Im Villmarer Rathaus wird die CDU künftig mehr Einfluss als bisher haben.
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Im Villmarer Rathaus wird die CDU künftig mehr Einfluss als bisher haben.

Wahlanalyse für Villmar

Villmar: CDU zieht erstmals seit Jahren an der SPD vorbei

  • Rolf Goeckel
    vonRolf Goeckel
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Union wird mit zwölf Mandaten stärkste Kraft - UFBL büßt zwei Parlamentssitze ein

Villmar -In der Gemeindevertretung Villmar löst die CDU die SPD als stärkste politische Kraft ab. Die Union gewinnt zwei Mandate hinzu und wird im neuen Parlament mit zwölf Sitzen vertreten sein. Die SPD verharrt bei elf Sitzen. Deutliche Verluste gab es für die Unabhängige Freie Bürgerliste (UFBL), die mehr als sieben Prozentpunkte und zwei ihrer sieben Parlamentssitze einbüßt. Die Aktive Alternative Villmar (AAV) behält ihre drei Mandate.

"Sehr zufrieden" mit dem Wahlergebnis zeigte sich der CDU-Gemeindeverbandsvorsitzende Dieter Scheu, der den Zugewinn für seine Partei auf eine kurze Formel brachte: "Gute Politik, gute und junge Leute." Scheu freute sich, dass die CDU Villmar zum ersten Mal seit Jahren wieder die Mehrheit in der Gemeindevertretung haben wird. "Darauf können wir aufbauen." Als eine Priorität nannte er die schnelle Erschließung des Neubaugebiets "Arfurter Berg". Scheu: "Da muss es jetzt weitergehen."

Auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Stefan Rosbach war zufrieden. Er räumte ein, dass man vor der Wahl schon "ein bisschen Bammel" vor den Auswirkungen des Maskenskandals auf Bundesebene gehabt habe. Doch offenbar hätten sich viele Wähler per Briefwahl schon vor diesen Ereignissen entschieden und die "konstante Arbeit der CDU-Fraktion der letzten fünf Jahre honoriert". Als wichtigste Themen nannte Rosbach die Erweiterung der Villmarer Kinderkrippe und stabile Finanzen.

Verhalten reagierte der SPD-Fraktionschef Jörg Schmidt. "Ich bin nicht unzufrieden, hätte mir aber gewünscht, dass wir stärkste Kraft bleiben", sagte er. Den Wahlerfolg der CDU könne er sich nicht erklären, zumal die SPD seiner Meinung nach eine "sehr gute kommunalpolitische Arbeit" leiste, die stets "sachlich und vernunftorientiert" sei. Auch habe sich die SPD stets darum bemüht, "Villmar als Ganzes" im Blick zu behalten.

Zufrieden über einen minimalen Zuwachs äußerte sich Gertrud Brendgen von der AAV. "Vier Mandate wären natürlich schön gewesen", sagte sie. Doch auch mit drei Gemeindevertretern, unter ihnen als Neuling Jens Bröker aus Aumenau, werde man "solide weitermachen", so Brendgen.

Der Fraktionsvorsitzende der UFBL Jürgen Schmidt war gestern völlig verblüfft vom schlechten Abschneiden seiner Liste. "Ich hatte mindestens mit dem gleichen Stimmenanteil wie bei der letzten Wahl gerechnet, eher mit etwas mehr", sagte er. Gelitten habe die UFBL vor allem in Aumenau, wo seine Fraktion das Mehrgenerationenhaus bekämpft habe, und auch das Nein zur Erweiterung der Kinderkrippe im Villmarer Schwesternhaus habe sicherlich Stimmen gekostet, so Schmidt. Zufrieden sei er aber, dass die UFBL bei Uneinigkeit der großen Fraktionen weiterhin das "Zünglein an der Waage" sei.

Und so wählten die Villmarer in den Ortsteilen: Die CDU konnte vor allem in Kern-Villmar mit 46,7 und 44,6 Prozent punkten. Ihr bestes Ergebnis holte die Union in Langhecke, wo sie 49,2 Prozent erzielte. In allen übrigen Ortsteilen wurde die SPD stärkste Kraft: In Falkenbach mit 48,9 Prozent, in Seelbach mit 47,9 Prozent, in Weyer mit 41,2 und in Aumenau mit 38 Prozent. Die UFBL holte ihr bestes Ergebnis in Weyer (34,5 Prozent), die AAV in Aumenau (22,4 Prozent). Wegen des hohen Anteils der Briefwahl sind diese Zahlen aber nur bedingt aussagekräftig.

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