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Sozialzentrum in Villmar teurer?

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Von: Robin Klöppel

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Kulturzentrum Aumenau
Kulturzentrum Aumenau © Klöppel

Aussage gegen Aussage: Während Bürgermeister Arnold-Richard Lenz (SPD) eine Kostensteigerung für das geplante Kultur- und Sozialzentrum Aumenau bestreitet, ist die UFBL-Fraktion davon überzeugt.

Der Umbau des alten Feuerwehrhauses in Aumenau zu einem Kultur- und Sozialzentrum soll nach einer neuen Kostenkalkulation plötzlich 312 958 Euro kosten. Dies teilte UFBL-Fraktionsvorsitzender Jürgen Schmidt dieser Zeitung mit. Dies wären 40 958 Euro mehr als bisher vorgesehen.

Bürgermeister Arnold-Richard Lenz (SPD) hingegen bestritt in der Gemeindevertretung, dass es im Haushalt 2017 Mehrausgaben für die Dorferneuerung Aumenau geben wird. Schmidt, dem entsprechende Informationen aus dem Gemeindevorstand zugespielt worden waren, scheint sich aber seiner Sache sicher zu sein und ist daher sauer. Zumal den Aumenauern bereits eine große Zahl Räumlichkeiten zur Verfügung stünden: Neben der Eichelberghalle mit Clubraum auch das Pfarrheim, das Schützenhaus, Sportlerheim und mehrere gastronomische Betriebe.

Schmidt ärgert es, dass die Gemeindevertretung über die Kostenexplosion nicht direkt informiert wurde und die Mehrkosten im Haushaltsplanentwurf für 2017 offenbar versteckt werden sollten. Darum forderte die UFBL in der jüngsten Gemeindevertretersitzung, das Thema nachträglich auf die Tagesordnung zu setzen. Da hierfür jedoch eine Zweidrittelmehrheit nötig gewesen wäre, reichten die Stimmen der CDU und des Antragstellers bei Enthaltungen der meisten SPD-Gemeindevertreter und Gegenstimmen der AAV nicht aus, um dieses Ziel zu erreichen.

Nicht informiert

Jürgen Schmidt hatte vorsorglich mehrere Fragen an den Gemeindevorstand zum Thema Kultur- und Sozialzentrum gestellt. Auf die Frage, ob der aus interessierten Bürgern und Mandatsträgern bestehende Aumenauer Arbeitskreis Dorferneuerung demokratisch legitimiert worden sei, antwortete Bürgermeister Lenz mit „Nein.“ Lenz stellte aber auch klar, dass der Arbeitskreis nur Konzeptvorschläge macht, nicht aber über das weitere Vorgehen entscheiden könne. Das bleibe Sache der Gemeindevertretung.

Schmidt fragte weiter, warum der Arbeitskreis über die Mehrkosten des Projektes informiert worden sei, nicht aber der zwei Tage darauf tagende Haupt- und Finanzausschuss (HFA) der Gemeindevertretung. Lenz sagte, der HFA sei nicht mit den Tätigkeiten des Arbeitskreises beauftragt und habe auch nicht die Aufgabe, dieses Gebäude zu gestalten. Vergeben habe der Gemeindevorstand, so Lenz, bisher nur die Architektenarbeiten für 25 414 Euro an das Dietkirchener Büro Markus Wirth.

Auch Bürgermeister Lenz’ Aussage, dass der „Villmarer Bote“ für die Gemeinde nicht teurer sei als amtliche Bekanntmachungen über die beiden regionalen Tageszeitungen hält die UFBL für falsch. Laut ihren Informationen lagen die Kosten schon im Oktober mehr als 6000 Euro über den von Lenz für das gesamte Jahr 2016 genannten Ausgaben von 16 000 Euro.

Die UFBL wollte zudem vom Gemeindevorstand wissen, ob es mittlerweile Zusagen für Landeszuschüsse für die Sanierung der Marmorbrücke gibt. Auch dies musste Lenz verneinen. Allerdings werde derzeit geprüft, ob es für die Sanierung kostengünstigere Varianten geben könne. Zum Thema Hangrutsch und der damit verbundenen Sperrung in der Weilburger Straße antwortete der Bürgermeister, dass für die Aufhebung der Sperrung der Landkreis zuständig sei. Die Sperrung werde aufgehoben, wenn keine Gefahr mehr für die Landesstraße bestehe.

Neue Bauplätze geplant

Lenz teilte auf Anfrage der UFBL außerdem mit, dass der Pachtvertrag für die Gaststätte „Klickermill“ in der König-Konrad-Halle immer noch nicht unterzeichnet sei. Der Vertragsentwurf befinde sich derzeit zur Bearbeitung bei der Pächterin. Weiter berichtete der Bürgermeister, dass es Überlegungen gebe, im Ortsteil Villmar neue Bauplätze zu schaffen. Drei Gebiete kämen hierfür in Frage. Aktuell würden mit den Grundstückseigentümern die Preise ermittelt.

(rok)

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