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Villmar: Auswirkungen der Energiekrise analysieren

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Erstmals konnte die Villmarer Parlamentssitzung wieder in der König-Konrad-Halle stattfinden.
Erstmals konnte die Villmarer Parlamentssitzung wieder in der König-Konrad-Halle stattfinden. © Kerstin Kaminsky

Hohe zusätzliche Belastung für die mit Gas versorgten kommunalen Gebäude befürchtet

Villmar -Die Brandsanierung der König-Konrad-Halle (KKH) ist nahezu abgeschlossen. Erstmals konnte die Sitzung der Villmarer Gemeindevertretung wieder im großen Saal stattfinden. Derzeit stehen lediglich noch letzte Arbeiten an der Bühnentechnik und der Rauch- und Wärmeabzugsanlage an, doch ab dem 30. Mai ist die Halle wieder voll nutzbar.

Die Heizungsanlage allerdings wird voraussichtlich erst im Oktober eingebaut. War es unter den neuen und unerwartbaren Fakten des Ukraine-Kriegs und der angestrebten Unabhängigkeit von russischem Gas wirklich richtig, dass man sich hier für eine gasbetriebene Heizungsanlage entschieden hatte? Seit der Aufhebung des Sperrvermerks für die Heizung der KKH sind zwar nur knapp neun Monate vergangen, doch entwickele sich seitdem der marktübliche Gaspreis drastisch nach oben. Es sei zu erwarten, dass auch der Gaspreis für die Gemeinde von derzeit 4,5 Cent pro Kilowattstunde bald angepasst wird. Daraus könnte eine zusätzliche Belastung von mehr als 100 000 Euro für die mit Gas versorgten kommunalen Gebäude resultieren.

Angespannte Haushaltslage

"Dieser Entwicklung tatenlos zuzusehen, darf es im Interesse des Marktfleckens Villmar und seiner Bürger nicht geben", betonte Gertrud Brendgen (AAV). Deshalb halte ihre Fraktion eine Überprüfung der Energiesituation auf kommunaler Ebene für notwendig. Schließlich sei die zukünftige Leistungsfähigkeit verschiedener Aufgabenbereiche der Gemeinde bei der ohnehin schon angespannten Haushaltslage durch die Energiekrise gefährdet.

Um die Risiken der Energieversorgung kommunaler Gebäude und gegensteuernde Maßnahmen ging es in einem vierteiligen Antrag der AAV-Fraktion.

Einmütig beschlossen die Gemeindevertreter, dass der Gemeindevorstand die aktuelle Situation und die Auswirkungen auf die Villmarer Finanzen und die Versorgungssicherheit umfassend ermitteln und in einer Sachstandsinformation samt Fazit bereitstellen soll. Auch beim zweiten Teil des Antrags, wonach die Energiekommission reaktiviert werden solle, gab es keine Gegenstimmen, jedoch enthielten sich CDU und UFBL geschossen. Über die Thematik der durch die Energiekrise erwachsenden Herausforderungen soll diese Kommission sich auch mit Aktivitäten für die Zeit nach dem Beitritt zu Klimakommune befassen.

Ebenfalls breite Zustimmung fand Punkt drei des AAV-Antrags, wonach der Gemeindevorstand bereits vor einem Beitrittsbeschluss als Klimakommune bei der Fachstelle der Hessischen Landes-Energie-Agentur Möglichkeiten einer gemeinsamen Informationsveranstaltung für die Villmarer Gremien eruieren möge.

"Nutzung von Erdwärme ist riskant"

Lebhaft diskutiert wurde Punkt vier des Antrags, in dem die AAV zu beschließen vorschlug, dass trotz der nicht mehr zutreffenden Wirtschaftlichkeitsberechnung und der ungewissen Gaspreisentwicklung und Versorgungssicherheit an der Entscheidung zum Einbau der Gasheizung in der KKH festgehalten wird.

Hierzu sagte Bürgermeister Matthias Rubröder (CDU), dass das Blockheizkraftwerk nach wie vor die rentabelste Variante für die Heizungsanlage sei. Die Nutzung von Erdwärme sei bedingt durch die Lage an der Lahn riskant und für Hackschnitzel als Energiequelle brauche es ein separates Lager. Er jedenfalls plädiere für das Festhalten an der getroffenen Entscheidung auch deshalb, weil die Kosten für alternative Lösungen nicht zu unterschätzen seien. Zudem seien für die kommende Heizperiode kaum noch mobile Heizungen zu kriegen.

Nach einem Änderungsantrag von Jörg Schmidt (SPD)zu Punkt 4 des AAV-Antrags, der mit zehn Ja-Stimmen, einer Gegenstimme und 13 Enthaltungen positiv entschieden wurde, beschlossen die Gemeindevertreter, dass die Auswirkungen der Energiekrise auf die Gasheizung der KHK zeitnah analysiert, bewertet und im Hinblick auf das Heizsystem anderer Dorfgemeinschaftshäuser von Villmar abzuwägen seien.

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