Engagement

So setzt sich das Kreis-Jugend-Bündnis für Europa ein

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Für ein friedliches Europa und die Verständigung der Völker setzt sich der Vorsitzende des Kreis-Jugend-Bündnisses Robeer Steinerbrunner aus Villmar ein. Seit Jahren organisiert der ehemalige Chef der hessischen Jugendfeuerwehr Begegnungsfahrten nach Spanien, Frankreich und Ungarn.

Er will verhindern, dass das gesellschaftliche Klima noch rauher wird und Europa noch einmal einen Krieg erlebt – Der Vorsitzende des Kreis-Jugend-Bündnisses Limburg-Weilburg Robeer Steinerbrunner (42) aus Villmar bringt Jugendliche aus Deutschland mit jungen Menschen aus Frankreich, Spanien und Ungarn zusammen. Ziel der Freizeiten ist es, gemeinsam etwas Sinnvolles zu tun und sich besser kennen und verstehen zu lernen. Steinerbrunner ist waschechter Villmarer, auch wenn sein Vorname französisch klingt. In einer Zeit, in der sich Fremdenhass verbreitet, ist es ihm wichtig, sich mit den beiden Weltkriegen und ihren Folgen zu befassen, berichtet er.

Angefangen hat der Villmarer mit seinem Engagement vor mehr als 20 Jahren. Als früherer Chef der hessischen Jugendfeuerwehr hat Steinerbrunner angeregt, den internationalen Jugendaustausch zu fördern. Der heimische Kreisverband hat dann entschieden, sich der Sache in Frankreich und Spanien anzunehmen, beendete aber irgendwann sein Engagement. Robeer Steinerbrunner wollte aber – bestärkt durch ehemalige Teilnehmer und Eltern – sein Lebenswerk nicht aufgeben und gründete deshalb mit Gleichgesinnten das Kreis-Jugendbündnis.

Der Erfolg gibt ihm recht. Die heimischen Akteure sind die einzigen, die beispielsweise unentgeltliche Arbeitseinsätze auf den 28 Soldatenfriedhöfen bei Verdun absolvieren. Aus Kostengründen werde dort – abgesehen von einmal jährlich Rasen mähen – kaum etwas gemacht, berichtet der Villmarer. Die deutschen Jugendlichen säubern unter anderem die Gräber. Steinerbrunner findet es schade, dass es für solche Aktionen nicht mehr viele öffentliche Zuschüsse gibt, denn er möchte auch Kindern aus sozial schwachen Familien weiterhin zu einem bezahlbaren Preis die Teilnahme an solchen Fahrten ermöglichen, ohne dass das Vereinskonto in Schieflage gerät.

Der Austausch trägt laut Steinerbrunner Früchte. Als die jungen Deutschen das erst Mal nach Verdun gekommen seien, hätten nicht alle Franzosen sie mit offenen Armen empfangen. Doch von Besuch zu Besuch sei man sich immer näher gekommen, und inzwischen seien rege Freundschaften entstanden. Robeer Steinerbrunner und seine Mistreiter waren auch in den zurückliegenden Sommerferien sehr aktiv. In Limburg wurde eine Gruppe von 18 spanischen Jugendlichen aus Santa Oliva in Katalonien empfangen. Und das Kreisjugendbildungswerk war mit 20 heimischen Jugendlichen im Alter von 15 bis 18 Jahren in Ungarn, im 2500-Seelen-Örtchen Borsodszirak, unweit der Stadt Miskolc.

Steinerbrunner sagt, dass es in Ungarn – anders als in Deutschland – keine große Tradition ehrenamtlicher Jugendarbeit gebe. In den zwei Wochen vor Ort haben die deutschen Jugendlichen den Spielplatz des örtlichen Kindergartens unter anderem durch Streichen der Spielgeräte wieder auf Vordermann gebracht. Das Kreisjugendbildungswerk fährt – abwechselnd nach Frankreich, Spanien und Ungarn – jedes Jahr mit einer regionalen Gruppe ins Ausland. Dass Ungarn als drittes Land dazugenommen wurde, hat auch mit Steinerbrunners früherer Feuerwehrtätigkeit auf Landesebene zu tun. Vor 14 Jahren lernte er den Leiter der Berufsfeuerwehr Budapest kennen, der sich über die deutsche Feuerwehrarbeit informieren wollte. Denn in einem Land, wo der Brandschutz mit hauptamtlichen Feuerwehrleuten gewährleistet wird, war Jugendfeuerwehrausbildung lange kein Thema. Die Verständigung zwischen deutschen und ungarischen Jugendlichen funktioniert laut Steinerbrunner sehr gut, weil die Ungarn Englisch als erste und Deutsch häufig als zweite Fremdsprache in der Schule lernen.

Robeer Steinerbrunner ist es gerade jetzt ein wichtiges Anliegen, in Ungarn Präsenz zu zeigen, weil er den Eindruck hat, dass die rechtsgerichtete Politik dort gerade bei der einfachen ländlichen Bevölkerung auf fruchtbaren Boden fällt. Wenn deutsche Jugendliche in solchen Regionen mit Einheimischen zusammenkämen und Freundschaft lebten, sei dies der richtige Weg, um Europa zu stärken, sagt Steinerbrunner. Sein Ziel ist „ein friedliches, tolerantes Europa“.

Im Kreis-Jugend-Bündnis sind aktuell 70 Personen ehrenamtlich unterwegs. Gesucht werden zuverlässige neue Betreuer. Wer sich vorstellen kann, den Verein zu unterstützen oder als Jugendlicher 2019 bei einer Fahrt dabeizusein, erfährt mehr unter .

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