Seit fünf Jahren besteht das Lahn-Marmor-Museum Villmar.
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Seit fünf Jahren besteht das Lahn-Marmor-Museum Villmar.

Lahn-Marmor-Museum in Villmar leidet unter der Corona-Pandemie

"Mit einem blauen Auge davongekommen"

Ein Drittel weniger Besucher

Das Lahnmarmor-Museum (LMM) wird 2021 fünf Jahre alt. Ob und wie dieses Jubiläum gefeiert werden kann, steht jedoch noch in den Sternen. "Wir sind vorbereitet, aber alles hängt von der weiteren Entwicklung der Pandemie ab", sagt Hermann Hepp vom LMM-Stiftungsvorstand. Deshalb sei es nicht einmal möglich, im Groben einen Terminplan zusammenzustellen.

Etliche Veranstaltungen, die im abgelaufenen Jahr stattfinden sollten, mussten abgesagt werden. Keine Vorträge, kein Konzert, keine Erzählcafés und keine Kinderworkshops - das habe sich natürlich auf die Besucherzahlen ausgewirkt. Auch die Sonderausstellung zu Leben, Werk und Wirken des Kölner Bildhauers Elmar Hillebrand, der über viele Jahrzehnte einen Großteil seiner Natursteinarbeiten mit Unterstützung des Villmarer Steinmetzbetriebes Engelbert Müller durchführte, hatte gelitten, weil Gruppenführungen nicht möglich waren. "Unsere Erwartungen wurden leider nicht erfüllt", zieht Hepp Bilanz, doch in dieses Klagelied könnten schließlich alle Museumsbetriebe mit einstimmen.

Das Lahnmarmor-Museum habe 2020 im Vergleich zu den Vorjahren etwa ein Drittel weniger Besucher - und damit auch ein Drittel weniger Einnahmen - verzeichnet. Glücklicherweise seien aber immer noch genug Eintrittskarten verkauft worden, damit sich das Museum über Wasser halten kann. Die Öffnungszeiten blieben unverändert, und keinem der geringfügig Beschäftigten musste gekündigt werden. Dies ging jedoch nicht, ohne die finanziellen Reserven anzuzapfen. "Bislang sind wir jedoch mit einem blauen Auge davongekommen", fasst Hepp die Situation zusammen.

Auf Corona-Hilfen vom Bund oder vom Land Hessen konnte das LMM allerdings nicht bauen. "Weil unsere gemeinnützige Stiftung der Träger und Betreiber des Museums ist und diese Stiftung noch nicht in existenzielle Not geraten ist, fehlen uns die Grundvoraussetzungen für solche Programme", erklärt Hepp in seiner Rolle als Vorsitzender des Stiftungsvorstands.

Zahl der Mitglieder bleibt konstant

Allerdings wolle der bereits 1997 gegründete LMM-Förderverein die vom Landkreis in Aussicht gestellte Unterstützung beantragen. Das sei eine pauschale Einmalzahlung von 200 Euro plus fünf Euro pro Mitglied.

Die Zahl der Mitglieder habe unter der Corona-Krise glücklicherweise nicht gelitten, erklärt Vorsitzende Ursula Alban auf Rückfrage. Zwar gebe es immer eine gewisse Fluktuation, doch unter dem Strich zähle der Verein seit etlichen Jahren konstant zwischen 220 und 230 Mitglieder.

"Wir alle wünschen uns von Herzen, Anfang März in die neue Saison starten zu können", sind sich Ursula Alban und Hermann Hepp einig. So sei die Winterpause beispielsweise genutzt worden, um verschiedene Exponate für Besucher, die nicht an Führungen teilnehmen, besser zu kennzeichnen und Infotafeln zu erneuern.

Idealerweise sollen irgendwann auch QR-Codes den Gästen die Möglichkeit geben, über das Internet Informationen zu einzelnen Ausstellungsobjekten oder Themenkomplexen aufzurufen. Das sei jedoch aus eigener Kraft nicht zu schaffen. "Zur Umsetzung dieses arbeitsintensiven Ziels sind wir auf Suche nach Unterstützung und hoffen auf Zuschüsse", sagt Hepp. Sofern das Museum im März wieder öffnen darf, soll die Hillebrand-Ausstellung, die aus versicherungstechnischen Gründen während der Winterpause in Sicherheit gebracht worden ist, erneut präsentiert werden, und dann voraussichtlich bis Ende Juni in Villmar bleiben.

Ein Wunsch für das Jubiläumsjahr ist zudem, dass im Rahmen des mittelhessischen Kultursommers das Blasorchester der Freiwilligen Feuerwehr Villmar ein Konzert auf der Grünfläche am Museum gibt. Auch die im Vorjahr gestrichene Dixielandmusik von Dariusz Kolodynski und seiner "Basin Street Band" soll nachgeholt werden. "Aufgeschoben ist nicht aufgehoben", beteuert Hepp und schließt damit ausdrücklich auch die Vorträge, Erzählcafés und Workshops für Groß und Klein mit ein.

Zur gegenseitigen Unterstützung wollen unter anderem die Schlossverwaltung Weilburg, die Kubacher Kristallhöhle, Burg Runkel und das Villmarer Lahn-Marmormuseum in diesem Jahr zusammenarbeiten. Angedacht sind wechselseitige Leihgaben, um das Interesse der Besucher zu wecken, und Rabatte auf Eintrittskarten, wenn bereits eine der Partner-Sehenswürdigkeiten besucht wurde. Kerstin Kaminsky

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