Günter Daniel geht in den Ruhestand

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Fast 40 Jahre lang war der Arfurter Günter Daniel (65) Lehrer, davon 23 Jahre Konrektor und zuletzt Direktor der Johann-Christian-Senckenberg-Schule.

Fast 40 Jahre lang war der Arfurter Günter Daniel (65) Lehrer, davon 23 Jahre Konrektor und zuletzt Direktor der Johann-Christian-Senckenberg-Schule. Gestern ist er im Kreise von Kolleginnen, Kollegen und Familie in den verdienten Ruhestand verabschiedet worden.

Von einer solchen Feier träumt wohl jeder beim Ausscheiden aus dem Berufsleben: Ein fast einstündiges heiteres Programm, bei dem allerdings auch manche Träne floss, hatte das Lehrerkollegium aller drei Schulstandorte Villmar, Runkel und Arfurt auf die Beine gestellt. In kleinen szenischen Darstellungen, mit einem heiteren Horoskop, einem Ratespiel und nicht zuletzt einem lustig gestalteten Abschlusszeugnis wurde Günter Daniel in den letzten Lebensabschnitt geleitet. Ein gemeinsam gesungenes Lied drückte die familiäre Verbundenheit mit dem altgedienten Lehrer aus, der sich vor rund einem Jahr bereits aus dem aktiven Dienst zurückgezogen hat.

An Daniels Lebensstationen erinnerte Kurt Meteling vom Staatlichen Schulamt Weilburg, der früher selbst als Konrektor in Villmar tätig war. Humorvoll und in der sich ständig wandelnden Sprache der Jugend spannte Meteling den zeitlichen Bogen zunächst vom Zeitpunkt der Geburt (1951) über das Abitur in Wetzlar, Lehramtsstudium in den Fächern Deutsch und Englisch bis hin zum Eintritt in das Berufsleben als Referendar an der Heinrich-von-Gagern-Schule Weilburg. Nach einer Station in Frickhofen unterrichtete Günter Daniel zwölf Jahre lang an der Waldernbacher Westerwaldschule, bevor er 1992 an die Johann-Christian-Senckenberg-Schule nach Runkel wechselte. Dort habe es sich als Konrektor „granatenmäßig“ bewährt, wie Meteling mit einem Augenzwinkern meinte. 2005 stieg Daniel zum ständigen stellvertretenden Schulleiter auf, zuletzt hatte er die Funktion eines Direktors inne.

Schulleiter Michael Uhl erinnerte an die ständigen schulorganisatorischen Veränderungen an der Senckenberg-Schule während der beiden letzten Jahrzehnte: Realschule, Hauptschule, Förderstufe, Eingangsstufe, Grundschule, Ganztagsangebote und vor allem natürlich der Wandel zur Integrierten Gesamtschule mit insgesamt drei Standorten. Vor allem die Abstimmung zwischen Villmar und Runkel sei eine große organisatorische Herausforderung gewesen, die Daniel hervorragend gemeistert habe. Zeitweise habe er die Schule mit dem damaligen Rektor Ulrich Böttcher alleine geführt. Uhl: „Dafür meine Hochachtung.“ Daniel zeichne sich durch eine ruhige, zuverlässige und zuvorkommende Art aus, er sei allseits anerkannt und besitze hohe soziale und personale Kompetenz. „Auf Dich kann man sich verlassen“, lobte Uhl. Zur Akzeptanz der IGS habe Daniel wesentlich beigetragen.

Der frischgebackene Ruheständler bedauerte, dass er vor einem Jahr von einem auf den nächsten Tag aufhören musste und dankte seinen Kolleginnen und Kollegen für das gute Miteinander. Sein Beruf habe ihm Freude gemacht, wobei er bemüht gewesen sei, Wohlgefühl zu vermitteln. „Ich habe auch mal versucht, ein strenger Lehrer zu sein“, sagte er. „Das wurde mir aber nicht abgenommen.“

Abschiedsworte sprach auch die Personalratsvorsitzende Karin Latsch, nachdem Isabelle Faust, Isabelle Karl und Susanne Kurz von der Schulleitung Günter Daniel als typischem „Jungfrau-Menschen“ das Horoskop gestellt hatten.

(goe)

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