Japan-Tour folgt

DJ Lovra alias Laura Lüngen ist gerade mit David Guetta auf Ibiza

In wenigen Wochen tritt sie zum ersten Mal in Japan auf und hat gerade eine Reihe von Shows mit Star-DJ David Guetta absolviert: Für die Villmarerin Laura Lüngen, alias DJ Lovra, läuft es gerade sehr rund.

Mit dem Begriff DJane kann Laura Lüngen aus Villmar so gar nichts anfangen: „Wir sind alles Kollegen. Da unterscheidet man nicht zwischen Männlein und Weiblein“, betont die als DJ Lovra bekannte und seit Jahren in Berlin lebende Künstlerin. Dass ihr Geschlecht immer wieder ein Thema ist, nervt sie hörbar. „Wir bringen auf der Bühne dieselbe Leistung wie die Kerle.“

Und da läuft es bei ihr momentan sehr gut – so wird sie zum Beispiel Ende Oktober mehrere Auftritte in Japan bestreiten. „Ich war noch nie in Japan, ich bin schon ein bisschen nervös, freue mich aber die Kultur kennenzulernen“, erzählt sie am Telefon, während sie sich gerade auf ihre letzte Show mit David Guetta auf Ibiza vorbereitet. Ein Auftritt, für den sie extra ihre Mutter und gute Freunde eingeladen hat. Denn der französischer DJ und Musikproduzent gehört seit Jahren zu den internationalen Größen der House-Musik-, Dance- und Elektro-Pop-Szene. Der Kontakt kam über das Management zustande, das sie für ein Gastspiel vorschlug. Den ganzen Sommer lang legte die Endzwanzigerin jeden Montag auf der großen Bühne des Ushuaïa Ibiza Beach Hotels auf.

Und wie ist David so als Person? „Er ist ein super netter Mensch und ein cooler Kerl.“ Man treffe sich nach jeder Show für einen kurzen Smalltalk. Kürzlich blieb auch Zeit für mehr, als man gemeinsam in David Guettas Privatjet unterwegs war. Über was redet man bei einer solchen Gelegenheit? „Man spricht über den letzten Auftritt, zeigt sich gegenseitig eigene Stücke und holt sich dazu die Meinung der anderen ein.“ Voll des Lobes ist sie auch über die hohe Professionalität des Franzosen, der immer freundlich zu jedem ist und daher auch nach der Show noch Zeit hat, mit Fans für das gefühlt hundertste Selfie zu posieren.

Zu arbeiten, wenn andere Party machen, kann jedoch kräftezehrend sein. „Ich mache Sport, laufe auch Halbmarathons, ernähre mich gesund, trinke und rauche nicht“ umreißt Laura ihren fast asketisch anmutenden Lebensstil. Zugute kommt ihr auch die Fähigkeit, quasi jederzeit und überall schlafen zu können, ob im Taxi oder Flugzeug. Wichtig für die Regeneration sind auch Freiräume mit Familie und Freunden. „Ich teile längst nicht alles im Internet, sondern halte das Private auch privat.“ Soweit wie Matthias Distel aus Eschhofen, besser bekannt unter seinem Künstlernamen „Ikke Hüftgold“, treibt sie es allerdings nicht. Wo der Party- und Schlagersänger für die Bühne eine eigene Kunstfigur geschaffen hat, die mit ihm selbst wenig zu tun hat, bleibt Laura auch als DJ Lovra authentisch. Das sieht man schon am bunten Bühnenoutfit: „Ich liebe Farben“, sagt sie.

Unvorstellbar wäre daher ein Werbevertrag, der sie verpflichten würde, immer dieselbe Marke zu tragen. Was zu einem weiteren ungeliebten Thema führt: Kann sie denn von ihren Job leben? Über Geld möchte die studierte Kommunikationsdesignerin gar nicht reden. Vielleicht auch, weil sie das in der Vergangenheit schon so oft gefragt wurde. Die Zeiten, in denen sie noch freiberuflich neben der Musik arbeiten musste, sind aber längst vorbei. Ähnlich zugeknöpft gibt sie sich in Bezug auf mögliche

Zukunftspläne

: Die gibt es, sind aber noch nicht spruchreif. Älterwerden scheint jedenfalls kein Problem zu sein: „Es gibt einen Kollegen, der auch noch mit 56 auflegt.“

Neben ihren Auftritten schlägt Laura jedoch bereits neue künstlerische Wege ein. So komponiert sie eigene Stücke, die auch bereits veröffentlicht wurden. Im Rahmen eines in Nashville abgehaltenen Workshops arbeitete sie unter anderem mit einer Sängerin zusammen. Anleihen aus der Countrymusik sind allerdings nicht mit eingeflossen. Zum Kennenlernen der legendären Countrymusik-Szene der Südstaatenmetropole fehlte da die Zeit. Gerne aber würde sie auch wieder in Limburg auftreten. Denn auch wenn Berlin inzwischen zur Heimat geworden ist, bleibt die Verbindung ins Nassauer Land stark. Wann und wo der Auftritt stattfinden könnte, ist aber noch offen.

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