Villmarer Frauenfastnacht

Frauen drehten auf

  • VonRobin Klöppel
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Mit Sketchen, närrischen Liedern und tollen Tänzen zogen die Villmarer Frauen mächtig vom Leder.

Das Team der Villmarer Frauenfastnacht hat mit seinem närrischen Programm den Nerv des Publikums getroffen. Der gute Name, den die Akteurinnen im Ort haben, zeigte sich an einem zweimal ausverkauften Haus im katholischen Pfarrsaal mit jeweils 150 Besucherinnen. Vor allem Sketche waren angesagt, aber auch närrische Lieder und Tanzeinlagen der beiden Gruppen der Villmarer Feuerwehr. Nach einem gemeinsamen „Servus, Grüazi und hallo“ gab es einen Song, in dem 24 Stimmungslieder von „O, du schöner Westerwald“ über „Deine Heimat ist das Meer“ bis „Cowboy und Indianer“ erklangen.

Würstchen statt Eis

Das Eis brachen im wahrsten Sinne des Wortes Sabine Brötz und Margit Rosam mit ihrem Sketch „Das Eis“. Hätte sich Egon doch besser notiert, welche Eissorten in welchem Tütchen sein alter Spezi Paul haben wollte. Denn am Ende erntet er scharfe Kritik dafür, dass er mit Bockwürstchen zurückkehrt – er hatte den Senf vergessen. Die Jugendgruppe der Feuerwehr ließ die Boxer in sich heraus und tänzelte grazil und schlagkräftig wie Ali zu seinen Glanzzeiten durch den Ring. Irrsinnig komisch war „Der Postraub“, in dem Ursula Alban, Iris Friedrich, Ruth Brahm, Ursula Scheu, Silvia Werner und Sabine Brötz die Lacher auf ihrer Seite hatten. Köstlich, wenn man sieht, wie viele Formalien an der Kasse bei einem Bankraub einzuhalten sind, bevor man an sein Geld kommt. Zumal noch eine nervige Vordränglerin und eine Asiatin auf der Suche nach schönen Bildmotiven das Geschehen stören. Verständlich, dass der Bankräuber am Ende völlig genervt und froh ist, als der Polizist ihn endlich verhaftet.

Mitten im Sommer wollte dann die Verkäuferin (Doris Klersy) der Kundin (Edith Brahm) Nordmanntannen für drei Euro pro Stück aufschwatzen. Denn bei diesem Superpreis kann man sich schon mal zwei Tannen in jedes Zimmer stellen. Sabine Ansorge und Ruth Brahm ließen sich in der Show „Shopping Queen“ von Guido Maria Kretschmer fachlich beraten. Sie wünschten sich, dass es bei Leggings genauso wie bei Aufzügen ein Maximalgewicht gibt, damit nicht jeder meint, er könne mit einem solch engen Beinkleid herumlaufen. Gemeinsam stimmten sie zum Abschluss den Mutmachersong „Ich möchte schlank sein, wie ein Mannequin“ an.

Köstlich war das zufällige Zusammentreffen der Schicki-Micki-Tussi (Ursula Scheu) mit der derben Ländlerin (Margit Rosam) auf einer Parkbank. Ihre Wege, sich schön zu machen und zu speisen, waren höchst unterschiedlich; genau das machte Reiz und Witz dieser Pantomime aus. Höchst missverständlich kann es sein, wenn ein Mann eine Hose zum Anziehen sucht und dafür eine Frau um ihre erleichtert. Hierbei glänzten neben Doris Klersy als „Göttergatten“ Edith Brahm, Sabine Brötz, Iris Friedrich und Silvia Werner.

Muppets Show

Was Waldorf und Stadler für die Muppets Show sind, sind Waltraud (Ruth Brahm) und Ingrid (Ingrid Pohl) als Institutionen der Villmarer Frauenfastnacht. Mit ihren bösen Mäulern ziehen sie übereinander oder die anderen her. Auch ein alljährlicher „Running Gag“ in Villmar sind die böhmischen Freundinnen Boliczek und Koczian (Ingrid Pohl und Sabine Ansorge). Die wollen zusammen mal ein bisschen verreisen. Doch am Meer ist es zu windig, in den Bergen zu steil und in der Schweiz zu teuer. Also bleiben sie nach langen Diskussionen dann doch lieber zu Hause. Eine schöne Abwechslung war der gelungene Tanz der Erwachsenentanzgarde der Feuerwehr. Den krönenden Abschluss bildete der Auftritt des Frauenfastnachtsteams als Luftpumpenorchester unter Ingrid Pohls engagierter Dirigentschaft. Sie hatte den Abend souverän moderiert. Hinter den Kulissen wirkten Marion Höhler und Sigrid Zöller mit.

(rok)

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