Großvater Bernhard Hemmerle begleitet seinen Enkel Lucas Mallebré bei Proben mit dem Euphonium am Klavier.
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Großvater Bernhard Hemmerle begleitet seinen Enkel Lucas Mallebré bei Proben mit dem Euphonium am Klavier.

Toller Erfolg für jungen Mann aus Villmar

Lucas Mallebré hat Musik im Blut

Blasmusiker schafft die Aufnahme ins Landesjugendblasorchester

Villmar -Lucas Mallebré (15) aus Villmar lernt und spielt seit sieben Jahren begeistert Euphonium. Sein Talent zeigt er bereits in verschiedenen Blasorchestern, jetzt hat er nach überzeugendem Vorspiel auch die Aufnahme in das Landesjugendblasorchester (LJBO) Hessen geschafft.

Die frohe Botschaft kam mit einem Brief von Matteo Heubel vom Orchestermanagement in Marburg, in dem Lucas Mallebré beglückwünscht und eingeladen wird zur Herbstarbeitsphase des LJBO ab 5. Oktober in Oberbernhards in der Rhön. Nach einer Woche umfangreicher Proben ist ein Abschlusskonzert in Bad Orb geplant. Lucas freut sich riesig auf Gemeinschaftserlebnisse mit Gleichgesinnten und den "Stolz, den man empfindet, wenn der Applaus des Publikums einen für ein tolles Klangerlebnis belohnt."

Das kennt der 15-Jährige schon seit April 2018, als er als jüngstes Mitglied mit dem "Bariton", einem weiteren Blechblasinstrument aus der Familie der "Bügelhörner", zur Jugend Brass Band Hessen stieß. Auch jetzt hatten Marius Schäfer, Dirigent des Blasorchesters der Freiwilligen Feuerwehr Villmar, und seine Euphonium-Lehrerin Claudia Noppe von der Musikschule Kilian in Dauborn, Lucas motiviert, sich zu bewerben. Er bewährt sich schließlich seit 2017 bereits im Jugendblasorchester und seit 2019 auch im "großen" Orchester in Villmar. Beim letztjährigen Osterkonzert moderierte er außerdem überzeugend die Aufführungen des Jugendorchesters, sicher angespornt durch die Leistung seines älteren Bruders Marvin in gleicher Funktion 2018. Lucas spielt auch im Sacralen Bläserensemble Villmar das Euphonium und natürlich auch im "Philippinum Orchester" des Gymnasiums Philippinum Weilburg. Außerdem singt er in Michael Glotzbachs Schulchören sowie bei den "Philippinum Harmonists", einem achtköpfigen Männerensemble des Gymnasiums.

erkennt sein Talent

Die Freude am Musizieren geweckt hat nach Ansicht von Björn Mallebré, Lucas' Vater, die musikalische Früherziehung in der Grundschule und beim Blasorchester Villmar. Die Eltern kauften ihm die erste Blockflöte und ließen ihm die Entscheidung für das Euphonium als Lerninstrument. Bei einer Präsentation des Villmarer Blasorchesters und der Musikschule Kilian war Lucas allerdings zunächst von der Tuba begeistert, einem Blasinstrument so groß wie er selbst damals. Musikalisch geprägt und gefördert wird Lucas von Anfang an vom Großvater Bernhard Hemmerle, der die Begabung seines Enkels früh erkannte. Der Pensionär war Kirchenmusikdirektor und Kantor im Bistum Limburg und macht sich nach wie vor einen Namen als Komponist und Autor für Heimatgeschichtliches.

Hemmerle motiviert Lucas immer wieder neu, sich auch an schwierige Stücke zu wagen, die er auch schon mal selbst für ihn komponiert. Zuletzt Variationen für Euphonium solo über "O, du lieber Augustin", die Lucas dann auch beim Vorspiel in Hanau als Aufnahmeprüfung für das LJBO Hessen spielte, neben "Song für Ina" des englischen Komponisten Philip Sparke und einem weiteren schweren Orchesterstück.

Für den erkrankten Opa begleitete Dr. Martin Krähe, Leiter der Kreismusikschule Oberlahn, Lucas Mallebré am Klavier und war sofort überzeugt von den Qualitäten und dem Enthusiasmus des jungen Musikers: "Lucas hat ein beachtliches technisches Können, gepaart mit einem außergewöhnlich einfühlsamen musikalischen Gestaltungsvermögen in der Phrasierung, also hinsichtlich der Lautstärke, Rhythmik, Artikulation und Pausensetzung in seinem Spiel." Lucas sagt selbst, dass er die leisen Töne zu spielen liebt, Musik liegt ihm einfach im Blut.

Martin Krähe hat Lucas auch empfohlen, sich für den Regionalentscheid 2020/21 von "Jugend musiziert" in Gießen zu bewerben. Wie sieht die Zukunft aus? Lucas ist erst 15, kann sich aber durchaus schon vorstellen, einmal ein Musikstudium zu beginnen, als zweites Instrument denkt er an die Posaune. Chöre und Orchester zu leiten findet er spannend, aber auch das Lehramt anzustreben scheint ihm eine Option. Jürgen Weil

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