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Tells-Bells-Gründer feiern runden Geburtstag

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Von: Tobias Ketter

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In den vergangenen Jahren sorgten auf der "Tellswiese" viele bekannte Musiker für gute Stimmung.
In den vergangenen Jahren sorgten auf der "Tellswiese" viele bekannte Musiker für gute Stimmung. © Klöppel, Robin

Vor 20 Jahren hat sich der Verein Villmar Kult gegründet. Kommendes ist Festival im August mit 23 Bands geplant.

Villmar -Der Verein Villmar Kult feiert 2022 sein 20-jähriges Bestehen. Die Gruppierung ist mittlerweile auch überregional bekannt, denn sie organisiert das Tells-Bells-Festival, das jährlich mehrere Tausend Rockmusik-Fans in den Marktflecken lockt. Die Vorbereitungen für die Veranstaltung, die am zweiten Wochenende im August nach zweijähriger Corona-Zwangspause nun wieder stattfinden soll, laufen auf Hochtouren. Ralph Schäfer, Vorsitzender von Villmar Kult, und sein Stellvertreter Andreas Klersy blicken auf die Gründung des Vereins zurück und berichten über die Planungen für das kommende Festival.

Angefangenen hat alles vor zwei Jahrzehnten. "Wir wollten damals eine Party in der König-Konrad-Halle durchführen. Als Privatpersonen war das so aber nicht möglich, so dass wir dann den Verein ins Leben gerufen haben", erinnert sich Schäfer. Man habe den Leuten aus Villmar und Umgebung die Möglichkeit geben wollen, günstig eine Party zu besuchen und ausgelassen zu feiern. Zunächst organisierte der noch recht kleine Verein mit etwa 15 Mitgliedern mehrere sogenannte Alternative-Partys, bevor 2004 zum ersten Mal das Tells-Bells-Festival für Stimmung im Marktflecken sorgte. "Wir hatten schon bei der Vereinsgründung die Idee, Konzerte zu veranstalten. Dass sich unser Festival aber so etabliert, haben wir damals nicht erwartet", berichten die Vorsitzenden übereinstimmend.

Andere Vereine

werden unterstützt

In den vergangenen 20 Jahren hat sich der Verein stetig weiterentwickelt. Heute gehören ihm mehr als 100 Mitglieder an, die hauptsächlich aus der Gemeinde Villmar kommen. "Der Jahresbeitrag beträgt 24 Euro. Man kann also ohne großen finanziellen Aufwand bei uns mitmachen", sagt Klersy. Neben dem Tells-Bells-Festival nimmt die Gruppe auch regelmäßig mit einem Stand am Villmarer Weihnachtsmarkt teil. Außerdem unterstützt sie andere Vereine mit Thekendiensten bei deren Events. "Der Fokus liegt aber ganz klar auf dem Tells-Bells", betont Schäfer. Da auch das Festival seit Jahren stetig wächst, seien die Vorbereitungen mittlerweile nämlich sehr zeitaufwendig.

Und was ist das Erfolgsrezept der Musikveranstaltung? "Die Atmosphäre ist einfach toll und die Preise sind niedrig", sagt Andreas Klersy. Es handele sich um ein gemütliches und familiäres Festival, bei dem die Besucher nahe an die Bands herankämen. "Es kommt öfter vor, dass Gäste zusammen mit den durchaus bekannten Künstlern an der Theke ein Bier trinken können", sagen die Veranstalter. Darüber hinaus erkläre sich der Erfolg mit der großen Leidenschaft der Vereinsmitglieder und der rund 150 externen ehrenamtlichen Helfer. "Das Festival macht uns Jahr für Jahr einfach großen Spaß und das Miteinander ist fantastisch", sagen die beiden Vorstandsmitglieder. Die Verantwortlichen buchen übrigens ausschließlich Bands, die sie sich selbst auch gerne anhören.

Beim diesjährigen Tells-Bells-Festival werden am 12. und 13. August voraussichtlich insgesamt 23 Bands auftreten. Den Organisatoren ist es gelungen, die international bekannten Gruppen Lagwagon, Comeback Kid und Zebrahead zu engagieren. Aber auch regionale Künstler werden zu sehen sei. Dazu gehören unter anderem VMZT, Visions Only, 4ZKB und Rising Anger. "Visons Only und VMZT sind langjährige Gäste, zu denen wir mittlerweile eine enge Freundschaft entwickelt haben", teilt Klersy mit. "Sie gehören einfach zur Tells-Bells-Familie."

Die meisten Gruppen, die 2022 auftreten werden, sollten übrigens schon 2020 für Stimmung in Villmar sorgen. Nach der Absage wegen der Corona-Pandemie seien die Verträge aufrecht erhalten worden, so dass sich die Besucher nun sozusagen auf das Line-Up des Jahres 2020 freuen dürfen. "Die Bands aus Übersee haben während Corona immer wieder signalisiert, dass sie dann eben nach der Pandemie bei uns auftreten werden", sagt der Stellvertretende Vorsitzende von Villmar Kult.

Camping-Tickets

nahezu ausverkauft

Wer eine Eintrittskarte für das Festival haben möchte, sollte sich beeilen. Viele der verkauften Tickets für die ausgefallenen Auflagen 2020 und 2021 wurden nämlich umgebucht und sind nun für das Festival im August gültig. "Wir haben den Leuten damals aber auch die Gelegenheit gegeben, die Karten zurückzugeben oder den Eintrittspreis für den Verein zu spenden. Die meisten Menschen haben sich aber für die Umbuchung entschieden", sagt Schäfer. Aktuell seien bereits mehr als 90 Prozent aller Camping-Tickets vergriffen. Und auch der Vorverkauf der Wochenend-Tickets laufe seit den Lockerungen der Corona-Regeln sehr gut. "Ein Wochenend-Ticket kostet 29 Euro und ein Camping-Ticket 38 Euro. Derzeit bieten wir keine Tages-Tickets an", so der Vorsitzende. Die Veranstalter hoffen, dass sich pro Festivaltag rund 3000 Besucher auf der "Tellswiese", nach der die Veranstaltung benannt ist, einfinden werden.

Schäfer und Klersy gehen fest davon aus, dass die Rock-Veranstaltung trotz Corona stattfinden wird. "Das Tells-Bells-Flair soll unbedingt beibehalten werden", sagen sie. Allerdings sei es nicht auszuschließen, dass es die ein oder andere neue Regelung beim Verkauf von Essen und Getränken geben werde. "Das Hygienekonzept steht noch nicht, da wir noch auf die Auflagen des Landkreises warten", erklärt Schäfer. Der Verein wolle aber definitiv verantwortungsbewusst mit der Situation umgehen.

Bis der erste Ton auf der Bühne gespielt wird, ist noch allerhand zu tun. Schäfer, Klersy und ihre Mitstreiter machen derzeit Werbung in den sozialen Medien und auch Flyer werden verteilt. Um die Natur zu schützen, hat sich der Verein übrigens dazu entschlossen, die Plakatwerbung diesmal deutlich zu reduzieren. "Die Organisation ist mittlerweile sehr eingespielt. Jeder weiß, was er zu tun hat", sagt der Vereinsvorsitzende. Die meiste Arbeit stehe den Veranstaltern aber noch bevor. "Besonders beim Auf- und Abbau ist viel zu tun. Manche Mitglieder nehmen deshalb sogar ganze 14 Tage Urlaub", sagt Schäfer.

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