Vampir-Roman

Autorin Andrea Weil: Das Schreiben im Blut

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Sie zog in den Osten, doch Villmar blieb sie treu: Die Autorin Andrea Weil, die jetzt ihren eigenen Vampir-Roman veröffentlicht hat.

Die Villmarerin Andrea Weil hat ihren ersten Roman veröffentlicht. In dem Taschenbuch „No Pflock“ geht es um den 19-jährigen Studenten Martin, der von einem Vampir gebissen und dadurch selbst zum Vampir wird. Die Handlung spielt im oberbayerischen Eichstätt, das Weil sehr gut kennt. Denn dort studierte die 35-Jährige nach dem Abitur am Weilburger Gymnasium Philippinum Journalistik, Literatur und Philosophie.

Zehn Jahre trug sie schon die Idee in sich, einen Vampir-Roman zu schreiben, bis sie ihren Traum endlich verwirklichte. Auf dem Titel kam sie übrigens bei einem Spaziergang durch ihren alten Studienort, als sie an einem Laternenmast einen Aufkleber mit der Aufschrift „No Pflock“ entdeckte. Weil wollte wissen, was dahintersteckt, doch im Internet konnte sie keine Informationen über den Sinn der Botschaft finden. Da malte sie sich in ihrer Fantasie aus, dass es sich um einen Geheimbund der Vampire handeln könne.

Zunächst ging Andrea Weil aber in die alte Heimat Villmar zurück, wo sie als freie Journalistin arbeitete, bis sie eineinhalb Jahre später nach Frankfurt/Oder zog. Dort arbeitete die 35-Jährige zunächst als Redakteurin bei der Märkischen Oderzeitung, gab ihre Festanstellung aber auf, um ihr Berufsleben abwechslungsreicher zu gestalten. Mittlerweile arbeitet Weil in ihrer Wahlheimat Schwedt in der Uckermark als Buchlektorin und Umweltpädagogin über das Leben von Wölfen. Denn die Tiere seien besser als ihr Ruf, meint Weil. „Menschen passen gar nicht ins Beuteschema von Wölfen“, versichert sie. Sie griffen nur an, wo die geringste Gegenwehr zu erwarten sei. Schafherden hinter Zäunen und mit Hütehund seien relativ sicher. Weil hat sogar schon an einem Wolfswiederansiedlungsprojekt im „Yellowstone Nationalpark“ in den USA mitgearbeitet.

Die Freude am Schreiben kam schon früh. Mit acht Jahren schrieb Andrea Weil zusammen mit Freunden an Fantasygeschichten. Als Zehnjährige reichte sie eine Story für die Kinderbeilage einer Zeitung ein. In der Geschichte ging es um einen Nachbarn, der sich als Gespenst verkleidet ins Weil’sche Haus schleicht und sie und ihre Schwester Martina in Abwesenheit der Eltern erschreckt. Die Geschichte wurde sofort veröffentlicht, und Andrea Weil erhielt das Honorar in Höhe von 2,50 Mark in Briefmarken zugeschickt, da sie damals noch kein eigenes Konto hatte. Da war der Traum geboren, mit Schreiben Geld zu verdienen. Für verschiedene Medien wie die Wolfszeitung ist Weil auch heute noch journalistisch tätig.

In Villmar ist ihr Vater Jürgen nach seiner Pensionierung journalistisch in ihre Fußstapfen getreten. Obwohl der Papa als langjähriger Pressewart des Villmarer Tennis-Clubs weiß, wie es geht, mailt er seiner erfahrenen Tochter öfter mal Artikel zum Gegenlesen. „Artikel schreiben macht ihm riesig Spaß. Man muss ja was zu tun haben“, sagt Andrea.

Das Thema ihres nächsten Buches hat auch mit Villmar zu tun. Denn es soll eine Hommage an den alten Straßenkater werden, der sie durch ihre Kindheit begleitet hat. Ein Verlag ist bereits gefunden. Villmar wird immer Andrea Weils Heimat bleiben, und darum nimmt sie regelmäßig auch den weiten Weg von acht Autostunden in Kauf, um Familie und Freunde zu treffen. Im Raum Schwedt möchte sie aber bleiben, weil sie dort beruflich gut vernetzt ist. Das Freiberufliche ist ihr Ding, „weil ich mir meine Zeit selbst einteilen kann“.

Warum es ihr wichtig war, ausgerechnet ein Buch über Vampire zu schreiben? Weil es viele Bücher gebe, in der Vampire nicht realistisch dargestellt würden. Andrea Weil hält nichts davon, Vampire zu verharmlosen, denn sie seien gefährlich und stünden in der Nahrungskette über dem Menschen. Ihr Romanheld wird durch den Biss zum Diener des bösen Vampirs Ravic. Martin will herausfinden, welche finsteren Pläne dieser verfolgt. Das Ende will Andrea Weil natürlich nicht verraten. Sieben Monate hat die Autorin an dem Buch geschrieben. Ihr 220-seitiges Werk „No Pflock“ ist im Fabylon-Verlag erschienen und im Buchhandel für 14,90 Euro erhältlich.

(rok)

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