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Menschen gehen mit Regenschirm im Starkregen.

Unwetter

Nach Starkregen Kritik an Rubröder

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Das Unwetter vom 5. Juli steckt den betroffenen Bürgern offenbar sprichwörtlich in den Knochen. Darauf deutet eine Rede des Aumenauer Gemeindevertreters Andreas Städtgen (SPD) hin, der in der Parlamentssitzung mit scharfen Worten Vorwürfe gegen Bürgermeister Matthias Rubröder (CDU) erhob.

Der Aumenauer SPD-Gemeindevertreter Andreas Städtgen hat Bürgermeister Matthias Rubröder Untätigkeit nach dem jüngsten Stark-regenereignis vorgeworfen. „Als Bürgermeister sind Sie Chef der Verwaltung. Dieser hat alles zu tun, um Schaden von der Gemeinde und deren Bürgern fernzuhalten“, sagte Städtgen in einer emotional vorgetragenen Rede vor dem Gemeindeparlament.

Städtgen vertrat die Ansicht, dass Bürgermeister Rubröder nach dem Starkregen vom 5. Juli „unverzüglich die nötigen Maßnahmen zum Schutz unserer Bürgerinnen und Bürger“ hätte vornehmen müssen, „um mögliche Schäden in der Zukunft abzuwenden“. Städtgen: Es gilt Gefahr in Verzug, um Entlastungsgräben, Kanalreinigung etc. durchzuführen.“

Der Aumenauer, der als Betreiber der Bahnhofsgaststätte von dem Unwetter persönlich betroffen ist, fragte Rubröder weiter, warum er die betroffenen Bewohner bisher nicht nach den Ursachen für Schäden in Aumenau, Seelbach und Villmar gefragt habe. Auch gelte es zu untersuchen, welche Rolle Planungsfehler bei der Entwässerung der Kreisstraße 468 zwischen Aumenau und Münster, in der Weyandstraße in Villmar oder auch im Neubaugebiet in Aumenau spielt. Und: Welchen Anteil hat der Maisanbau oberhalb von Aumenau?

Städtgen schlug vor, dass die Gemeinde Villmar per Satzung regelt, dass im Gemeindegebiet Anlagen vorgeschrieben werden, um die Überschwemmungsgefahren zu vermeiden. Städtgen sieht den Bürgermeister in der Pflicht, „angemessen zu handeln“. Dies ergebe sich vor dem Hintergrund, dass der Starkregen zum wiederholten Mal an gleicher Stelle hohe Sachschäden verursacht habe. Städtgen wörtlich: „Wenn übermorgen ein Unwetter Personenschaden mit Todesfolge an gleicher Stelle erzeugen würde, hätten Sie ganz persönlich als Bürgermeister ein Problem.“

Rubröder wies Städtgens Vorwürfe zurück: „Die Behauptung, dass wir nichts machen, ist grundsätzlich verkehrt.“ Er verwies darauf, dass der Bauhof des Marktfleckens die Kanäle – anders als von Städtgen behauptet – sehr wohl gereinigt habe. Größere Maßnahmen zum Schutz vor Starkregen benötigten aber einfach mehr als sieben Wochen Zeit, die seit dem Unwetter verstrichen seien. Rubröder: „Ich kann nicht zaubern.“ In das weitere Vorgehen müssten zudem viele Akteure eingebunden werden. Betroffen seien nicht nur Kreis- und Landesstraßen, sondern auch die Bahn. Diese gelte es nun an einen Tisch zu bringen, um gemeinsam über gemeinsame Lösungen zu beraten, so der Bürgermeister.

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