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Sich auf Störungen vorbereiten

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Ein eventueller Blackout würde sich auf die Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung auch in Villmar auswirken. Wie genau, soll nun geprüft werden.
Ein eventueller Blackout würde sich auf die Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung auch in Villmar auswirken. Wie genau, soll nun geprüft werden. © Kerstin Kaminsky

Die Wasser- und Stromversorgung in Villmar sollen möglichst sicher sein.

Villmar -Das Thema Energieversorgung ist in aller Munde. In Anbetracht des Krieges in der Ukraine und den damit verbundenen Unsicherheiten bei der Energieversorgung stellt sich auch die Frage, wie es um das Wasser und Abwasser im Falle eines längeren Stromausfalls steht.

Die UFBL-Fraktion stellte deshalb bei der Villmarer Gemeindevertretersitzung am Donnerstagabend einen Prüfantrag. Der Gemeindevorstand solle ermitteln, in welchen Bereichen der Villmarer Ortsteile die Trinkwasserversorgung auch ohne Strom sichergestellt ist, und wo gegebenenfalls bei einem längeren Stromausfall mit einem zeitnahen Rückstau von Abwasser gerechnet werden müsse.

"Uns ist wichtig, dass wir bei entsprechenden Fragen der Bürger mit einer Stimme sprechen", wandte sich die UFBL-Fraktionsvorsitzende Rita Frost an das Plenum. Man gehe zwar davon aus, dass Teile des Gemeindegebietes auch bei Stromausfall noch mit Frischwasser versorgt sind oder dass zumindest relativ kurzfristig Maßnahmen getroffen werden können, um die Versorgung nach einer Unterbrechung wieder herzustellen. "Doch wären hier eine vorausschauende Planung und eine vorhergehende Bestandsaufnahme sinnvoll", regte sie an.

Der Antrag der UFBL sei im Kontext der Sorgen vor Energieengpässen angebrachter denn je, fand Felix Dasch (SPD). Man könne nicht vorhersagen, ob die Wärme- und Stromversorgung wegen Lieferproblemen perspektivisch im Winter aufrechterhalten werden kann. Nach Informationen der Bundesnetzagentur läge die Spannungsqualität im Stromnetzt zwar so hoch wie nie, doch gäbe es Stabilitätsschwankungen und die Netze seien teils am Rande ihrer Leistungsfähigkeit. Experten des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz sähen sogar einen Blackout als eines der größten Risiken für unser Land. Dies hätte fraglos Auswirkungen auf das Trink- und das Abwasser.

Konzepte

für Notlagen

Im Kontext der aktuellen Situation lobte Dasch, dass die UFBL sich dem Thema angenommen hat. Schließlich trage die Kommune einen Teil der staatlichen Fürsorgepflicht. Notfälle, egal ob "nur" ein zweistündiger Stromausfall oder der Ausfall einer Trinkwasserpumpe, müssten aufbauend auf Erstmaßnahmen abgefangen werden, um die Situation zu stabilisieren. Analysen zu Notfällen und daraus resultierende Konzepte zu Notlagen seien kein "nice to have", sondern zwingend. "Aber jedes Konzept ist nur so gut, wie es gelebt wird", schränkte Dasch ein.

Aus diesem Grund erweiterte er den Antrag der UFBL. Er schlug vor, aus der Risikoanalyse und -bewertung für die Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung in Absprache mit den Verantwortlichen von Verbänden und Feuerwehr konzeptionelle Maßnahmen abzuleiten. Außerdem sei ein Konzept für Stromausfälle aufzustellen oder - da etwas Derartiges sicherlich in der Vergangenheit schon mal erarbeitet wurde - auf aktuellen Stand zu bringen. Sollte sich aus dem Konzept ein finanzieller Bedarf ergeben, solle dieser aufgelistet und der Gemeindevertretung rechtzeitig vor Einbringung des Haushalts 2023 vorliegen.

"Im Kontext der aktuellen Unsicherheit bei der Energieversorgung sehe ich es als ein positives Zeichen an unsere Bürger, dass wir uns als handlungsfähige Kommune auf eventuelle Störungen bei der Wasser- und Stromversorgung vorbereiten", so Dasch. Jörg Schmidt (SPD) hielt zudem eine Aufstellung, welche Notfallkonzepte es für die Gemeinde überhaupt gibt, und wo die Zuständigkeiten liegen, für wünschenswert. Mit großer Mehrheit stimmten die Gemeindevertreter beiden Anträgen zu. Kerstin Kaminsky

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