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Unterhalb des Sportplatzes in Weyer brütet ein Bussard. Er hat in den vergangenen Wochen wiederholt Jogger angegriffen. Deshalb hat die Gemeinde Villmar den Weg für Fußgänger gesperrt.

Natur

Joggerin in Weyer von Bussard attackiert

Während der Brutzeit verteidigen die Greifvögel ihr Revier. Der Weg, auf dem es zu dem Vorfall kam ist nun gesperrt.

Villmar - Bussarde sind große, flinke und eigentlich sehr scheue Tiere. Doch unterhalb des Sportplatzes in Weyer sind in den vergangenen Wochen wiederholt Jogger von dem Greifvogel angegriffen worden. "Ich war alleine dort unterwegs und völlig in Gedanken versunken, als ich plötzlich einen Schlag auf den Hinterkopf bekam", berichtet Joggerin Gudrun Möbs. Der Bussard sei geräuschlos angeflogen gekommen.

"Nach dem ersten Angriff wollte der Vogel mich ein weiters Mal attackieren. Ich bin stehengeblieben, habe mich lautstark bemerkbar gemacht und konnte so das Tier vertreiben", sagt Möbs. Bleibende Schäden hat sie nicht davongetragen. "Die blutigen Kratzer auf meinem Kopf waren aber noch einige Tage lang sichtbar."

Bereits im vergangenen Jahr Angriffe durch Bussarde im Kreis Limburg-Weilburg

Bereits in den vergangenen Jahren ist die Oberbrecherin zweimal von einem Bussard in Weyer attackiert worden. "Beim ersten Mal bin ich besonders stark erschrocken und habe gedacht, mich bringt jetzt jemand um", sagt sie. Angriffen wurde die Frau immer nur, wenn sie alleine ihre Lauftraining absolvierte. "Gruppen, die sich während dem Joggen unterhalten, sind anscheinend nicht betroffen", sagt Möbs.

Doch warum greift der Raubvogel, der zur Familie der Habichte gehört, wiederholt Menschen an? Michael Nickel, Zweiter Vorsitzender des Nabu-Ortsverbandes Villmar, klärt auf: "Momentan brüten die Bussarde. Währenddessen wollen sie ihr Revier verteidigen. Das ist ganz normal." Ähnliche Vorfälle wie in Weyer, gebe es auch in anderen Regionen. Die Raubvögel legen Anfang April zwei bis sechs Eier. Die Brutzeit dauert rund fünf Wochen. Die Jungen bleiben nach dem Schlüpfen noch 40 bis 50 Tage im Nest.

Bussarde greifen immer am höchsten Punkt an

"Während dieser Zeit sollten Fußgänger die Reviere der Tiere möglichst meiden", sagt Nickel. Sein Tipp, wie man sich vor Angriffen schützen kann: "Die Tiere greifen immer den höchsten Punkt an. Deshalb kommt es zu Verletzungen am Kopf. Hält man einen Schirm oder einen großen Stock über sich, wird das Verletzungsrisiko gesenkt."

Die Gemeinde Villmar hat an dem betroffenen Weg in Weyer ein Hinweisschild aufgestellt. "Brütender Bussard - Betreten des Weges ist verboten", ist darauf zu lesen. "Der Vogel darf laut Naturschutzgesetz nicht abgeschossen oder verjagt werden", erklärt Ordnungsamtsleiterin Manuela Weier. "Eltern sollten unbedingt ihrer Aufsichtspflicht nachkommen und die Kinder vor der Gefahr warnen." Bereits 2017 und 2018 hat die Gemeinde Villmar Warnhinweise in Weyer angebracht. "In den vergangenen Jahren wurden allerdings keine Verletzungen durch Bussardangriffe bei uns gemeldet", berichtet Manuela Weier.

VON TOBIAS KETTER

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