. Die Setzlinge hat der Förderverein Gladbacherhof finanziert.

Helfer wurden vom Forstwirt eingewiesen

Der Verein will sich auch in den nächsten Jahren um deren Pflege kümmern. Etwa 20 Helfer machen sich an einem Samstag mit Forstwirtschaftsmeister Timo Semmler und Forstwirt Tim Mattesberger von der Gemeinde Villmar, ausgerüstet mit zahlreichen Pflanzspaten, auf den Weg in das Waldstück nahe des Gladbacherhofes. Timo Semmler zeigt, wie man die kleinen Setzlinge richtig in die Erde bringt. So soll die Erde gerade so über die Wurzeln reichen. Beim Aushub des Pflanzloches ist darauf zu achten, dass kein feuchtes Laub hineinfällt. Das könnte schimmeln und für einen Pilzbefall sorgen.

Dann geht es an die Arbeit. Die Reihen am Hang sind schon markiert. Diese sollen eingehalten werden, damit bei der späteren Pflege der Bäumchen zwischen den Reihen gemäht werden kann. Ansonsten könnte sich dort die Brombeere ungehindert ausbreiten. Ist ein Setzling gepflanzt, wird er mit zwei Robinienstäben und einem Schutzdraht vor Verbiss geschützt. "Robinienstäbe halten bis zu fünf Jahre, bevor sie verrotten", erklärt der Forstwirt. Der Schutz ist wichtig, weil Rehwild sehr schnell die jungen Bäumchen entdeckt und die Triebe abfressen würde. Als das letzte Bäumchen gepflanzt ist, schauen alle Helfer zufrieden auf den aufgeforsteten Hang.

Der Gladbacherhof ist eine hessische Staatsdomäne und dient der Justus-Liebig-Universität Gießen seit 1990 als Lehr- und Versuchsbetrieb für ökologischen Landbau. Milchviehhaltung und Saatgutproduktion sind Hauptbetriebszweige dieses Biolandbetriebes. Die Forschung soll Lösungsansätze für eine umweltverträgliche und zukunftsweisende Landwirtschaft erarbeiten. Die vielfältige Fruchtfolge des Gladbacherhofs fördert eine reich strukturierte Kulturlandschaft mit ökologisch wertvollen Tier- und Pflanzengesellschaften.

Der Förderverein Gladbacherhof hat 31 Mitglieder. Dem Gladbacherhof angeschlossen ist ein Bio-Hofladen. Dort werden Produkte aus eigener Herstellung vermarktet, aber auch Produkte anderer Biobetriebe. Die Öffnungszeiten sind dienstags und freitags von 15.30 bis 18.30 Uhr, samstags von 10 bis 13 Uhr. Infos unter (0 64 74) 71 00 10. amu

Drei Generationen am Werk: Ursula Seuffert aus Aumenau mit Tochter Lilly (17 Jahre) und Enkel Nevio (7 Jahre).
Drei Generationen am Werk: Ursula Seuffert aus Aumenau mit Tochter Lilly (17 Jahre) und Enkel Nevio (7 Jahre). © Andreas Müller

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