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So liebten ihn die Fans: Christoph Preuß als Torschütze in einer Partie gegen den SC Freiburg im Jahr 2004.

Eintracht Frankfurt

Ex-Profi Christoph Preuß: Immer alles für die Eintracht gegeben

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Er war einer der Leistungsträger bei den Fußball-Profis der Frankfurter Eintracht vor gut zehn Jahren und erzielte 2007 ein legendäres „Tor des Monats“ gegen Olli Kahn in München. Jetzt besuchte Christoph Preuß die „Montagskicker“ in Villmar.

Mit Christoph Preuß war in der Reihe ehemaliger Profis der Frankfurter Eintracht vorgestern Abend ein weiterer früherer Bundesligastar bei den Freizeitfußballern der „Montagskicker“ im Clubheim des Sportvereins Villmar zu Gast. Preuß schoß als Profi gegen Oliver Kahn und Bayern München per Fallrückzieher ein „Tor des Monats“, schaffte es bis ins DFB-Pokal-Endspiel und mit Bayer Leverkusen sogar in die Champions League. Dann beendete aber Anfang 2010 eine schwere Knieverletzung vorzeitig die Karriere des Mittelfeldspielers.

In Villmar hatte Preuß aber auch einiges Interessante über die Fußballwelt von heute zu berichten, da er als Teammanager der Bundesligamannschaft der Eintracht nach wie vor hautnah am Geschehen ist. Er plant die Spielfahrten und Trainingslager der Profis – und hilft Neuzugängen auch schon mal beim Deutschlernen und Umzug. Als der gebürtige Gießener sich vor acht Jahren nach seinem jähen sportlichen Karriereende Gedanken über seine Zukunft machen musste, hatte er den Vorteil, als ehemaliger Eintracht-Profi durch seine Verdienste positiven Eindruck in der Frankfurter Führungsetage hinterlassen zu haben.

Der frühere Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen fragte ihn dann, ob er sich eine Tätigkeit im Club vorstellen könne. Die zunächst vorgeschlagene Stelle in der IT-Abteilung war Preuß aber zu langweilig. Er wollte lieber unter Leuten, nahe an der Mannschaft sein. Christoph Preuß absolvierte erfolgreich ein Sportmanagement-Studium, schnupperte bei der Eintracht zwischendurch in alle Abteilungen rein und legte dann gleich als Teammanager los.

Oft muss er improvisieren, wenn Züge mit Verspätung kommen oder irgendwas mit den Zimmern im Hotel nicht stimmt. Bei der Organisation des Profiteams wird wenig dem Zufall überlassen. Wenn also ein Bundesligaspiel für ein gewisses Wochenende ansteht, aber die Anstoßzeit noch offen ist, dann muss Preuß das Hotel erst einmal drei Tage blockieren. Er informiert sich auch über drohende

Baustellen und Staus

auf der Autobahn und lässt den Busfahrer zum Spielort alleine fahren, während die Spieler im vermeintlich zuverlässigeren ICE anreisen. Preuß und sein Team inspizieren vor dem Eintreffen der Mannschaft Hotelzimmer, Trainingsplätze, und für ausländische Spieler werden auch Dolmetscher und Deutschkurse organisiert. „Platzsprache ist bei uns Englisch“, sagt Preuß aufgrund der vielen Ausländer aus den unterschiedlichsten Nationen im Kader. Da einige Spieler mehrere Sprachen sprechen, funktioniere die Kommunikation auf dem Platz gut, weiß der Teammanager. Es gebe aber unter Spielern auch Naturtalente, die nach drei Monaten Sprachkurs Interviews auf Deutsch geben könnten. Sein Highlight war bisher, als Mitglied des Betreuungsstabes dieses Jahr am DFB-Pokalsieg der Eintracht beteiligt gewesen zu sein, nachdem er in seinem einzigen Pokalfinale als Spieler noch an Bayern gescheitert war. „Wir sorgen dafür, dass die Spieler sich auf ihr Spiel konzentrieren können, wir ihnen alles andere abnehmen“, sagt der 37-Jährige.

Der Ex-Profi denkt, dass die aktuellen Spieler sehr motiviert seien und wüssten, was gut für sie sei. Der Verein macht den Spielern auch in den sozialen Netzwerken wenig Vorschriften. Allerdings gebe es auch mal einen Hinweis, wenn Dinge dort unglücklich liefen. Zum Beispiel sehe es ein Trainer nicht gerne, wenn ein Spieler nachmittags schon poste, dass er verletzt fehle und dem Gegner somit eine solche wichtige Information bereits vor dem Spiel verrate.

Ist Preuß enttäuscht, dass seine eigene Spielerkarriere zu früh und ohne großen Titel endete? „Nein“, sagt er. „Ich habe immer für die Eintracht alles gegeben und habe mir nichts vorzuwerfen.“ Dass er die Eintracht Richtung Leverkusen verlassen habe, habe lediglich damit zu tun gehabt, dass der Club dringend Transfererlöse benötigt habe. Pech dann, dass Preuß immer wieder durch Knieprobleme zurückgeworfen wurde und für Leverkusen nur wenige Einsätze bestreiten konnte. Er hatte bis zu seinem endgültigen Aus aber noch schöne Jahre in Frankfurt, war unter anderem Leistungsträger 2005/06 beim direkten Erstligawiederaufstieg.

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