Feier im Pfarrer-Homm-Park

Peter-Paul-Garde: Aufmarsch zum Patronatsfest

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Mit an die 300 Gästen über den ganzen Abend verteilt war die Peter-Paul-Garde mit der Resonanz auf ihr 1. Weinfest am Samstagabend sehr zufrieden. Gestern marschierte die Garde traditionell zum Patronatsfest auf, was diesmal wie schon im Vorjahr wegen der Dauerbaustelle in der Ortsdurchfahrt im Pfarrer-Homm-Park stattfand.

Die Villmarer Peter-Paul-Garde will, wie Major Heinz Witterhold gestern verriet, die nächsten Jahre im Pfarrer-Homm-Park bleiben. Da der dort früher existierende Friedhof entwidmet sei, sei das kein Problem. Eigentlich war das Fest letztes Jahr nur wegen der Baustelle im Bereich Brunnenplatz hierher verlegt worden.

Doch das besondere Ambiente im Park kam bei vielen Gästen derart gut an, dass der Homm-Park weiter Standort des Patronatsfestes bleiben soll.

Der Aufmarsch der Garde am Sonntag mit Musikbegleitung des Blasorchesters des Musikvereins Runkel wurde auch genutzt, um einige verdiente Kameraden von Gefreiten zu Obergefreiten zu befördern. Dies sind Fabian Fluck, Marc Kaulakis, Sebastian Werner und Marc Wheeler.

Der neue Villmarer Bürgermeister Matthias Rubröder (CDU), der gestern seinen ersten offiziellen Amtstag hatte, hatte die Schirmherrschaft des Patronatsfest zu St. Peter und Paul übernommen. Der Verein sei in Villmar seit 38 Jahren gelebte Tradition. Rubröder freut sich, dass die Peter-Paul-Garde ein sehr reger Ortsverein sei. So schaffe sie es auch immer wieder, neue und engagierte junge Mitglieder für sich zu gewinnen. Die Garde helfe auch immer gerne bei örtlichen Festen, wie bei der Kirmes oder beim Pfarrfest. Gerade in kleineren Kommunen seien solch engagierte Vereine für das Zusammenleben in Dörfern von hoher Bedeutung, ist sich Rubröder im Klaren.

Bernd Scheu, heutiger Spieß, ist schon mit 19 Jahren über Freunde und seinen älteren Bruder Thomas in die Garde gekommen und mittlerweile bereits seit 18 Jahren dabei. „Das ist eine schöne, junge Truppe“, sagt Bernd Scheu über die heutige Garde. Diese zähle momentan 18 Aktive. Neben dem eigenen Peter-Paul-Fest absolviert die Garde zum derzeitigen Stand kaum öffentliche Auftritte. „Sonst sind wir wenigstens immer noch mit einer Gruppe zum Hessentag gefahren“, berichtet er. Doch der sei die letzten Jahre einfach zu weit weg, erzählt er.

Wenigstens hat die Garde zwölf noch eher jüngere Gardisten in ihren Reihen, so dass sie weiterhin die kommenden Jahre fester Bestandteil des Villmarer Gemeindelebens sein könne. Witterhold weiß, dass die echte Villmarer Garde um 1300 gegründet worden sei. Sie hat den Ort vor Angriffen von außen wie beispielsweise aus der Limburger Richtung verteidigt.

Der Major erinnert sich, dass einst der Sportverein Villmar zu seinem 60. Geburtstag nachgefragt habe, ob die Gruppe nicht zum 60-jährigen Vereinsbestehen die alten Mitglieder der Bürgergarde verkörpern könne. Die Sache lief erfolgreich, hat allen Beteiligten viel Spaß gemacht, so das der Wunsch beim harten Kern aufkam, aus der einmaligen Aktion einen dauerhaften Verein zu gründen. Zunächst hatten einige Villmarer Bedenken, was Männer mit Uniformen und Waffen im Gottesdienst zu suchen hätten, doch das Problem ist mittlerweile aus der Welt geschafft.

Ehrenvorsitzender Robert Speier war bereits bei der Gründung des Vereins an vorderster Front dabei. „Wir sind damals von Haus zu Haus gegangen und haben damals an den Türen um Unterstützung geworben. So sind mittlerweile 200 Mitglieder als Unterstützer im Verein Peter-Paul-Garde. Warum Speier seit Vereinsgründung der Vorsitzende war? Er war vorher in der Bundeswehr. Da habe er den Befehlston schon draufgehabt und sei angesprochen worden, erzählt Witterhold lachend. Warum Robert Speier mit 79 Jahren immer noch gerne in der Garde ist? „Es geht hier um eine alte Tradition mit Menschen.“ Die solle weitergehen. So gehören mittlerweile auch sieben Frauen in Biedermeierkostümen zur Peter-Paul-Garde.

Speier würde es begrüßen, wenn die Garde künftig wieder jedes Jahr mehr Feste befreundeter Garden besuchen und die Freunde aus dem eigenen Dunstfeld wieder verstärkt persönlich nach Villmar zum Patronatsfest eingeladen würden.

Besuch war aber auch ohne größere Gruppen ähnlich gelagerter Vereine gestern und vorgestern genügend vorhanden.

Bei musikalischer Umrahmung des Blasorchesters der Feuerwehr sowie des Musikvereins Runkel ließen es sich die Besucher im vertrauten Umfeld bei leckerem Gegrillten, kühlen Bier sowie Kaffee und Kuchen gut gehen. Ganz ohne militärischen Drill.

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