Einsätze verdoppelt

Die Villmarer Feuerwehr ist viel mehr als die Einsatzabteilung. Die Wehr baut, macht Musik, kümmert sich um die Fastnacht und bildet den Nachwuchs aus.

Kassierer Peter Caspari wurde in der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Villmar im Feuerwehrhaus aufgrund seiner Verdienste in 41 Vorstandsjahren zum Ehrenmitglied ernannt. Besonders geehrt wurden durch 1. Vorsitzenden Hartmut Meuser auch Ralf Meuser für 25-jährige Vorstandsarbeit sowie für 60-jährige Mitgliedschaft Bernd Trost und Rudolf Wünschmann. Bei den Vorstandswahlen wurde Tim Fritsch zum neuen 2. Vorsitzenden gewählt, Andrea Rosbach neu zur Schriftführerin.

Wehrführer Steffen Kullmann berichtete von einem gar nicht ruhigen Jahr. 43 Einsätze habe die Villmarer Feuerwehr im letzten Jahr zu leisten gehabt. Unter den Aktivitäten seien mehrere große Brände gewesen, viele Hilfeleistungen und nicht zu vergessen die gekenterte „Lahnhexe“.

Viele Einsätze

„Viele Einsatzstunden kamen bei den Rundballenbränden zusammen, wo die Wehren des gesamten Marktfleckens teilweise über Tage gefordert waren“, so Kullmann. Brandsicherheitsdienste und sonstige Aktivitäten rund um das Villmarer Feuerwehrwesen hätten das abgelaufene Jahr abgerundet. Hinzu seien Ausbildung und Übungen gekommen und auch die Gerätewarte Guido Nink und Daniel Hauck hätten viele zusätzliche Stunden erbracht.

In Villmar sei es noch nicht soweit wie in anderen Orten, dass der Fortbestand der Einsatzabtzeilung komplett in Frage stehe. „Aber mittelfristig wird es auch hier bei uns schwer, die geforderte Personalstärke vorzuhalten“, lautete Kullmanns warnende Prognose. Tagsüber würden jetzt schon bei Einsätzen Wehren aus den Villmarer Ortsteilen, Runkel oder Brechen mitfahren, um mit ihrem Personal zu unterstützen.

Wenn es Kritik daran gebe, dass oft ein paar mehr Fahrzeuge an der Einsatzstelle stehen würden, sei das darauf zurückzuführen, dass ein Teil der Aktiven direkt von der Arbeitsstelle komme. Die Kritiker forderte Kullmann auf, selbst in die Einsatzabteilung einzutreten, denn dann komme es tagsüber auch zu keinen Personalproblemen mehr. Trotz der engagierten Jugendarbeit von Alexander Ansorge und Matthias Behrla werde es immer schwerer, Jugendliche in die Einsatzabteilung zu bringen, weiß der Wehrführer.

Der Katastrophenschutzzug Villmar habe alle geforderten Übungen im Jahre 2013 absolviert. Der Anbau ans Villmarer Feuerwehrhaus sei in vollem Gange. Mit den finanziellen Mitteln der Gemeinde sowie der Unterstützung in Höhe von 10 000 Euro aus Vereinsmitteln sei die Einsatzabteilung bald soweit, die neue Fahrzeug-Box nutzen zu können. Kullmann dankte allen Baustellenhelfern, vor allem Egon Witterhold, Daniel Hauck und Andreas Scheu.

Der Wehrführer lobte außerdem die gute Zusammenarbeit mit Bürgermeister Arnold-Richard Lenz (SPD) und der Gemeindeverwaltung sowie dem Feuerwehrausschuss um Gemeindebrandinspektor Lars Falkenbach.

Vorsitzender Meuser berichtete, dass die Kappensitzung an Fastnacht nicht mehr die gewünschte Resonanz erbracht habe, so dass erfolgreich ein neues Konzept mit Tanzabend in der abgelaufenen Kampagne durchgeführt worden sei. Voll zufrieden zeigte er sich mit der Besucherzahl des traditionellen Oktoberfestes mit Live-Musik der eigenen Blasorchester und bayerischen Spezialitäten. Als unvergessliches Erlebnis nannte Meuser den Besuch bei der befreundeten Wehr aus dem österreichischen Handenberg bei deren Fest zum 120-jährigen Bestehen.

Nachwuchsabteilung

Der Vorsitzende bedauerte, dass im letzten Jahr 39 Mitglieder aus dem Verein ausgetreten seien, was vor allem wegen der Umstellung des Einzugsverfahrens geschuldet gewesen sei. Die Mitgliederzahl sank trotz 29 Eintritten dadurch auf 872 Mitglieder.

Jugendwart Alexander Ansorge merkte an, dass den Nachwuchsleuten von einem Besuch der Frankfurter Berufsfeuerwehr bis zu Pizza- und Spielabenden neben der Fortbildung einiges geboten worden sei. Trotzdem sei die Zahl der Aktiven um drei auf sechs Jungen gesunken. Ansorge versicherte aber, weiterhin ein attraktives Angebot anbieten zu wollen, um vielleicht doch wieder neue Kräfte zu gewinnen.

Der Leiter des Blasorchesters, Andreas Laux, freute sich über gelungene Konzerte im vergangenen Jahr und den Hessenmeistertitel des Villmarer Feuerwehr-Orchesters. Er lud schon einmal zum Jahreskonzert am Ostersonntag in der König-Konrad-Halle hin. Weiterhin biete die Abteilung für Kinder „Musikalische Früherziehung“ sowie Instrumentenausbildung an.

Erster Beigeordneter Rainer Philipp (SPD) dankte der Wehr für gelebten Dienst am Nächsten. Der stellvertretende Gemeindebrandinspektor André Köhler dankte seinen Kameraden für ihre Dienstbereitschaft bei einer Verdoppelung der Einsätze. Die Versammlung beschloss, den Mitgliedsbeitrag auf acht Euro im Jahr zu belassen.

Geehrte Mitglieder

Für 40-jährige Mitgliedschaft geehrt wurden: Herbert Brahm, Franz Brunner, Aloisia Caspari, Bernhard und Helmut Falk, Rainer Geis, Hans Jaick, Paul Klersy, Leo Linke, Winfried Meuser, Klaus Milimonka, Bernd Philipp, Jürgen Schäfer, Doris Haus, Ulrich Laux und Bernd Ulrich Brahm. Ausgezeichnet für 25 Jahre im Villmarer Feuerwehrverein wurden die Aktiven Thomas Roßbach und Walter Geis sowie Ulrich Aumüller, Kurt Böhmerl, Uwe Löw, Thomas Meuser, Hermann Ries, Adriane Dörre, Elli Rogge, Oliver Stein, Alfred Kullmann, Daniel Weil, Raimund Friedrich, Nico Heun, Julia Kessels und Susanne Trumpfheller. rok

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