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Das Schwesternhaus (links) gehört zusammen mit dem Pfarrhaus und der Kirche zu einem Ensemble. Ersteres soll nun saniert werden und anschließend außer der Kita, die mehr Platz erhält auch ein kleines Pfarrbüro (Kontaktstelle) sowie den Jugendraum und die öffentliche Bücherei enthalten.

Bischöfliches Ordinariat gibt Zusage

Villmarer Katholiken beschäftigt Sanierung des Schwesternhauses

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Nach anfänglich großer Skepsis über die Gründung der Pfarrei neuen Typs sind sich die Villmarer Katholiken und das Bischöfliche Ordinariat mittlerweile nähergekommen. Nun gibt es die Zusage, dass das Schwesternhaus saniert wird und unter anderem ein kleines Pfarrbüro erhält.

Viele Villmarer Katholiken werden es dem Bischöflichen Ordinariat (BO) Limburg wohl nie verzeihen, dass bei der Gründung der Pfarrei neuen Typs zum 1. Januar 2019 alle relevanten Einrichtungen wie Pfarrverwaltung, Pfarrhaus und Pfarrkirche an die Nachbarn in Brechen gehen. Bei der Pfarrversammlung am Samstagabend war die Stimmung unter den Gläubigen aber schon wieder deutlich positiver. Denn das BO kommt den Villmarern entgegen, will wenigstens für die Sanierung des Schwesternhauses sorgen.

Auch wenn für die Sanierung des Pfarrhauses von der Kirchenverwaltung kein Geld in die Hand genommen wird, sollen dieses und der Pfarrgarten durch einen Verkauf an die Zivilgemeinde für geplante 263 500 Euro für das Gemeindeleben sowie für die altbewährten Veranstaltungen wie Konzerte im Pfarrgarten erhalten bleiben. Im Schwesternhaus sollen künftig nach den Arbeiten auch ein kleines Pfarrbüro (Kontaktstelle) sowie der Jugendraum und die öffentliche Bücherei untergebracht werden.

Anlaufstellen nötig

Der Pfarrgemeinderatsvorsitzende Dr. Bernold Feuerstein ist überzeugt davon, dass für das Villmarer Gemeindeleben die genannten Anlaufstellen weiterhin nötig seien. In Villmar würden aktuell noch 30 Prozent der Katholiken am örtlichen Gemeindeleben teilnehmen. Um die Gemeinde aktiv zu halten, müssten weiterhin die Kontakte zu den Gläubigen gepflegt und Angebote gemacht werden, so Feuerstein bei der Versammlung im Pfarrsaal.

Viele der bisherigen Villmarer Pfarr- und Verwaltungsratsmitglieder wollen 2019 als Ortsausschuss weitermachen.

Um diese soll sich künftig ein neu zu gründender Ortsausschuss kümmern. Darin können sich Villmarer Gläubige zusammenfinden, beispielsweise Gottesdienste und Veranstaltungen planen. Allerdings werden Ende des Jahres der örtliche Pfarrgemeinderat und Verwaltungsrat aufgelöst und auf höherer Ebene in der Pfarrei neuen Typus angesiedelt. Das macht Teilen der Villmarer Gläubigen für die Zukunft Sorgen, denn dann können plötzlich Gremiumsmitglieder aus Brechen, Hünfelden, Runkel und auch aus der Aumenauer und Langhecker Nachbarschaft in Villmar mitbestimmen. Die Angst ist da, dass das übergeordnete Gremium Mittel für Aktivitäten verweigern könnte, die die Villmar planen.

Geschlossenes Ensemble

Marianne Keßler-Hemmerle vom Verwaltungsrat sagte, dass in harten Verhandlungen mti dem BO einiges erreicht worden sei. Es sei wichtig gewesen, alle bisher für das Gemeindeleben genutzten Gebäude zu erhalten, weil diese ein geschlossenes Ensemble darstellten und man nicht einfach so mal ein Gebäude daraus veräußern könne. Zunächst war die Haltung des Bischöflichen Ordinariats laut Keßler-Hemmerle noch gewesen, dass sich von allen für die Pfarrei neuen Typs nicht zwingend notwendigen Gebäuden zu trennen sei.

Viel wurde mit Limburg geschrieben und diskutiert. Und es wurde letztendlich die grundsätzliche Einigung erzielt, dass das Schwesternhaus mit Limburger Mitteln saniert wird. Allerdings ist noch nicht klar, was die komplette Sanierung kosten wird und inwieweit sich die Zivilgemeinde Villmar daran beteiligt. Denn im Schwesternhaus ist auch eine Kinderkrippe untergebracht, die aufgrund der großen Nachfrage auf den ersten Stock des Schwesternhauses ausgeweitet werden soll.

Auch der aktuelle Standort der Bücherei ist nach Aussagen Keßler-Hemmerles keine Dauerlösung. Sie ist ihrer Meinung nach im Pfarrheim zu beengt und auch nur über eine steile Treppe erreichbar. Im Schwesternhaus wäre sie zwar auch unterm Dach untergebracht. Doch dort würde der Einbau eines Aufzuges dafür sorgen, dass die Leser barrierefreien Zugang hätten.

Stefan Muth, Leiter des Diözesanbauamtes, lobte, dass bei den Verhandlungen nach der Vergangenheitsbewältigung das gegenseitige Vertrauen immer weiter gestiegen sei. Trotzdem sei klar gewesen, zwei Gebäude in Villmar könne das BO nicht instand setzen und auf Dauer erhalten. Dass die Zivilgemeinde nun das Pfarrhaus übernehme, sei eine Win-Win-Situation.

Muth sagte, das 1904 errichtete Schwesternhaus sei abgewohnt, habe Feuchtigkeitseintritte sowie starke Rissbildung. Zudem werde ein zweites Treppenhaus benötigt. Im Erdgeschoss soll die Krippe bleiben. Im ersten Stock sollen eine Kontaktstelle und ein Besprechungsraum sowie ein zusätzlicher Gruppen-, ein Schlafraum und sanitäre Einrichtungen für eine Krippenerweiterung geschaffen werden. Unters Dach sollen die Bücherei und der Jugendraum aus dem Pfarrheim umziehen. Keßler-Hemmerle rechnet damit, dass es bis zum Abschluss der Sanierung noch etwa zwei Jahre dauern wird.

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