„Jetzt ist die Zeit, zu investieren“

Deutliche Kritik an den bestehenden wirtschaftlichen Verhältnissen in Deutschland hat der Vorsitzende der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung Villmar, Paul Arthen, geübt.

Die Jahreshauptversammlung der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) „St. Matthias“ nutzte der Vorsitzende Paul Arthen für deutliche kritische Worte zur „großen Politik“: „Alle wissen es: Wenn die Wirtschaft weiter wächst, dann heizen wir das Klima auf und pflügen schließlich jeden Quadratmeter Natur auf der Erde um, um Rohstoffe zu fördern. Und für mehr soziale Gerechtigkeit sorgt das Wachstum schon seit 25 Jahren nicht mehr. Das Wirtschaftswachstum sorgt nicht mehr für breiten Wohlstand. Reich wird reicher, und Armut wird verbreitet.“

Die Bundesregierung setze auf mehr Freihandel, die Unternehmer auf Steuersenkungen, die Europäische Zentralbank auf billiges Geld und die Gewerkschaften auf Lohnerhöhungen. Und fast alle machten mit wie bisher. „Was spricht gegen eine Vermögensabgabe der reichsten Menschen und Konzerne?“, fragte der Vorsitzende mit dem Hinweis, dass ein Prozent der Deutschen mehr als 1,4 Millionen Euro pro Kopf auf der hohen Kante habe und Konzerne wie Volkswagen und Siemens viele Milliarden.

Weiter Paul Arthen: „Jetzt ist es an der Zeit, einen Teil dieses Reichtums in Kindergärten, Schulen, Universitäten, in Jugendzentren, in die Integration von Zuwanderern, in Altenzentren, in die Pflege oder in die marode Infrastruktur zu investieren.“ Stattdessen werde das Volk betrogen, indem zum Beispiel die Banken den Superreichen helfen, ihr Geld nicht zu versteuern. Firmen machen Milliarden, zahlen aber in Deutschland so gut wie keine Steuern und haben keine Tarifverträge. Des Vorsitzenden Fazit hieraus: „Wer Steuern hinterzieht, raubt anderen die Möglichkeit zur angemessenen Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.“

Neben den obligatorischen Berichten und Aussprachen hierzu standen besonders die Ehrungen von langjährigen verdienten Mitgliedern im Mittelpunkt. So wurden Wolfgang Trost und, in Abwesenheit, Horst Nierfeld für 50-jährige und Karin und Franz-Josef Höhler für 40-jährige Vereinstreue mit Urkunden und Ehrennadeln ausgezeichnet.

Nach dem Kassenbericht der Geschäftsführerin Katja Laux beantragte Iris Friedrich, die mit Joachim Zuzok die Kasse geprüft hatte, die Entlastung des gesamten Vorstands, die ohne Gegenstimme erfolgte. Ebenso einstimmig gingen die turnusgemäßen Wahlen über die Bühne. Mechthild Müller bleibt weiterhin Zweite Vorsitzende, Rudolf Schmidt Zweiter Kassierer und Ulrike Urban stellvertretende Schriftführerin. Raimund Friedrich wurde als Beisitzer bestätigt und Martin Falk als neuer Beisitzer in den Vorstand berufen. Als Delegierte auf höherer Verbandsebene wurden Claudia Wilhelm, Mechthild Müller, Bernhard Gruber, Thea Laux und Monika Laux bestimmt, die im Bedarfsfall von Hans Handschuh, Katja Laux, Rudolf Schmidt und Helga Toffeleit vertreten werden. Mit Iris Friedrich wird Rudolf Laux die Kasse prüfen.

Raimund Friedrich stellte noch das diesjährige Reiseprogramm der Aktiven Rentner-Gemeinschaft (ARG) vor, und Bernhard Gruber warb mit seinem Bericht von der Familienfreizeit in Günne in der ersten Januarwoche dieses Jahres für die Wahrnehmung des gleichen Angebots im Jahr 2016.

In seinem Grußwort erklärte Pfarrer Michael Vogt, der auch zuvor die heilige Messe zelebriert hatte, seinen Beitritt zur KAB, stehe er doch ganz klar hinter diesen Initialen: K wie katholisch, A wie Arbeiter, B wie beweglich (als Pfarrer im Pastoralen Raum)! Nach des Pfarrers Beitritt zählt die KAB Villmar aktuell 133 Mitglieder. Wie der Verein noch mehr Gleichgesinnte finden könnte, wurde von einem Teil der Versammlungsteilnehmer noch bis gegen Mitternacht lebhaft diskutiert.

(meg)

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